Hans Röttiger

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Hans Röttiger (* 16. April 1896 in Hamburg; † 15. April 1960 in Bonn) war ein Generalleutnant des Heeres der Bundeswehr und diente als erster Inspekteur des Heeres.

Hans Röttiger (Mitte)

Militärische Laufbahn[Bearbeiten]

1914 trat Röttiger in den Dienst der Artillerietruppe der Preußischen Armee und diente ab 1915 als Leutnant im Lauenburgischen Fußartillerie-Regiment Nr. 20. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde er in die Reichswehr übernommen und ab 1925 als Oberleutnant in verschiedenen Verwendungen, darunter als Batterieoffizier, Abteilungsadjutant und Batteriechef eingesetzt.

Nachdem Röttiger die getarnte Generalstabsausbildung, wegen der Bestimmungen des Versailler Vertrages Führergehilfenausbildung genannt, absolviert hatte, wurde er ab 1931 als Hauptmann Kompaniechef in der Kraftfahrtruppe. Anschließend folgte die Verwendung im Generalstab des Heeres.

Zum Beginn des Zweiten Weltkrieges war Röttiger Oberstleutnant und diente als Erster Generalstabsoffizier (Ia) des VI. Armeekorps. Im Zuge des Westfeldzuges wurde er 1940 zum neuaufgestellten XXXXI. Armeekorps versetzt und diente dort als Chef des Stabes. In dieser Verwendung wurde er im Januar 1941 zum Oberst befördert. Während des Russlandfeldzuges wurde Röttiger im Januar 1942 zum Chef des Generalstabes der 4. Panzerarmee ernannt und wenig später zum Generalmajor befördert. Ab April 1942 übte er die gleiche Funktion bei der 4. Armee aus. Anschließend diente er ab Juli 1943 als Chef des Generalstabes der Heeresgruppe A in Russland unter Generalfeldmarschall Ewald von Kleist und ab Juni 1944 in gleicher Funktion bei der Heeresgruppe C in Italien unter Generalfeldmarschall Albert Kesselring. Am 30. Januar 1945 wurde er zum General der Panzertruppe befördert. Bei Ende des Krieges geriet er bis 1948 in britische und US-amerikanische Kriegsgefangenschaft.

1950 war er Teilnehmer an der Tagung zur deutschen Wiederbewaffnung im Kloster Himmerod und arbeitete dort an der Himmeroder Denkschrift mit. Ein Jahr nach Gründung der Bundeswehr wurde Röttiger 1956 als Generalleutnant und Mitglied des militärischen Führungsrates wiedereingestellt. Am 21. September 1957 übernahm er als Erster das Amt des Inspekteurs des Heeres und war so maßgeblich am Aufbau des neuen deutschen Heeres beteiligt. Am 15. April 1960 verstarb Röttiger im Amt. Begraben ist er auf dem Friedhof Ohlsdorf in Hamburg.[1]

Die Röttiger-Kaserne in Hamburg-Neugraben-Fischbek trug seinen Namen.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hermann Büschleb: Hans Röttiger - Baumeister des Heeres, in: Europäische Wehrkunde 2 (1980), S.83–88.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Grabstätten bekannter Persönlichkeiten (über Suchfunktion)
  2. a b Rangliste des Deutschen Reichsheeres, Mittler & Sohn Verlag, Berlin 1930, S.157
  3. Klaus D. Patzwall und Veit Scherzer: Das Deutsche Kreuz 1941-1945, Geschichte und Inhaber Band II, Verlag Klaus D. Patzwall, Norderstedt 2001, ISBN 3-931533-45-X, S.388