Hans Dahl

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Dahl, Selbstporträt

Hans Dahl (* 19. Februar 1849 in Granvin, Hardangerfjord; † 27. Juli 1937 in Balestrand, Sognefjord) war ein norwegischer Landschafts- und Genremaler.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Dahl legte schon als 16-Jähriger gute Zeichnungen ethnologischer Motive vor. Er war anfangs Offizier in der schwedischen Armee, kam aber nur bis zum Secondelieutenant. 1873 nahm er seinen Abschied und bildete sich auf der Akademie in Karlsruhe unter Hans Fredrik Gude und Wilhelm Riefstahl und an der Kunstakademie Düsseldorf unter Eduard von Gebhardt und Wilhelm Sohn zum Maler aus.

Dahl hatte eine große Begabung, das Licht über dem Fjord, Boote und Wasser wiederzugeben. Vor allem in der Darstellung bewegten Wassers war er unübertrefflich. Seine wenigen Porträts sind von großer Eindringlichkeit und frei von Konventionen. Selten malte er reine Landschaften. Die meisten seiner Bilder sind Landschaften, die er wie Gude und Askevold in ihren frühen Perioden mit relativ groß ausgeführten Genreszenen belebte. Mit Motiven wie Brautfahrt im Sognefjord und Leichenfahrt im Sognefjord oder Wikingerschiffe in voller Fahrt, die an Gude erinnern, führte er die norwegische Nationalromantik fort.

Wirken[Bearbeiten]

Dahl, Bootsfahrt bei Balestrand, 1901

Im Laufe seines Lebens verengte sich sein Themenspektrum zunehmend. In späteren Jahren malte Dahl vorwiegend lachende Bauernmädchen bei der Heuernte am sonnigen Fjord, die an die Gestalt der Synnøve Solbakken von Bjørnstjerne Bjørnson erinnern und die von den deutschen Touristen gern gekauft wurden, ihn aber als ernstzunehmenden Künstler desavourierten.

Den Umbruch von der Romantik zur Moderne um 1880 machte Dahl nicht mit. Er wurde deshalb scharf kritisiert, unter anderem von Christian Krohg, teilte aber dieses Schicksal mit anderen, in Norwegen höher geschätzten sog. Düsseldorfern wie Anders Askevold und Morten Müller. Dahl konterte mit selbstverlegten Flugschriften. In Norwegens Kunst auf Ausstellungen (1901) und Die Maler und das Publikum (1929) legte er sein künstlerisches Testament nieder. Dahl sandte zahlreiche Bilder an die Nationalgalerie Oslo zum Ankauf, deren Leiter Jens Thiis dies aber brüsk ablehnte. Bis heute besitzt die Nationalgalerie Oslo nicht ein einziges Gemälde von Dahl. Als einziges deutsches Museum besitzt die Städtische Galerie Dresden ein Bild von Dahl. Im Kunsthandel beider Länder erzielen seine Bilder aber enorme Preise.

1893 ließ er sich eine Villa im Drachenstil am Ufer des Sognefjords in Balestrand bauen, Strandheim genannt. Er folgte damit einem Rat von Adelsteen Normann, der sich schon 1890 dort angesiedelt hatte, um die Sommer hier zu verbringen, doch war Dahls Villa größer und exaltierter. Zwischen 1888 und 1919 lebte Dahl meist in Berlin-Wilmersdorf und brachte nur die Sommer in Balestrand zu. Kaiser Wilhelm II., der 1889-1914 jeden Sommer nach Skandinavien fuhr, schätzte und besuchte ihn häufig. Offenbar schätzte er seine konservative Haltung in der Malerei und seine politische Einstellung. Dahl gab jährlich einen Ball in seinem Garten, an dem auch der Kaiser teilnahm. 1910 ernannte ihn Wilhelm zum Professor. Auch Themistokles von Eckenbrecher besuchte Dahl in Strandheim und bemalte ihm 1895 eine Zimmertür mit Stillleben.

Dahl, Beim Heutransport

Balestrand entwickelte sich zum meistbesuchten Touristenziel Westnorwegens. Als Wilhelm 1910 die Errichtung eines Frithjof- und eines Bele-Denkmals am Sognefjord beschloss, zog er Dahl als Berater hinzu. 1913 wurden die Denkmäler aufgestellt. 1913 fanden in den Fjorden Übungen deutscher Kriegsschiffe statt, die von der norwegischen Presse kritisiert wurden. Hans Dahl bemühte sich zugunsten des Kaisers. 1913 schrieb er in einer norwegischen Tageszeitung zu seinen Gunsten und führte aus, dass die deutschen Touristen „große Summen ins Land bringen.“ Ein Gemälde von Dahl nahm Wilhelm mit ins Exil nach Doorn. Nach 1919 reiste Dahl nicht mehr nach Berlin, sondern blieb in Balestrand. Dahl war mit der Deutschen Helene Bewer verheiratet, einer Tochter des Malers Clemens Bewer. Sein Sohn war Hans Andreas Dahl. Sein Grab befindet sich auf dem Kirchhof Tjugum.

Quellen[Bearbeiten]

  • Dahl, Hans: Wacht auf! Ihr Völker des Nordens: Leipzig, [1915]
  • Dahl, Hans: Norges kunst paa udstillingerne. Kristiania, 1901.
  • Dahl, Hans: Malerne og publikum. Balestrand, 1929.
  • "Tysk keisar i norsk fjord". Der Kaiser am Sognefjord und insbesondere Hans Dahl, Dokumentarfilm 1985
  • Melkild, Arne: Kunstnarliv. Leikanger 1993, S. 70-76

Weblinks[Bearbeiten]