Hans Egede

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Dieser Artikel behandelt die Person Hans Egede. Zu dem gleichnamigen Dampfschiff siehe Hans Egede (Schiff).
Hans Egede

Hans Poulsen Egede (* 31. Januarjul./ 10. Februar 1686greg. in Harstad, Norwegen; † 5. November 1758 in Stubbekøbing auf Falster, Dänemark)[1] war ein norwegischer Pfarrer dänischer Abstammung. Er ist auch als „Apostel der Grönländer“ bekannt.

Familie[Bearbeiten]

Hans Poulsen war der Sohn des Richters (Sorenskriver) Poul Hansen Egede und Kirstine Hind.

Sein Vater war Sohn des Gemeindepfarrers Hans Jensen Ravn des Pfarrbezirks Vester Egede in Haslev (im heutigen Vestsjællands Amt). Dessen Söhne nahmen den Ortsnamen Egede als Familiennamen an. Einer Familiensaga zufolge taten sie dies, um sich von Schulkameraden zu unterscheiden, die ebenfalls den Nachnamen Ravn trugen.

Seine Mutter war die Tochter des Sorenskrivers der Vogtei Senja (Troms Fylke). Dessen Bezirk unterstand dem Gerichtsbezirk von Hans Egedes Vater, also seinem Schwiegersohn. Kirstine Hinds Bruder war Gemeindepfarrer in jener Vogtei.

1707 heirate der Geistliche Gertrud Rask. Aus der Ehe ging ein Sohn, Paul Egede, hervor.

Wirken[Bearbeiten]

Statue von Hans Egede in Nuuk

Egede war evangelischer Pfarrer auf den Lofoten im Norden Norwegens, als er von Grönland, dem sagenhaften grünen Land im Norden hörte, das von den Wikingern besiedelt worden war, zu dem der Kontakt aber seit langem abgebrochen sei. In der Vermutung, die ursprünglich christlichen Siedler seien wieder vom Glauben abgefallen, beschloss er, dieses Land zu suchen und zu missionieren. Der dänische König Friedrich IV. gab ihm die Erlaubnis, nicht ohne Interesse an einer Kolonisierung des Landes.

Hans Egede brach am 12. Mai 1721 nach Grönland auf und landete am 3. Juli des Jahres an der Westküste. Er fand jedoch keine Wikinger mehr vor, dafür Inuit. Egede lernte ihre Sprache, untersuchte die Struktur der Sprache und übersetzte wesentliche christliche Inhalte ins Grönländische, nicht ohne Fantasie. So war die Passage im Vaterunser – „unser tägliches Brot gib uns heute“ – für die Inuit völlig unverständlich, sie kannten kein Brot. Egede fand eine Lösung: Im grönländischen Vaterunser hieß es dann „unseren täglichen Seehund gib uns heute“.

Egede gründete die erste Kolonie und nannte sie Godthåb – die heutige Hauptstadt Nuuk. Egede ließ seinen Sohn biblische Geschichten zeichnen, kümmerte sich um Kranke und bekehrte die ersten Eskimos zum Christentum. 1724 konnte Egede die ersten grönländischen Kinder taufen.

Der neue König Christian VI. rief 1730 alle Europäer aus Grönland zurück, Egede blieb jedoch, bestärkt durch seine Ehefrau Gertrud.

1729 erschien Egedes in mehrere Sprachen übersetztes Buch Det gamle Grønlands nye perlustration, Des alten Gröenlands neue Perlustration, oder Ein kurtze Beschreibung derer alten nordischen Colonien … in Gröenland über das Leben der Inuit, die Geschichte und die Natur Grönlands.

1733 durften auch Herrnhuter Missionare nach Grönland reisen. Sie bauten südlich von Nuuk Neu-Herrnhut auf.

1734 brach in Egedes Kolonie Godthåb eine Pockenepidemie aus, der alle Inuit und 1735 auch Egedes Frau Gertrud zum Opfer fielen. Hans Egede ließ seinen Sohn Paul in Grönland und reiste am 9. August 1736 mit seinen Töchtern und seinem Sohn Niels nach Kopenhagen. Dort bestattete er seine Frau und bildete bis 1747 Katecheten für den Einsatz in Grönland aus. 1741 wurde er Superintendent der grönländischen Missionskirche.

Ehrungen und Gedenken[Bearbeiten]

Egede wurde zum „Nationalheiligen“ Grönlands, der Ort Egedesminde (Erinnerungsstätte für Egede) ist nach ihm benannt. Egedesminde wurde 1759 von Niels Egede, dem zweiten Sohn Hans Egedes auf der Halbinsel Eqalussuit gegründet und 1763 auf die Insel Aasiaat verlegt, einen historischen Platz, der schon 2500 v. Chr. von Inuit besiedelt war.

Nach Hans Egede und seiner Ehefrau Gertrud Rask wurden zwei von vier Schiffen der grönländischen Handelsmarine benannt. Beide gingen im Zweiten Weltkrieg verloren (siehe Hans Egede (Schiff)).

Auch der Mondkrater Egede wurde nach ihm benannt.

Die Evangelische Kirche in Deutschland erinnert am 5. November mit einem Gedenktag im Evangelischen Namenkalender an Egede.[2]

Werke[Bearbeiten]

  • Hans Egede: Die Begründung der Grönlandmission. In: Von Grönland bis Lambarene. Reisebeschreibungen christlicher Missionare aus drei Jahrhunderten. Herausgegeben von Johannes Paul. Evangelische Verlagsanstalt Berlin 1952 (Seite 11–30) = Kreuz-Verlag Stuttgart 1958 (Seite 9–27).
  • Hans Egede: „Beschreibung und Natur-Geschichte von Grönland“. Übersetzet von Joh Ge. Krünitz. Berlin 1763.
  • Hans Egede: Die Erforschung von Grönland. Ausgewählt und bearbeitet nach der Erstfassung von 1740 von Martin Heydrich. F. A. Brockhaus Verlag Leipzig 1923.
  • Hans Egede: Ausführliche und wahrhaftige Nachricht vom Anfange und Fortgange der Grönländischen Mission. 1. Auflage 1740.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hans Egede – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hans Steenbuch, Gravskrift over Salig Biskop Egede (2 Seiten), wiedergegeben hinten im Buch: Jacob Johan Lund, Første Missionair på Grønland, Biskop Hans Egedes Levnet, Kopenhagen 1778 (Dänisch).
  2. Hans Egede im Ökumenischen Heiligenlexikon