Hans Blix

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Hans Martin Blix ( Aussprache?/i; * 28. Juni 1928 in Uppsala) ist ehemaliger Außenminister Schwedens. Er war von 1981 bis 1997 Direktor der Internationalen Atomenergieorganisation und vom Januar 2000 bis Juni 2003 Chef der UN-Rüstungskontrollkommission (UNMOVIC).

[Bearbeiten] Biographie

Hans Blix in Wien, 2002. Fotograf: Dean Calma, IAEO

Blix studierte in Uppsala und an der Columbia University; danach wurde er an der englischen Universität Cambridge promoviert. Während seiner Promotion war er Mitglied der Trinity Hall. Er promovierte zudem 1959 im Fach Rechtswissenschaften an der Universität Stockholm und erhielt 1987 die Ehrendoktorwürde der Moskauer Universität.

Von 1962 bis 1978 war er Mitglied der schwedischen Delegation der Abrüstungskonferenz in der Schweiz. Er bekleidete zwischen 1963 und 1976 mehrere Ämter im schwedischen Außenministerium und von 1961 bis 1981 Mitglied zahlreicher schwedischer Delegationen bei den UN-Vollversammlungen in New York City und der Abrüstungskonferenzen in Genf (Schweiz). Im Oktober 1978 wurde Hans Blix schwedischer Außenminister in der Regierung Ola Ullstens; dieses Amt hatte er ein Jahr lang inne.

Von 1981 bis 1997 war Hans Blix Direktor der Internationalen Atomenergieorganisation. Am 5. Mai 1986 besichtigte er als einer der ersten westlichen Wissenschaftler den Reaktorunfall in Tschernobyl/Ukraine. Kritiker wie sein Landsmann Rolf Ekéus warfen ihm vor, er habe zu dieser Zeit die nukleare Aufrüstung des Irak „verschlafen“. Das irakische Regime kaufte nicht nur Ende der 1970er Jahre in Frankreich den Atomreaktor Osirak, sondern auch in Italien umfangreiche Ausrüstung. Damit verfügten die Iraker über einen geschlossen Urananreicherungskreislauf. Somit konnte das irakische Regime unter den Augen der IAEO ein Nuklearprogramm aufbauen. IAEO-Direktor Blix bescheinigte dem Irak damals eine „ausgezeichnete“ Kooperation. Im Mai 1991 wollte Blix in seinem Bericht an den UN-Sicherheitsrat die völlige Übereinstimmung mit den Auflagen aus UNSC Res. 687 erklären. Die Zeugenaussagen eines irakischen „Überläufers“ verhinderten letztendlich, dass der Bericht veröffentlicht wurde. Einen Monat später überraschten UNSCOM-Inspektoren unter David Kay die Iraker dabei, fünf Meter hohe Magneten aus der Anlage Al Falludjah abzutransportieren. Im September 1991 entdeckten die UNSCOM-Inspektoren zufällig streng geheime Dokumente über das irakische Nuklearprogramm. Erst nach der Flucht von Saddams Schwiegersohn Hussein Kamal im Sommer 1996 legte das irakische Regime seine Nuklearprogramme umfassend dar.

Blix führte die UN-Kommission zur Überwachung, Verifizierung und Inspektion von Januar 2000 bis Juni 2003, als ihm Dimitris Perrikos nachfolgte. 2002 begann die Kommission, im Irak nach Massenvernichtungswaffen zu suchen, fand aber keine. Die Berichte von Blix und der IAEO spielten eine zentrale Rolle bei der Kontroverse im UN-Sicherheitsrat über den letztendlich zurückgezogenen Resolutionsentwurf, mit dem die USA und Großbritannien den Irakkrieg rechtlich absichern wollten.

Am 5. März 2004 warf Blix den USA und Großbritannien vor, sie hätten keine rechtliche Grundlage für ihre Militäraktion gegen den Irak gehabt. Schon seit einiger Zeit geht er zur damaligen „Koalition der Willigen“ auf kritische Distanz.

In seinem am 9. März 2004 veröffentlichten Buch Mission Irak beklagt Blix, George W. Bush und Tony Blair hätten Mahnungen in Geheimdienstberichten zur Vorsicht bei der Beurteilung von Angaben zu Iraks mutmaßlichen Massenvernichtungswaffen ignoriert. Er schildert in dem Buch die Auseinandersetzungen bei den Vereinten Nationen in den Wochen vor dem Irak-Krieg sowie die Anfeindungen, denen er als Chef der UN-Waffenkontrolleure in Washington ausgesetzt gewesen sei.

1998 erhielt Hans Blix den Otto-Hahn-Preis der Stadt Frankfurt am Main. Im Jahr 2002 wurde ihm von der Columbia University der Wolfgang Friedmann Memorial Award verliehen, ein Jahr später wurde er mit dem Leibniz-Ring-Hannover geehrt.

[Bearbeiten] Veröffentlichungen

  • Mission Irak - Wahrheit und Lügen: der Chef der UN-Waffenkontrolleure zieht Bilanz. München 2004, ISBN 3-426-27337-3.

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Hans Blix – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
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