Hans Gerle

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Porträt Hans Gerles in einem zeitgenössischen Holzschnitt

Hans Gerle der Ältere (* vor 1500 in Nürnberg; † 1554 ebenda) war ein deutscher Lautenist und Komponist der Renaissance.

Er war vermutlich der Sohn des bekanntesten Lautenmachers Nürnbergs, Conrad Gerle (um 1445 bis 1521), und setzte die Tradition der Familie fort. Man muss davon ausgehen, dass er seine Geburtsstadt niemals verlassen hat. Denn zur damaligem Zeit war es nicht üblich, weite Reisen zu unternehmen, da es nur Fußgänger und Kutschfahrer gab.

Er war ein sehr guter Lautenist und veröffentlichte durch Hieronymus Formschneider in den Jahren 1532, 1533 und 1552 drei Bände mit Lautenmusik. Der erste Band enthält Anleitungen zum Spiel der Laute, der Viola da Gamba und für die Rebec, sowie Anleitungen zum Lesen der Tabulatur. Es enthält vornehmlich Stücke von deutschen Komponisten wie Paul Hofhaimer, Heinrich Isaac, Ludwig Senfl, Thomas Stoltzer und Johann Walter. Der zweite Band für Laute enthält Stücke der Komponisten Hayne van Ghizeghem, Isaac und Jacob Obrecht, Josquin des Prez, sowie von Jean Mouton, Claudin de Sermisy, Adrian Willaert und Ludwig Senfl. Das dritte Buch enthält vornehmlich Übertragungen von Stücken, die vorher nur in italienischer Tabulatur erhältlich waren. Enthalten sind hier Werke von Domenico Bianchini, Pietro Paolo Borrono, Giovanni Maria da Crema, Simon Gintzler, Antonio Rotta, Francesco Canova da Milano und Alberto da Ripa.

Werk[Bearbeiten]

  • 1532 Musica teusch, auf die Instrument der grossen unnd kleinen Geygen, auch Lautten.
  • 1533 Tabulatur auff die Laudten
  • 1552 Eyn newes sehr künstlichs Lautenbuch.

Literatur[Bearbeiten]