Hans Müller (Bauernkrieg)

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Hans Müller, genannt von Bulgenbach, (* im 15. Jahrhundert; † 12. August 1525 in Laufenburg) war ein Bauernführer im Deutschen Bauernkrieg.

Leben[Bearbeiten]

Hans Müller von Bulgenbach nach einem Stich

Das genaue Geburtsjahr von Hans Müller ist unbekannt, es ist vermutlich in die Zeit zwischen 1485 und 1495 zu datieren; als Geburtsort gilt Bulgenbach, heute ein Ortsteil von Grafenhausen unweit des Schluchsees. Zunächst hatte Müller in kaiserlichen Diensten gestanden und in Frankreich gekämpft. Als sich in seiner Heimat, der Stühlinger Landgrafschaft, 1524 die Bauern erhoben, wählten sie den kriegserfahrenen und offenbar auch rhetorisch begabten Müller im Juni zu ihrem Hauptmann. Im Oktober begann er, mit seinem bald 3500 Mann starken Haufen, den südlichen Schwarzwald Richtung Furtwangen zu durchziehen, wobei sich schnell zahlreiche Bauern anschlossen und sich der ursprünglich rein lokale Aufruhr binnen weniger Wochen zu einem überregionalen Flächenbrand ausweitete. Bei Donaueschingen erlitt er mit den Brigachtaler Haufen am 14. Dezember eine erste Niederlage gegen einen 2000 Mann starken Verband der Adligen, die allerdings der Ausbreitung des Aufstands kaum einen Abbruch tun konnte, zumal Müller die Flucht gelang. Bald war auch das Kloster St. Blasien und das Schloss Gutenburg (Hochrhein) in der Hand der Bauern. Das gesamte nördliche Vorland des Bodensees war in Aufruhr und im Februar und März 1525 bildeten sich drei Heerhaufen, der Seehaufe, der Baltringer Haufe und der Allgäuer Haufe; Müller übernahm dabei das Kommando über rund 12.000 Bauernkämpfer. Im März sah noch alles nach einem erfolgreichen Sturmlauf der Bauern aus, die in den Zwölf Artikeln nun auch ein politisches Programm vorlegten. Doch bereits im April zeigte sich mit der Niederlage bei Laupheim, wie gefährdet die Bewegung war, die sich ungeachtet dessen nordwärts nach Württemberg und Franken ausdehnte. Am 23. Mai gelang es unterdessen Müller mit seinem Haufen, die Stadt Freiburg im Breisgau einzunehmen, wo der Stadtrat genötigt wurde, der so genannten „christlichen Vereinigung“ der Bauern beizutreten. Dieser Erfolg konnte aber kaum darüber hinwegtäuschen, dass der Siegeszug sich längst seinem Ende zuneigte. Bereits in den Tagen zuvor waren die Bauern bei Böblingen in Württemberg und bei Frankenhausen in Thüringen entscheidend geschlagen worden und auch für die Truppen im südlichen Schwarzwald wurde die Lage zunehmend schwieriger. Müller versuchte, mit seinem Haufen Radolfzell einzunehmen, musste die Belagerung aber angesichts schwindender Unterstützung abbrechen. Am 1. Juli wurden Müllers Truppen in der Schlacht bei Grießen, heute ein Ortsteil von Klettgau, vernichtend geschlagen. Erneut konnte Müller entkommen und verbarg sich auf dem Hohentwiel. Wenig später wurde Müller allerdings im habsburgischen Laufenburg gefangengenommen, dort eingekerkert, gefoltert und schließlich im August, wohl am 12., mit dem Schwert enthauptet.

Der 1993 erschienene Roman „Hans Müller aus Bulgenbach“ von Günter Koppenhöfer zeichnet Müllers Lebensgeschichte in freier Nachdichtung nach.

Das Kurzschwert des Volkshelden soll ehemals der Dichter, Sammler und Heimatforscher Ferdinand Hasenfratz in einer eisenbeschlagenen Truhe auf rotem Tuch umgeben von Schneckenhäuschen (diese symbolisieren den Anfang des Bauernaufstandes) aufbewahrt haben.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]