Hans Fruck

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Hans Fruck (* 15. August 1911 in Berlin; † 15. Dezember 1990 ebenda) war ein kommunistischer Aktivist, Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus und zuletzt 1.Stellvertreter des Leiters der Hauptverwaltung Aufklärung des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR.

Leben[Bearbeiten]

Fruck wurde in einer Arbeiterfamilie geboren, besuchte die Volksschule und erlernte 1925 bis 1930 den Beruf eines Werkzeugdrehers. 1925 trat er der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ), 1927 dem Kommunistischen Jugendverband Deutschland (KJVD) bei und wurde Mitglied der Bezirksleitung Berlin-Brandenburg. 1929 trat er der KPD bei. 1930 bis 1933 war er Expedient und Hilfsredakteur im Verlag des Reichskomitees der Revolutionären Gewerkschaftsopposition (RGO). Zugleich übernahm er eine Funktion in der Berlin-Brandenburger RGO-Bezirksjugendleitung und im Einheitsverband der Metallarbeiter Berlins (EVMB). 1933 bis 1934 war er arbeitslos und als Mitglied des Bundes deutsch-jüdischer Jugend am Widerstand beteiligt. Auch für die illegale RGO und den EVMB betätigte sich Fruck im Widerstand. Anschließend ging er in die Emigration und war 1936 bis 1938 Teilnehmer am Spanischen Bürgerkrieg. Nach der Rückkehr arbeitete er als Rollkutscher, Autoschlosser und Kraftfahrer.

Zusammen mit seiner Ehefrau Carmen Fruck, geborene Ebermann, gehörte er zur Widerstandsgruppe um Herbert Baum. Als Metallarbeiter bei der Maschinenfabrik Raboma in Berlin-Borsigwalde wurde er zum Leiter einer betrieblichen Widerstandsgruppe. 1943 wurde er verhaftet und wegen Hochverrates zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt, die er bis 1945 im Zuchthaus Brandenburg-Görden verbrachte. Seine Schwiegermutter Anna Ebermann wurde im März 1944 in Berlin-Plötzensee ermordet.

1945 trat er in die Polizei ein, war zunächst Reviervorsteher, ab 1946 Leiter des Dezernats Fahndung in der Berliner Kriminalpolizei, 1948 bis 1950 stellvertretender Leiter der Kriminaldirektion Berlin. 1946 trat er der SED bei.

Ab 1950 war er Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) und mit dem Aufbau der Bezirksverwaltung Berlin beauftragt. 1952 wurde er zum Oberst befördert. 1952 bis 1956 war Fruck Leiter der MfS-Bezirksverwaltung Groß-Berlin und Mitglied der SED-Bezirksleitung, seit 1953 im Rang eines Generalmajors. Ab 1956 war er Stellvertreter des Leiters der Hauptverwaltung Aufklärung im Ministerium für Staatssicherheit der DDR.[1] 1977 trat er in den Ruhestand.

1955 erhielt er als Mitarbeiter des Ministeriums des Innern[2] den Vaterländischen Verdienstorden (VVO) in Bronze, 1965 in Silber und 1969 in Gold.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jens Gieseke: Fruck, Hans. In: Wer war wer in der DDR? 5. Ausgabe. Band 1, Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4.
  • Stefan Heinz: Hans Fruck (1911-1990), in: Stefan Heinz/Siegfried Mielke (Hrsg.): Funktionäre des Einheitsverbandes der Metallarbeiter Berlins im NS-Staat. Widerstand und Verfolgung (= Gewerkschafter im Nationalsozialismus. Verfolgung – Widerstand – Emigration, Bd. 2), Berlin 2012, Metropol Verlag, ISBN 978-3-86331-062-2, S. 120-123.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jens Giesecke: Wer war wer im Ministerium für Staatssicherheit pdf
  2. Neues Deutschland vom 7. Mai 1955.