Hans Herloff Inhoffen

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Hans Herloff Inhoffen (* 9. März 1906 in Döhren bei Hannover; † 31. Dezember 1992 in Konstanz) war ein deutscher Chemiker.

Leben[Bearbeiten]

Inhoffen studierte in Berlin, Bonn und London und wurde 1931 in Berlin promoviert. Anschließend arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent für Adolf Windaus in Göttingen. Dort arbeitete er über Ergosterin. Nach einer Tätigkeit am Courtland-Institute of Biochemistry in London war er von 1936 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges stellvertretender Leiter des wissenschaftlichen Hauptlaboratoriums von Schering, wo er sich intensiv mit der Strukturaufklärung und Synthese von Sexualhormonen beschäftigte. Hier entwickelte er gemeinsam mit Walter Hohlweg 1938 das bis heute oral wirksamste Estrogen, das Ethinylestradiol.[1]

Inhoffen war Mitglied der Sturmabteilung (SA) der NSDAP.[2] Über seine innere Einstellung zum Nationalsozialismus ist wenig bekannt. Die Einschätzungen reichen von „geheimer Gegner des Nationalsozialismus“[3] bis zu „kleiner Nazi“[4].

Er habilitierte sich 1943 in Göttingen und wurde zunächst Dozent an der Universität Marburg und 1946 Direktor des Physiologisch-Chemischen Instituts. 1947 wurde er Professor für Organische Chemie an die Technische Hochschule Braunschweig und Direktor des Instituts für Organische Chemie. Dort lehrte er bis 1979; von 1947 bis 1950 war er Rektor der TH Braunschweig.

1965 gründete er das Institut für Molekulare Biologie, Biochemie und Biophysik in Braunschweig, das heutige Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, und war bis 1970 dessen Direktor.

1959 gelang ihm in Braunschweig die Totalsynthese von Vitamin D 3 und 1950 des \beta-Carotins. Ab 1966 befasste er sich mit Photosynthese. Ihm gelang die Partialsynthese von Chlorophyll b.

1973 erhielt er das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.[5] Nach ihm sind der Hans-Herloff-Inhoffen-Preis, die Inhoffen-Medaille und die Inhoffen-Vorlesung des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung benannt.[6]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. bayerpharma.com: Meilensteine der Firmengeschichte
  2. Arbeitskreis Andere Geschichte e.V. (Hrsg.): Braunschweiger Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts: Kurzbiografien. Döring Dr., Braunschweig 2012.
  3. Peter Inhoffen: Hans Herloff Inhoffen mein Vater - Wissenschaftler in einer schweren Zeit (PDF; 13 kB); Vortrag beim Ignaz-Lieben-Symposium 2008 der Ignaz-Lieben-Gesellschaft, Wien.
  4. This Man's Pill: Reflections on the 50th Birthday of the Pill, Carl Djerassi, Seite 49
  5. Bekanntgabe von Verleihungen des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. In: Bundesanzeiger. Jg. 25, Nr. 190, 9. Oktober 1973.
  6. helmholtz-hzi.de: Inhoffen Vorlesung. Mit Biografie.