Hans Bobek

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Hans Bobek (* 17. Mai 1903 in Klagenfurt am Wörthersee; † 15. Februar 1990 in Wien) war ein österreichischer Geograph.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Nach seinem Studium der Geographie und der Promotion an der Universität Innsbruck war Bobek unter anderem Professor an den geographischen Instituten der Universitäten Wien und Freiburg. Er prägte maßgeblich die Sozialgeographie im deutschsprachigen Raum – welche eine große inhaltliche Nähe zur Kulturgeographie (cultural geography) angloamerikanischer Prägung hatte – und erlangte durch seine Arbeiten zur islamischen Welt internationale Anerkennung. In der Zeit des Zweiten Weltkriegs war er in der militärgeographischen Abteilung des Oberkommandos des Heeres tätig.[1]

Er entwickelte eine hierarisch angeordnete Darstellung von Grundtypen geographisch relevanter Gesellschaften (Kulturstufentheorie). Die Grundtypen reichen von Siedlungen als soziale Einheiten über Staaten bis hin zu Kulturreichen. Bobek verknüpfte soziale und wirtschaftliche Aspekte mit der Analyse von Siedlungsstrukturen.

Hans Bobek war Ehrenpräsident der Österreichischen Geographischen Gesellschaft. In Würdigung seiner Verdienste vergibt die Gesellschaft seit 1991 jährlich den Hans-Bobek-Preis für herausragende Dissertations- oder Habilitationsschriften. Zudem war Bobek Mitglied der Österreichischen sowie der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. 1978 verlieh die Ruhr-Universität Bochum ihm die Ehrendoktorwürde.[2]

Publikationen[Bearbeiten]

Monographien (Auswahl):

  • Hans Bobek: Die zentralen Orte Österreichs 1973. Komm. für Raumforschung d. Österr. Akad. d. Wiss., Wien 1975
  • Hans Bobek: Iran : Probleme eines unterentwickelten Landes alter Kultur. Diesterweg, Frankfurt a. M.; Berlin; Bonn 1967
  • Hans Bobek: Soziale Raumbildungen am Beispiel des Vorderen Orients. Verl. d. Amtes f. Landeskunde, Landshut 1950

Aufsätze (Auswahl):

  • Hans Bobek: Stellung und Bedeutung der Sozialgeographie. Erdkunde, Heft 2, S. 118–125, Bonn 1948

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Czeike, Felix (1992): Historisches Lexikon Wien: Band 1. S. 402.
  2. Schuder, W. (Hrsg.) (1987): Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender (15. Auflage), de Gruyter, Berlin, S. 374.