Hans-Wilhelm Koepcke

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Hans-Wilhelm Koepcke (* 13. Juni 1914 im Landkreis Saatzig, Pommern; † 21. November 2000 in Hamburg) war ein deutscher Zoologe, Ornithologe, Herpetologe und Hochschullehrer.

Leben[Bearbeiten]

Koepcke studierte Naturwissenschaften an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. 1947 wurde er dort mit der Dissertation Über das Zeichnungsmuster einiger Idotea-Arten promoviert. Er ging 1949 nach Peru, wo er zunächst am Museo de Historia Natural der Universidad Nacional Mayor de San Marcos in Lima arbeitete. 1950 heiratete er die Ornithologin Maria Koepcke, geborene von Mikulicz-Radecki, die er während des Studiums in Kiel kennengelernt hatte und die ihm nach Peru gefolgt war. 1954 wurde die Tochter Juliane Koepcke, verheiratete Diller, geboren. Maria und Hans-Wilhelm Koepcke arbeiteten eng zusammen und publizierten gemeinsam, wobei sich Maria Koepcke auf die Ornithologie und ihr Mann auf die Fauna Perus spezialisierte.[1] Zu ihren gemeinsamen Veröffentlichungen gehörten Las Aves de Importancia Económica del Perú, die zwischen 1963 und 1971 vom peruanischen Landwirtschaftsministerium herausgegeben wurden. 1957 habilitierte Koepcke mit der Schrift Synökologische Studien an der Westseite der peruanischen Anden. 1968 gründeten Maria und Hans-Wilhelm Koepcke am Río Llullapichis die Forschungsstation „Panguana“, benannt nach einer heimischen Vogelart. [2] Zwischen 1959 und 1962 gab Koepcke mit Erich Titschack in Jena die Beiträge zur neotropischen Fauna heraus. Seine Frau starb am 24. Dezember 1971 beim Absturz von LANSA-Flug 508, die Tochter Juliane war die einzige Überlebende des Absturzes mit 91 Todesopfern.[1][3] Sein Hauptwerk ist die zweibändige Schrift Die Lebensformen. Grundlagen zu einer universell gültigen biologischen Theorie, die 1973 und 1974 erschienen. 1974 kehrte Koepcke nach Deutschland zurück. Er arbeitete beim Zoologischen Museum der Universität Hamburg und lehrte Zoologie. Zudem war er von 1974 bis 1981 Kurator der herpetologischen Sammlung.[4] Koepcke starb 2000. Seine Tochter übernahm die Leitung der Forschungsstation „Panguana“.[2]

Schriften[Bearbeiten]

Monografien

  • Die Lebensformen. Grundlagen zu einer universell gültigen biologischen Theorie, Band 1 Goecke und Evers, Krefeld 1973 ISBN 3-87263-016-4
  • Die Lebensformen. Grundlagen zu einer universell gültigen biologischen Theorie. Band 2, Goecke und Evers, Krefeld 1974 ISBN 3-87263-020-2
  • Über die möglichen Formen des Lebens auf anderen Planeten. Goecke und Evers, Krefeld 1975 ISBN 3-87263-022-9

Herausgeberschaften mit Erich Titschack: Beiträge zur neotropischen Fauna. VEB G. Fischer, Jena 1956–1962

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Orbituaries: Maria Emilie Anna von Mikulicz-Radecki Koepcke (PDF; 302 kB) auf der Seite der Universitätsbibliothek der University of New Mexico (englisch).
  2. a b Panguana auf der Seite der Zoologischen Staatssammlung München
  3. Flugunfalldaten und -bericht des LANSA-Flugs 508 im Aviation Safety Network
  4. Zoologisches Museum Hamburg (englisch)