Hans Rudolf Beierlein

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Hans R. Beierlein)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Hans Rudolf Beierlein (* 19. April 1929 in Nürnberg) ist ein deutscher Journalist, Medienmanager und Musikverleger.

Anfänge[Bearbeiten]

Hans R. Beierlein wuchs als Sohn eines kaufmännischen Angestellten bei MAN in Nürnberg auf, wo seine Familie auch ausgebombt wurde[1]. Er verließ 1948 die Dürer-Oberrealschule nach dreimaligen Wiederholungen ohne Abitur und arbeitete als Reporter. 1949-51 war er Redaktionsleiter Nürnberg der Münchener Abendzeitung. Danach schrieb er, nun in München, Filmkritiken und ein tägliches Filmtagebuch für die Abendzeitung. Dies fiel zusammen mit der Konzentration der deutschen Filmindustrie in Geiselgasteig. Beierlein schrieb unter Pseudonymen auch für den SPIEGEL und den Stern. 1958 koordinierte er die Film- und Fernsehinteressen der Plattenfirma Deutsche Grammophon. 1959 gründete er den Musikmarkt, die erste deutsche Musikfachzeitschrift.

Medienmanager und Rechtehandel[Bearbeiten]

1959 gründete er als Musikverleger die Edition Montana. Er kooperierte mit Filmproduzenten wie Josef von Ferenczy[2], Artur Brauner und Kurt Ulrich. Seit 1963 arbeitete er mit Udo Jürgens zusammen, der in der Folge seine Fähigkeiten als Komponist und Chansonnier entwickelte. Beierlein förderte das französische Chanson auf dem deutschen Markt (Françoise Hardy, Gilbert Bécaud, Charles Aznavour, auch Johnny Halliday, Michel Sardou, Alexandra und Adamo). 1972 erwarb er in Paris für 12.500 US-Dollar die Rechte an der Internationalen für die Bundesrepublik Deutschland, aber auch für die DDR, die bis 1989 an ihn zahlte.

1985 schloss er einen Vertrag mit dem DFB über Fußballübertragungsrechte (5 Jahre) für Länderspiele und den DFB-Pokal.

Volksmusik[Bearbeiten]

Die Volkstümliche Musik bekam auf Betreiben von Beierlein feste Programmplätze in Radio und Fernsehen. Die größere Bekanntheit eröffnete vielen Künstlern die Möglichkeit für Tourneen in großen Hallen und Plattenverkäufe. Er initiierte 1986 den Grand Prix der Volksmusik als Eurovisionssendung der deutschsprachigen Länder und eröffnete den Künstlern dadurch zusätzliche Märkte, etwa denen aus Südtirol. Gleichzeitig erwarb er Rechte an erfolgreichen Titeln (bis heute 6.000 Lieder[3] wie Blau blüht der Enzian, Wir lagen vor Madagaskar, Patrona Bavariae). Beierlein spielte eine große Rolle für Künstler wie Heino, das Original Naabtal Duo, die Zillertaler Schürzenjäger, Stefanie Hertel, Stefan Mross, Marianne und Michael, Patrick Lindner, Florian Silbereisen und andere.

Angesprochen auf Qualität und Niveau der von ihm entwickelten TV-Formate erklärte Beierlein, dass der Wurm dem Fisch und nicht dem Angler schmecken müsse. Wenn sich ein Regenbogen in einer Pfütze spiegele, wäre für ihn der Regenbogen das Thema, nicht die Pfütze.[4]

Beierlein ist Mitglied im Verein Deutsche Sprache.

Kochsendungen[Bearbeiten]

Wie bei den Chansons brachte er auch die Kochkunst aus dem Nachbarland nach Deutschland: Seit 1987 initiierte er mit dem ZDF Essen wie Gott in Deutschland. Paul Bocuse und Heinz Winkler erreichten so ein neues Publikum. Der Verlag Zabert Sandmann brachte Begleitbücher; Stern und BUNTE Vorabdrucke.

Privates[Bearbeiten]

Beierlein lebt seit Jahren in Schliersee.

Ehrungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Mut zum Mut - Hans R. Beierlein - 111 Antworten, Günter Tolar in Zusammenarbeit mit Hans R. Beierlein, Copyright Verlag 66 GmbH, A-3300 Amstetten 2004, ISBN 3-902211-27-X
  • Anders als Andere - Die montana-Story 1959-2009 - Eine Chronik von Hubert Bücken, Hubert Bücken, montana Musikverlag GmbH & Co. KG, 2009, Königinstraße 121, 80802 München

Verfilmung[Bearbeiten]

  • Portrait von Annette Hopfenmüller für den BR in der Reihe Köpfe in Bayern (Erstsendung: 19. April 2009)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Interview mit dem Bayerischen Rundfunk, abgerufen am 22. Mai 2012
  2. Würdigung in der Süddeutschen Zeitung am 17. April 2009, abgerufen am 25. August 2010
  3. Bericht im Wirtschaftsteil der WELT, abgerufen am 25. August 2010
  4. vgl. Seitenlang Petersilie, spiegel.de, 23. August 2010.