Hans Heiling

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Werkdaten
Titel: Hans Heiling
Originalsprache: deutsch
Musik: Heinrich Marschner
Libretto: Eduard Devrient (gleichzeitig Sänger der Titelrolle Hans Heiling in der Uraufführung)
Literarische Vorlage: Hans Heilings Felsen, böhmische Volkssage[1][2]
Uraufführung: 24. Mai 1833
Ort der Uraufführung: Berlin
Spieldauer: ca. 3 Stunden
Ort und Zeit der Handlung: Das böhmische Erzgebirge,
14. Jahrhundert.
Personen
  • Königin der Erdgeister, (Sopran)
  • Hans Heiling, ihr Sohn, (Bariton)
  • Anna, seine Braut, Sopran
  • Gertrud, ihre Mutter, (Alt)
  • Konrad, ein Jäger und Annas Geliebter, (Tenor)
  • Stephan, ein Schmied, (Bass)
  • Niklas, ein Schneider, Tenor
  • Chor
Hans Heiling, Klavierauszug

Hans Heiling ist eine romantische Oper mit gesprochenen Dialogen in drei Akten von Heinrich Marschner nach einem Libretto von Eduard Devrient, der auch die Titelrolle in der Uraufführung sang. Diese erfolgte am 24. Mai 1833 an der Berliner Königlichen Hofoper. Mit diesem Werk erlangte Marschner seinen Ruf als einer der wichtigsten Opernkomponisten seiner Zeit, doch seine Stellung als Hofkapellmeister in Hannover vermochte er damit nicht zu verbessern. Wie in Marschners Der Vampyr sind in Hans Heiling überirdische Elemente und Effekte im Spiel.

Handlung[Bearbeiten]

Prolog[Bearbeiten]

Nachdem Hans Heiling sich in die Sterbliche Anna verliebt hat, plant er, das Unterweltreich der Erdgeister zu verlassen, um sie zu heiraten. Die Versuche seiner Mutter, ihn zum Bleiben zu überreden, beachtet er nicht. Er nimmt sich einige Juwelen und ein magisches Buch, das ihm erlaubt, Macht über die Untertanen der Unterwelt zu gewinnen.

Erster Akt[Bearbeiten]

Szene 1: Heiling steigt zur Erde auf, um seine zukünftige Braut zu suchen. Er findet Anna und ihre Mutter, die Anna ermutigt, die Werbung des reichen Fremden anzunehmen. In einem unbeobachteten Moment schaut Anna in sein Buch, das sie sofort mit Schrecken erfüllt. Heiling verbrennt das Buch auf ihre Forderung hin und begleitet Anna widerstrebend zu einem Dorffest.

Szene 2: Viele Leute trinken, tanzen und singen in einer Kneipe. Stephan und Niklas treffen sich mit Konrad, der Anna seit langem geliebt hat. Anna und Heiling kommen dazu, und Konrad bittet Anna um einen Tanz. Heiling erhebt wütenden Einspruch, den Anna aber nicht beachtet. Sie erinnert Heiling daran, dass sie noch nicht verheiratet sind, und verlässt die Szene mit Konrad.

Zweiter Akt[Bearbeiten]

Szene 1: Anna läuft durch einen Wald auf ihrem Weg nach Hause. Es wird ihr klar, dass sie Konrad liebt, aber sie ist immer noch mit Heiling verlobt. Plötzlich erscheint die Königin und bittet das Mädchen, ihren Sohn freizugeben, der kein Mensch ist, sondern ein Prinz der Unterwelt. Anna fällt in Ohnmacht. Konrad entdeckt sie und bringt sie nach Hause.

Szene 2: Heiling besucht Anna in ihrem Haus und bietet ihr Juwelen an, um sie für sich zu gewinnen. Anna gibt ihm diese aber zurück, sie kennt jetzt deren Ursprung. In einem Wutanfall sticht Heiling Konrad nieder und rennt weg.

Dritter Akt[Bearbeiten]

Szene 1: Heiling kehrt zu den Erdgeistern zurück. Er ruft seine früheren Untertanen zusammen, nur um erneut zu erfahren, dass er ohne sein Buch seine Macht über sie verloren hat. Dann hört er, dass Konrad nicht tot ist und am nächsten Tag Anna heiraten soll. In seiner Verzweiflung wirft er sich zu Boden. Als sie sehen, dass Heiling so viel verloren hat, schwören ihm seine Untertanen erneut die Treue. In Gedanken bei der Nachricht von der bevorstehenden Hochzeit kehrt er in die Oberwelt zurück, um mit seinen neugefundenen Kräften Rache zu nehmen.

Szene 2: Konrad und Anna heiraten in einer Waldkapelle. Heiling nähert sich und greift sich Annas Hand. Anna bittet um Gnade. Konrad stürmt seiner Frau zur Hilfe, aber sein Messer bricht, als er auf Heiling einsticht. Heiling beschwört die Erdgeister, um alle Leute zu töten, aber in dem Moment erscheint die Königin. Sie überredet Heiling, sich zu versöhnen, und sie kehren dann in die Unterwelt zurück.

Musik[Bearbeiten]

Hans Heiling ist eine zentrale Oper der Epoche zwischen Carl Maria von Weber und Richard Wagner. Ihre Struktur ist höchst originell. Die Ouvertüre zum ersten Akt eröffnet nicht wie üblich die Oper. Stattdessen gibt es einen Prolog vor der Ouvertüre, die nach dem Fallen des Vorhanges anfängt und während eines Szenenwechsels gespielt wird.

Heilings Arie aus dem ersten Akt (An jenem Tag) wird sowohl in Deutschland als auch im Ausland noch aufgenommen und in Konzerten aufgeführt. Sie wird allgemein als das Schmuckstück dieser Oper angesehen. Auch die Arie der Königin (O bleib bei mir), das Finale des ersten Aktes, Annas Szene und Arie (Einst war so tiefer Friede mir in meinem Herzen), Konrad und Annas Duett (Ha! dieses Wort) und Heilings Beschwörung (Herauf) sind beachtenswert.

Literarische Vorlage[Bearbeiten]

Im 18. Jahrhundert deutete man die Felsformationen der Hans-Heiling-Felsen an der Eger als versteinerte Zwergenhochzeit und nannte auch den Namen des Hans Heiling. Dies geht aus der Einleitung des Ritterromans Hans Heiling von Christian Heinrich Spieß 1798 hervor. Die von ihm und Theodor Körner gewählte erzählerische Ausgestaltung des Stoffs als böhmische Volkssage zu bezeichnen, ist irreführend, da offenbleiben muss, was der literarischen Imagination von Spieß und Körner zu verdanken ist. Die Brüder Grimm reduzierten Körners Erzählung auf einen angeblichen Sagenkern.

Besetzung der Uraufführung[Bearbeiten]

Besetzung 1833
Königin der Erdgeister Maria Theresia Lehmann-Löw
Hans Heiling Eduard Devrient
Anna Caroline Grünbaum
Gertrud Henriette Valentini
Konrad Karl Adam Bader
Stephan ?
Niklas Gustav Becker

Wissenswertes[Bearbeiten]

Ursprünglich war die Oper auf den Sänger Traugott Gey zugeschnitten. Da aber dieser Engagement in Hannover hatte und die Uraufführung in Berlin stattfand, war dieser verhindert.[3][4]

Diskografie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Viking Opera Guide ed. Holden (Viking, 1993)
  • Booklet from Dynamic 33467 DVD

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Hans Heilings Felsen – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 'Hans Heilings Felsen. In: Jacob und Wilhelm Grimm: Deutsche Sagen'. Bei: Zeno.org.
  2. Theodor Körner: Hans Heilings Felsen. In: Projekt Gutenberg-DE.
  3. Ludwig Eisenberg: Großes biographisches Lexikon der Deutschen Bühne im XIX. Jahrhundert. Verlag von Paul List, Leipzig 1903, S. 324, (Digitalisat).
  4. Traugott Gey bei operissimo.com