Hans Davidsson

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Hans Davidsson (* 1958 in Schweden) ist ein schwedischer Organist und Musikwissenschaftler.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Hans Davidsson studierte bei Hans Fagius an der Musikhochschule der Universität Göteborg, Schweden, und machte dort 1985 sein Diplom im Orgelspiel. Sein Interesse an früher Musik führte ihn dann zu einem dreijährigen Studium bei Jacques van Oortmerssen am Sweelinck Conservatorium in Amsterdam und zu Studien an der Göteborger Universität, wo er sich mit Forschungen über die norddeutsche Orgelmusik des Barock beschäftigte, insbesondere mit Matthias Weckmann. Davidsson promovierte 1991 mit einer Arbeit über Matthias Weckmann und war dadurch der erste Absolvent eines wissenschaftlich-künstlerischen Studiums in Schweden.

Er gibt seit 1974 regelmäßig Konzerte in den skandinavischen und den übrigen europäischen Ländern, den USA und Asien. An der Musikhochschule der Göteborger Universität wurde Davidsson 1986 als Musiklehrer angestellt und 1988 zum Orgelprofessor berufen. Unter anderem leitet er dort seit 1989 den Aufbau eines Orgelzentrums für Forschung über Aufführungspraxis. Von 1995 bis 2000 war er Direktor des Göteborg Organ Art Center (GOArt); seitdem ist er dort künstlerischer Direktor wie auch künstlerischer Direktor der Göteborg International Organ Academy.

2001 wurde er zugleich als Orgelprofessor an die Eastman School of Music in Rochester, New York (USA) berufen, wo er auch als Direktor des Orgelprojekts Eastman Rochester Organ Initiative (EROI) fungierte. 2006 wurde er schließlich als Professor für Orgel an die Hochschule für Künste (HfK) in Bremen berufen.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Bedeutung[Bearbeiten]

Hans Davidsson gilt als ein bedeutender Vertreter der Alten Musik, wobei er in der letzten Phase der werkgetreuen Interpretation hinzukam. Er machte die Integrationsphase von Forschung und Praxis in Göteborg mit und geht heute davon aus, dass zu spezifischen Kompositionen wie norddeutsche, italienische und so weiter dazu passende Orgeln gehören.[1] Werke des norddeutschen Barock wie von Matthias Weckmann und Dietrich Buxtehude verdanken ihm ihre werkgetreue Wiederentdeckung und Aufführung im historischen Kontext. Seit den 1980er-Jahren machte er zahlreiche CD-Aufnahmen.

Darüber hinaus prägte und prägt er seit Ende der 1980er-Jahre als Lehrer an bedeutenden Musikhochschulen die Organistenausbildung.

Davidsson sucht nach neuen Formen der Vermittlung von klassischen Konzerten und setzt dabei auf eine Kombination von Gespräch und Musizieren.[1]

Weblinks[Bearbeiten]

Referenzen[Bearbeiten]

  1. a b „Die Orgel gehört wieder ins Zentrum. Hans Davidsson setzt an der Hochschule für Künste auf eine Kombination von Gespräch und Musizieren“, Interview von Arnulf Marzluf mit Hans Davidsson, im Weser-Kurier vom 18. März 2009, S. 24.