Hans Hayn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hans Hayn

Hans Hayn (* 7. August 1896 in Liegnitz; † 30. Juni 1934 in Stadelheim) war ein deutscher Politiker (NSDAP) und SA-Führer.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Nach dem Besuch des Gymnasiums und einer Oberrealschule in Liegnitz absolvierte Hans Hayn von 1911 bis 1914 eine kaufmännische Lehre. Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs im August 1914 meldete er sich als Freiwilliger zum Reserve-Feldartillerie-Regiment 50. 1917 wurde er zum Leutnant der Reserve ernannt. Nach Kriegsende arbeitete Hayn als kaufmännischer Volontär und Angestellter in Breslau und München Gladbach. 1921 beteiligte er sich als Kämpfer des Freikorps Roßbach am „Grenzschutz“ in Oberschlesien (siehe Grenzschutz Ost).

1923 gehörte Hayn zu den Organisatoren des bewaffneten Widerstandes gegen die französische Besetzung des Ruhrgebietes. Zusammen mit Albert Leo Schlageter verübte er Dynamitanschläge auf französische Einrichtungen, wofür der letztere zum Tode verurteilt wurde.[1] Später beteiligte Hayn sich am Küstriner Putsch der Schwarzen Reichswehr. Im Zusammenhang mit einem Fememord verbrachte er schließlich acht Monate im Gefängnis.

Von 1924 bis 1931 war Hayn Inhaber eines „Spezialgeschäftes“. Ende der 1920er Jahre fand er Anschluss an die NSDAP (Mitgliedsnummer 211.251). Als einer der engsten Freunde des nationalsozialistischen Politikers Ernst Röhm machte Hayn Karriere in der Sturmabteilung (SA), der Parteiarmee der NSDAP, der Röhm lange Jahre als Stabschef vorstand. 1931 wurde Hayn Stabschef der von Edmund Heines geführten SA-Obergruppe Schlesien.

Bei den Reichstagswahlen vom Juli 1932 wurde Hayn als nationalsozialistischer Abgeordneter für den Wahlkreis 7 (Breslau) in den Reichstag gewählt. Bei den Wahlen vom November 1932 und März 1933 wurde sein Mandat für diesen Wahlkreis bestätigt. Bei den Wahlen vom November 1933 erhielt Hayn ein Mandat für den Wahlkreis 28 (Bautzen), den er bis zu seinem Tod im Juni 1934 vertreten sollte. Hayns Mandat wurde nach seinem Tod bis zum Ende der Wahlperiode von Karl Götz weitergeführt.

Am 1. Juli 1933 wurde Hayn zum Führer der SA-Gruppe Sachsen ernannt. Nach dem SA-Gruppenführer Manfred von Killinger war er damit der höchste SA-Vertreter des Landes. 1933 lebte Hayn in Dresden, Münchner Straße 3.

Am 30. Juni 1934 wurde Hayn, der Karl Martin Grass zufolge „durch [sein] radikales Auftreten berüchtigt war“,[2] im Rahmen der als Röhm-Putsch bekannt gewordenen politischen Säuberungsaktion der Nationalsozialisten vom Frühsommer 1934 verhaftet und ins Gefängnis Stadelheim in München gebracht. Dort wurde er am Nachmittag auf persönlichen Befehl Hitlers zusammen mit Edmund Heines, Hans Peter von Heydebreck, Wilhelm Schmid, August Schneidhuber und Hans Erwin von Spreti-Weilbach durch ein von Sepp Dietrich zusammengestelltes Exekutionskommando erschossen.

Archivalien[Bearbeiten]

  • Parteikorrespondenz zu Hans Hayn (Bundesarchiv: Bestand PK Film D 332 „Hein, Herbert – Hein, Marianne“, Bilder 983-994)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ernst Genri/ Michael Davidson: Hitler Over Russia? The Coming Fight Between the Fascist and Socialist Armies, 1936, S. 34.
  2. Karl Martin Grass: Edgar Jung, Papenkreis und Röhmkrise 1933-34, 1966, S. 183.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bernhard Sauer: Schwarze Reichswehr und Fememorde. Eine Milieustudie zum Rechtsradikalismus in der Weimarer Republik. Berlin 2004.

Weblinks[Bearbeiten]