Hans Gerling

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Hans Gerling (* 6. Juni 1915 in Köln; † 14. August 1991 ebenda) war ein deutscher Versicherungsunternehmer und leitete von 1949 bis zu seinem Tode den seit 1935 in seinem Besitz befindlichen Gerling Konzern.

Nachdem Hans Gerling sein Abitur am damaligen Realgymnasium Kreuzgasse bestanden hatte, studierte er Wirtschafts- und Rechtswissenschaften.

Hans Gerling übernahm als Erbe seines im Januar 1935 verstorbenen Vaters Robert Gerling das von diesem im Jahre 1904 gegründete Versicherungsunternehmen. Vier Wochen nach Ende des Zweiten Weltkriegs konnte er das Versicherungsgeschäft wieder aufnehmen und war von 1949 bis zu seinem Tode Vorstands- bzw. Aufsichtsratschef der Gerling-Gesellschaften. Unter seiner Führung weitete der Gerling-Konzern seine Aktivitäten ab 1955 auf das Ausland aus. Im Zuge des Konkurses der Herstatt-Bank im Jahre 1974, an der der Konzern beteiligt war, verlor Hans Gerling die Mehrheitsbeteiligung, erwarb diese aber 1986 zurück. Sein Sohn Rolf übernahm 1992 als Alleinerbe der Unternehmensanteile seines Vaters den Vorsitz im Aufsichtsrat und verkaufte diese im Jahr 2005 an die Talanx AG.

Hans Gerling wurde von Hilmar Kopper posthum als ein „sozialer Patriarch“ bezeichnet. Er habe nie einen Zweifel darüber aufkommen lassen, wer „das Sagen“ hat, sei gleichzeitig aber sozial gewesen. Er habe die Mitbestimmung abgelehnt, weil er gegen die Einflussnahme von außen ohne korrespondierende Verantwortung nach innen war. Aber er habe seinen Führungskräften unternehmerische Freiheiten und den Sozialpartnern Mitspracherechte eingeräumt.

Günter Wallraff arbeitete 1973 zwei Monate als Bote im Unternehmen Gerling und verfasste darüber ein Buch.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gerling in: Bernt Engelmann/Günter Wallraff: "Ihr da oben, wir da unten", S. 207-258, Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH, 1976 (1973 bei Kiepenheuer & Witsch, Köln)
  •  Das Spektakulum. In: Der Spiegel. Nr. 41, 1958 (8. Oktober 1958, über die Einweihungsfeier des Gerling-Verwaltungsgebäudes in Köln, online).

Weblinks[Bearbeiten]