Hans Enoksen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hans Enoksen 2008

Hans Enoksen (* 7. August 1956 in Itilleq, Qeqqata Kommunia, Grönland) ist ein Politiker und ehemaliger Premierminister (grönl. Naalakkersuisut siulittaasuat, dt. Vorsitzender der Landesregierung) der grönländischen Autonomieregierung.

Enoksen startete seine politische Karriere in der sozialdemokratischen Siumut (dt. Vorwärts). Er wurde zunächst Bürgermeister und 1995 Mitglied des Grönländischen Parlaments. 2001 wurde er Minister für Fischerei, Jagd und Siedlungsbau; außerdem übernahm er den Parteivorsitz der Siumut.

2002 wurde er Regierungschef. Ein zentrales Projekt seiner Regierung war die Ausweitung der grönländischen Autonomie (von dän. hjemmestyre zu selvstyre), die den Weg zu einem souveränen Staat frei machen sollte. Enoksens Regierung setzte dabei auf die zu erwartenden Einnahmen aus der Förderung von Bodenschätzen wie Uran und Erdöl, die durch die Erderwärmung zugänglich werden und so eine wirtschaftliche Eigenständigkeit Gröndlands ermöglichen könnten. Im November 2008 wurde ein Referendum über das neue Autonomieabkommen abgehalten, bei dem 75 % der Teilnehmer mit Ja stimmten. Das Abkommen trat am 21. Juni 2009, also kurz nach dem Ende seiner Amtszeit, in Kraft.

Bei der Parlamentswahl am 3. Juni 2009 erlitt Enoksens sozialdemokratische Partei mäßige Verluste, fiel aber hinter die linksorientierte Inuit Ataqatigiit (IA) zurück, die ihren Stimmenanteil fast verdoppeln konnte. Am 12. Juni 2009 schied Enoksen aus dem Amt. Sein Nachfolger als Regierungschef wurde Kuupik Kleist (IA). Gleichzeitig übergab Enoksen den Parteivorsitz an Aleqa Hammond.[1]

2014 brach er mit seiner Partei unter deutlichen Angriffen auf deren Fischereipolitik; Anlass bot die Berufung des Lebensgefährten der Premierministerin zum Ratgeber des Fischereiministers.[2] Enoksen gründete kurz darauf die Partii Naleraq (dt. Partei Peilmarke).[3] Sie konnte bei der folgenden Parlamentswahl am 28. November 2014 3 von 31 Sitzen erringen.

Es heißt über Enoksen, er spreche nur Grönländisch (Kalaallisut), was insofern ungewöhnlich ist, als grönländische Inuit häufig auch Dänisch beherrschen.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

Nachweise[Bearbeiten]

  1. Aleqa sidder solidt på formandsposten KNR Greenlandic Broadcasting Corporation (dänisch), 28. Oktober 2011, abgerufen am 28. Dezember 2011
  2. Enoksen verlässt Siumut (dän.) Sermitsiaq, 3. Januar 2014.
  3. Tidligere landsstyreformand Enoksen stifter nyt parti information.dk, 9. Januar 2014.
  4. http://www.nunatsiaq.com/archives/nunavut021213/news/nunavut/21213_04.html
Vorgänger Amt Nachfolger
Jonathan Motzfeldt Premierminister von Grönland
14. Dezember 2002 – 12. Juni 2009
Kuupik Kleist