Hans Hermann Adler

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Hans Hermann Adler (* 7. April 1891 in Eger; † 29. März 1956 in Wallerstein) war Zeitungswissenschaftler und Professor an der Universität Heidelberg.

Leben[Bearbeiten]

Adler war Absolvent des humanistischen Gymnasiums in Eger, dem heutigen Cheb in Westböhmen. Nach einem Studium der Altphilologie und Geschichte an den Universitäten Prag, Innsbruck und Berlin erfolgte die Promotion zum Doktor der Philosophie an der Universität Graz. Er wurde Volontär bei der J. C. Hinrich' schen Verlagsbuchhandlung in Leipzig, Journalist und Theaterkritiker und war Redakteur der Schlesischen Zeitung in Breslau und der Oderzeitung in Frankfurt an der Oder. 1932 erhielt er einen durch den Verein Deutscher Zeitungsverleger dotierten Lehrauftrag für Zeitungskunde an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. 1933 nach der Entlassung von Hans von Eckardt übernahm er, zum Honorarprofessor ernannt, die Leitung des Institutes für Zeitungswissenschaften, erhielt das Prüfungsrecht für die Philosophische und die Staats- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Heidelberg, wurde Direktor des Dolmetscher-Institutes und war 1941 bis 1945 planmässiger Professor. Während dieser Zeit war er Mitglied des Redaktion des "Handbuchs für Zeitungswissenschaften" und veröffentlichte dort auch einige Artikel. Adler war Mitwirkender an der NS-Zeitschrift "Auslandsdeutsche Volksforschung" des Nationalsozialisten Hans Joachim Beyer.

Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte er in Wallerstein im Nördlinger Ries in Bayern und förderte die Egerländer Gmoi, eine Vereinigung von Landsleuten aus dem Egerland.

Herkunft[Bearbeiten]

Seine Herkunftsfamilie Adler war eines der alten bürgerlichen Geschlechter des Egerlandes, welches seit dem Jahr 1392 (Klauensteuerbücher der Stadt Eger) auf dem Ministerialensitz Treunitz (Drenice, Trejnice), 4 km östlich von Eger (Cheb) als ansässig nachweisbar ist. Die Egerländer Adler sind mit großer Wahrscheinlichkeit Nachkommen des alten böhmischen Adelsgeschlecht der Adlar aus der Sippe der Janovice, welches nach der Stammburg Janowitz an der Angel (Janovice nad Uhlavou), 4 km südwestlich von Klattau (Klatovy) im Böhmerwald seinen Namen führt und seine Abstammung von einem comes Johannes herleitet.[1] Die Janovice mit ihren Nachkommenslinien, ehemals historisch bedeutsam, führten im Stammwappen einen Adler, belegt mit einem waagerechten Halbmond mit Kleeblattspitzen.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Handbuch der Zeitungswissenschaften, Leipzig, 1940 Anton Hiersemann Verlag
  • Heimatkreis Eger – Geschichte einer deutschen Landschaft in Dokumentation und Erinnerungen, Amberg in der Oberpfalz, 1981 Seite 554
  • Josef Weinmann: Egerländer Biographisches Lexikon mit ausgewählten Personen aus dem ehemaligen Regierungs-Bezirk Eger, Seite 44, Männedorf / ZH 1985, ISBN 3-922808-12-3
  • Albrecht Ackermann: Das Institut für Zeitungswesen ( Zeitungswissenschaft ) an der Universität Heidelberg 1927 – 1945, in: Rüdiger vom Bruch / Otto B. Roegele: Von der Zeitungskunde zur Publizistik - Biographisch-institutionelle Stationen der deutschen Zeitungswissenschaften in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, Frankfurt am Mai, Haag & Herchen, 1986.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1224 in Codex diplomaticus et epistolaris regni Bohemiae
  2. Roman von Prochazka: Genealogisches Handbuch erloschener böhmischer Herrenstandsfamilien. Neustadt an der Aisch 1973, Seite 364 bei der Stammfolge der Zdiardky von Zdiar