Hans Röckle und der Teufel

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Filmdaten
Originaltitel Hans Röckle und der Teufel
Produktionsland DDR
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1974
Länge 78 Minuten
Altersfreigabe FSK 0
Stab
Regie Hans Kratzert
Drehbuch Gudrun Deubener
Produktion DEFA, Arbeitsgruppe „Berlin“
Musik Günther Fischer
Kamera Wolfgang Braumann
Schnitt Bärbel Weigel
Besetzung

Hans Röckle und der Teufel ist ein deutscher Märchenfilm der DEFA von Hans Kratzert aus dem Jahr 1974. Er entstand nach der Erzählung Meister Hans Röckle und Mister Flammfuß von Ilse Korn und Vilmos Korn.

Handlung[Bearbeiten]

Am Anfang kehrt Puppenspieler und Erfinder Hans Röckle von einer Reise zurück. Er erhält Besuch vom Teufel Flammfuß persönlich. Der will mit ihm einen Vertrag abschließen, mit dem er die Seele des intelligenten Röckle zu gewinnen hofft. Röckle erhält dafür von ihm Zauberkraft. Er darf jedoch jedes Ding nur einmal schaffen, sich kein Geld wünschen und muss sich regelmäßig neue Dinge wünschen. Sobald er sich innerhalb von siebenmal sieben Stunden nichts Neues gewünscht hat, gehört er dem Teufel. Dieser wiederum bedingt sich kurz vor der Vertragsunterzeichnung einen weiteren Aspekt aus: Er will sich hin und wieder gewünschte Dinge Röckles für seine resolute Großmutter, die Ellermutter, mitnehmen dürfen. Röckle unterzeichnet den Vertrag.

Er wünscht sich nichts für sich, sondern will seiner Umwelt Gutes tun. Für die mittellose Weißnäherin Luisa wünscht er sich einen Nähkasten, der mit einem Zauberspruch von selbst Kleidung näht. Für ihren Freund Jacob zaubert er eine Flöte herbei, die beim Spielen den Regen bringt.

Luisa sorgt bald mit ihren neuen Kleidungsstücken für Aufsehen und wird als Näherin im Dorf gefragt. Auch der Teufel kommt bald hinter Luisas Geheimnis und nimmt den Kasten für seine Mutter an sich, wie es der Vertrag erlaubt. In der Hölle wiederum weiß er den Nähkasten zwar mit einem Zauberspruch zu aktivieren, kennt jedoch nicht Röckles Spruch, dem Nähen Einhalt zu gebieten. Schon bald quillt die Hölle über vor Stoffen, die unaufhörlich aus dem Nähkasten kommen und der Teufel zaubert den Nähkasten wieder zu Hans Röckle zurück. Doch auch Luisa bringt der Nähkasten mit der Dauer kein Glück. Da sie schneller Weißzeug näht als alle anderen, denkt ihr Dienstherr Reichenbach, dass das Pensum zu niedrig und die Preise für die Wäsche zu hoch seien. Er will nun allen Näherinnen weniger Geld bezahlen.

Jacob wiederum zieht mit seiner Flöte in die Dörfer und flötet Regen für die vertrocknenden Felder herbei. Obwohl die Ernte nun reifen wird, gerät auch er in Schwierigkeiten, will der reiche Landbesitzer doch die Flöte von ihm erwerben, um in Zukunft nur noch seine Felder beregnen zu lassen. Als Jacob ihm die Flöte verweigert, wird ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt, das mehrere Bauern gut gebrauchen könnten. Auch der Teufel will die Flöte als Geschenk für seine Großmutter, kann jedoch nach dem Raub nicht mit ihr umgehen. Während ein Ton den Regen bringt, bringt ein anderer Sturm und ein verschlossenes drittes Unwetter. Der Teufel, der hinter dem verschlossenen Loch den „Geldregen“ vermutet, öffnet es und verursacht in der Hölle ein Unwetter, das sogar das Höllenfeuer zum Erlöschen bringt. Frustriert schickt er die Flöte zu Hans Röckle zurück.

Der hat gesehen, dass seine Wünsche seiner Umwelt eher Leid zugefügt haben, und sich daher seit geraumer Zeit nichts mehr gewünscht. Der Teufel frohlockt, ist Röckle doch nun laut Vertrag sein. Röckle wiederum schafft sich Siebenmeilenstiefel an und reißt vor dem Teufel aus, der ihn jedoch durch Erpressung zurück in sein Haus beordert. Er nimmt die Siebenmeilenstiefel an sich. Der Zauberspruch, den der Teufel kennt, bezieht sich jedoch nicht auf das Ziel, sondern auf das Zurückholen des Stiefelträgers an seinen Ursprungsort. Der Teufel rennt nun rückwärts zurück zur Hölle, doch gelingt es ihm, die Stiefel an Röckle zurückzuschicken. Entnervt zerreißt der Teufel den Vertrag mit Hans Röckle. Dieser wiederum ist bereits mit seinem kleinen Theaterwagen, Luisa und Jacob unterwegs zum nächsten Dorf, um dort seine Vorstellungen zu geben und, wie er sagt, das Land Morgen und Übermorgen zu suchen. Die Siebenmeilenstiefel holen schließlich den Wagen ein, und Röckle weiß, dass er den Wettstreit mit dem Teufel gewonnen hat.

Produktion[Bearbeiten]

Die Teufelsmauer im Harzvorland, ein Drehort des Films

Hans Röckle und der Teufel beruht auf einer Erzählung von Ilse und Vilmos Korn: „Genau genommen ist diese Märchenadaption die erste Verfilmung eines Werkes von Karl Marx, der sich die Geschichte ausdachte, die Ilse und Vilmos Korn schließlich zu einem Buch formten.“[1]

Der Film wurde in Quedlinburg, Wernigerode, Heimburg und auf der Roseburg gedreht. Zudem entstanden einzelne Szenen an der sogenannten „Teufelsmauer“. Der Film feierte am 8. Juli 1974 im Zentralen Pionierlager Schwerin seine Premiere.

Kritik[Bearbeiten]

Die Kritik lobte das „pädagogische Einfühlungsvermögen“ des Regisseurs, der die Fabel Gut gegen Böse nicht vordergründig werden ließ,[2] und hob die filmischen Tricks sowie die glanzvolle Besetzung hervor.[3]

Renate Holland-Moritz kritisierte den Film als langweilig und betulich.[4]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  F.-B. Habel: Das große Lexikon der DEFA-Spielfilme. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2000, ISBN 3-89602-349-7, S. 231.
  2. a.K. In: Mitteldeutsche Neuste Nachrichten, 16. Juli 1974.
  3. Hans Dieter Tok. In: Wochenpost, Nr. 30, 1974.
  4. Renate Holland-Moritz: Kinderkino-Eule. In: Eulenspiegel, Nr. 35, 1974.