Hans Hartz

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Hans Hartz (* 22. Oktober 1943 in Lunden; † 30. November 2002 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Sänger und Liedermacher.[1]

Leben[Bearbeiten]

Hartz wuchs in Husum auf und besuchte das dortige Gymnasium, wo sein Vater als Lehrer beschäftigt war.[1] Nach dem Abitur studierte er Sozialpädagogik und unterhielt zeitweise einen privaten Kindergarten in Husum, arbeitete aber auch auf dem Bau und fuhr zur See. Er begann eine musikalische Karriere, indem er in Hamburg als Sänger der Gruppe Tornados (Vorgängerband der Gruppe Lake) auftrat. Unverwechselbar war seine markante raue Stimme, die stark an Joe Cocker erinnert. [1] 1982 kam für ihn der Durchbruch mit dem Titel Die weißen Tauben sind müde.[1] Nach dem Album Sturm folgten dann die Singles Nur Steine leben lang und 1984 Musik aus der Ferne die von Christoph Busse komponiert und getextet wurden. Insgesamt veröffentlichten die beiden in der Zeit von 1982 bis 1987 fünf Alben. Die Nachfolgealben erreichten nicht mehr den gleichen Erfolg wie das Debüt, so dass er mit seiner Frau zeitweise „Die Fledermaus“ betrieb, eine Kneipe in Friedrichstadt.[1]

Im Jahre 1991 feierte Hartz mit Sail away auch international einen großen Erfolg, der es in Deutschland auf über 1,6 Millionen verkaufter Tonträger brachte – nicht zuletzt dank der Verwendung des Songs in der Fernsehwerbung für Beck’s-Bier. Nachdem Hartz sich mit dem Unternehmen zerstritten hatte, beschloss dessen Marketingabteilung, den Song 1995 mit Joe Cocker neu aufzunehmen und diesen fortan in ihren Werbefilmen zu verwenden.[1]

Im Jahr 2000 scheiterte der Versuch, eine große Hallen-Comebacktournee auf die Beine zu stellen. Schon der Kartenvorverkauf für ein Testkonzert im Oktober 2000 im Bonner Brückenforum verlief schleppend. Hartz' letzte Auftritte fanden vor kleinerem Publikum in Club-Atmosphäre statt. Letzter Höhepunkt seiner Karriere waren seine Auftritte als Balladensänger bei den Störtebeker-Festspielen in Ralswiek auf Rügen im Jahr 2002.[2] Im selben Jahr erschien auch Echt HARTZig, sein letztes Album bei seiner letzten Plattenfirma Allmusica Production, Hamburg. Im selben Jahr verstarb Hans Hartz an den Folgen von Lungenkrebs.[1] Hans Hartz ist auf dem Hauptfriedhof in Frankfurt am Main, Gewann XIV 9, begraben.[3]

Trivia[Bearbeiten]

Gedenktafel am Geburtshaus von Hans Hartz

Für drei Folgen der NDR-TV-Serie Schwarz-Rot-Gold wurden die Titel Unser Land, Wenn Millionäre schlafen gehn und Was bleibt sind die Politiker verwendet.

Zu seinem ersten Todestag 2003 veröffentlichte seine Plattenfirma das Album In Memory, das neben seinen großen Hits wie Die weißen Tauben sind müde und Sail away mit Wilde Rosen oder Eiszeit bis dahin unveröffentlichtes Material enthielt. Auch Christoph Busse veröffentlichte anschließend eine CD mit unveröffentlichtem Archivmaterial aus seinem Privatbesitz unter dem Titel Wenn Möwen schrein.

Am 12. Mai 2013 wurde auf Initiative des Freundeskreises Hans Hartz am Gebäude des Jugendaufbauwerkes in der Mühlenstraße 21 in Lunden, dem Geburtshaus von Hans Hartz, eine Gedenktafel enthüllt.[4]

An der Außenwand des Kulturzentrums Husumer Speicher durfte die 30 x 30 Zentimeter große Messingplakette aufgrund eines Vetos der Denkmalbehörde nicht angebracht werden und wurde daher im Flur des 1. Stockes im Gebäudeinnern montiert, wo sie kaum Aufmerksamkeit finden kann.[5]

Diskografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1981: Sturm (Hitsingle: Die weißen Tauben sind müde)
  • 1981: Storm (englische Ausgabe der Sturm CD - nur für den US-Markt)
  • 1982: Gnadenlos (Hitsingle: Nur Steine leben lang)
  • 1983: Morgengrauen (Single: Ich lebe noch)
  • 1984: Neuland Suite (Filmmusik zur gleichnamigen ARD-Produktion; Hitsingle: Musik aus der Ferne...dacapos im Wind)
  • 1986: Frei wie der Wind (Die Balladen)
  • 1987: Verrückt nach Dir
  • 1989: Halt mich fest
  • 1991: Katamaran (gemeinsam mit Bernd Kaczmarek)
  • 1991: Sail away
  • 1993: Nordseewellen sind rauh (Maxi-Single)
  • 1995: Gezeiten der Liebe (Filmmusik zur ZDF-TV-Serie)
  • 1998: Kein Zuhaus
  • 1999: Der Wahnsinn blüht
  • 2002: Echt HARTZig
  • 2003: In Memory

Literatur[Bearbeiten]

  •  Joseph Dehler: Hans Hartz - Auf ein Wort. 1. Auflage. edition bodoni, Berlin 2013, ISBN 978-3940781475.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g http://zeitungen.boyens-medien.de/tageszeitung/dithmarscher-geest/zeitung/artikel/der-joe-cocker-des-nordens.html
  2. Hans Hartz im Gespräch. Künstler erzählt in Songs Geschichten
  3. http://www.frankfurter-hauptfriedhof.de/namen_az.htm
  4. hn: Hans-Hartz-Gedenktafel in Lunden enthüllt. In: Husumer Nachrichten, 17. Mai 2013
  5. Ulrike Lutz-Hötten: Kein Platz für Hans Hartz. In: Husumer Nachrichten, 18. April 2013