Hans Jüttner

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Hans Jüttner, 1944

Hans Jüttner (* 2. März 1894 in Schmiegel, Provinz Posen; † 24. Mai 1965 in Bad Tölz) war Chef des SS-Führungshauptamtes, SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS. Vom 21. Juli 1944 bis April 1945 war Jüttner Chef des Ersatzheeres.

Leben[Bearbeiten]

Nach dem Besuch des Gymnasiums begann Hans Jüttner, jüngerer Bruder von Max Jüttner,[1] zunächst eine Banklehre. Danach meldete er sich bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs aber als Freiwilliger und trat in das Deutsche Heer ein. Bereits 1915 zum Leutnant befördert, wurde er 1920 als Oberleutnant im Zuge der Verringerung der Streitkräfte aus dem Heer entlassen. Danach war er als Freikorpskämpfer kurzzeitig tätig und arbeitete anschließend als Kaufmann. 1928 machte er sich in diesem Beruf selbstständig.

Im Jahre 1931 trat er der NSDAP (Mitgliedsnr. 541.163) sowie der SA bei. 1933 wurde Jüttner Universitätssportlehrer in Breslau und mit der Führung des dortigen SA-Hochschulamtes beauftragt. 1934 wurde er zusätzlich Leiter des SA-Ausbildungswesens in München.

Im Mai 1935 wechselte er zur SS-Verfügungstruppe (SS-VT), der späteren Waffen-SS (SS-Nr. 264.497). Er wurde am 1. September 1936 zum SS-Sturmbannführer befördert und zur Inspektionsabteilung der SS-Verfügungstruppen nach Berlin versetzt. Bereits 1939 war Jüttner Inspekteur der Ersatztruppen der SS-VT-Division. Ab Anfang 1940 leitete er das Kommandoamt der SS-Verfügungstruppen.

Im Sommer desselben Jahres wurde Jüttner zum Stabschef des neugeschaffenen SS-Führungshauptamtes befördert, das für die organisatorische und verwaltungsmäßige Führung der Waffen-SS verantwortlich war. Am 20. April 1941 wurde er zum SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS und schließlich am 21. Juli 1943 zum SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS befördert. Seinen Karrierehöhepunkt erreichte er am 30. Januar 1943, als er zum Leiter des SS-Führungshauptamtes ernannt wurde.

Ab 21. Juli 1944 war Jüttner als Chef des Ersatzheeres der Stellvertreter Himmlers in dessen Funktion als „Chef der Heeresrüstung und Befehlshaber des Ersatzheers“. Jüttner war mitverantwortlich für die Errichtung von zahlreichen Kriegsgefangenenlagern, in denen vor allem sowjetische Kriegsgefangene interniert wurden.

Nachkriegszeit[Bearbeiten]

Am 17. Mai 1945 wurde Jüttner von britischen Behörden verhaftet und 1948 in einem Spruchkammerverfahren zu zehn Jahren Arbeitslager verurteilt. In einem Revisionsverfahren 1949 wurde die Strafe auf vier Jahre herabgesetzt.

Um 1960 war er in Bayern ansässig und Inhaber eines Sanatoriums in Bad Tölz, Herderstraße.[2]

Jüttner gründete die HIAG-Kameradschaft Bad Tölz mit. Bei seiner Beerdigung im Mai 1965 erschienen mehrere HIAG-Kameradschaften, der Bundessprecher der HIAG Karl Cerff legte im Namen von Paul Hausser und dem HIAG-Bundesvorstand einen Kranz nieder. Daneben sprach der Bundesverteidigungsminister Kai-Uwe von Hassel.[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Hermann Weiß (Hrsg.): Biographisches Lexikon zum Dritten Reich. S. Fischer-Verlag, Frankfurt am Main 1998, ISBN 3-10-091052-4., S. 249.
  2. The Nizkor Project Aussage (1961) von Hans Jüttner im Verfahren gegen Adolf Eichmann
  3. Abschied von einem großen Soldaten. In: Der Freiwillige Juni 1965, S. 21-23
  4. a b c d e Klaus D. Patzwall: Die Ritterkreuzträger des Kriegsverdienstkreuzes 1942–1945. Militaria-Archiv Patzwall, Hamburg 1984, S. 209
  5. Klaus D. Patzwall: Die Ritterkreuzträger des Kriegsverdienstkreuzes 1942–1945. Militaria-Archiv Patzwall, Hamburg 1984, S. 208