Hans Nielsen Hauge

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Porträt des Hans Nielsen Hauge um 1800

Hans Nielsen Hauge (* 3. April 1771 in Tune, Østfold, nahe Fredrikstad, Norwegen; † 29. März 1824 bei Oslo) war ein norwegischer Laienprediger und Stifter der Haugianer, einer neuevangelischen Bewegung.

Leben[Bearbeiten]

Hans Nielsen Hauge war ein Bauernjunge aus Rolvsøy in Fredrikstad und späterer Laienprediger, der den norwegischen Pietismus bis heute geprägt hat. Zusammen mit 10 Geschwistern wuchs er in einem christlichen Heim auf, in welchem sich unter anderem Der kleine Katechismus von Martin Luther und weitere Schriften von lutherischen Pietisten befanden. Nach seiner Erweckung am 5. April 1796 begann er als Wanderprediger durch Norwegen zu ziehen. Er durchwanderte in den Jahren 1797 bis 1804 fast ganz Norwegen und auch Dänemark zu Fuß. Auf den Höfen, wo ihm Einlass geboten wurde, half er etwas mit und sammelte die Hofbewohner und Nachbarn anschließend zur Andacht (sog. Konventikeln).

Die 1741 von König Christian VI. erlassene Konventikel-Verordnung - das sogenannte Konventikel-Plakat - untersagt derartige Zusammenkünfte. Deshalb geriet Hauge in Konflikt mit dem Kirchenregiment und den Behörden. Er wurde mehrmals verhaftet und 1804 in einem Gefängnis festgesetzt, aus dem er erst 1811 gegen eine Strafzahlung von 1000 Reichstalern wieder freigelassen wurde. Danach unterließ er das Reisen, wurde jedoch im Jahr 1813 zu zweijähriger Sklaverei verurteilt. Hauge starb 1824, im Alter von 53 Jahren, auf seinem Gut Bredtvedt in Groruddalen bei Oslo. In seinen 18 Jahren als Prediger außerhalb der Gefängnismauern, hat er 33 Bücher herausgegeben.

Seine Grundlehren bewegten sich in der herkömmlichen pietistischen Vorstellungssphäre. Die durch ihn ins Leben gerufene Bewegung der Haugianer verbreitete sich innerhalb der lutherischen Kirchen in Norwegen und Dänemark, schwerpunktmäßig in ländlichen Regionen und den ärmeren sozialen Schichten.

Gedenktag[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Anton Christian Bang: Hans Nielsen Hauge og hans Samtid. 3. Aufl., Kristiania & Kjøbenhavn: Gyldendal, 1910.
  • Jacob Breda Bull: Hans Nielsen Hauge: Die Geschichte d. sonderbaren Mannes, der d. Erwecker Norwegens wurde. (Bearb. Übers. aus d. Norweg. von Pauline Klaiber-Gottschau). R. Brockhaus, Wuppertal 1963.
  • Dag Kullerud: Hans Nielsen Hauge: mannen som vekket Norge. Aschehoug: Forum, 1996. ISBN 82-03-29073-6.
  • Alv Johan Magnus: Veirydder med gnagsår. Hans Nielsen Hauge og vekkelsen som foradret Norge. 1996
  • Einar Molland: Norges kirkehistorie i det 19. århundre. 1979
  • Sigbjørn Ravnåsen: Ånd og hånd. Hans Nielsens Hauges etikk for ledelse og arbeidsliv. Luthers forlag, 2002. ISBN 978-82-5314-438-2
  • Øystein Rian: «Hans Nielsen Hauge» i For Norge kjempers fødeland. Samlaget, 2007. ISBN 978-82-5216-691-0
  • Steinar Thorvaldsen: A Prophet Behind the Plough. Hans Nielsen Hauge and his Ministry., Eureka Digital, 2010. ISBN 978-82-7389-210-2 (PDF, 636 kB)
  • Viggo Ullmann: «Hans Nielsen Hauge» i Nordmænd i Det 19de Aarhundrede b. 1. 1914
  • Emil Weber: Hans Nielsen Hauge. In: Heinz Kruppke (Hg.): Werke des Glaubens. Evangelische Verlagsanstalt, Berlin 1963, S. 129-137.
  • Friedrich Wilhelm Bautz: Hauge, Hans Nielsen. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 2, Bautz, Hamm 1990, ISBN 3-88309-032-8, Sp. 595–601.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hans Nielsen Hauge im Ökumenischen Heiligenlexikon

Weblinks[Bearbeiten]