Hans Stefan Seifriz

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Hans Stefan Seifriz (* 28. Januar 1927 in Bremen) ist ein deutscher Politiker (SPD) und war Bundestagsabgeordneter sowie Senator in Bremen.

Biografie[Bearbeiten]

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten]

Seifriz absolvierte nach der Volksschule eine kaufmännische Lehre bei einer Bremer Zeitung. Er bildete sich in Kursen der Abendschule fort. Er leistete später Ersatzdienst im Städtischen Quartieramt und in der Kinderlandverschickung. Zum 20. April 1944 trat er in die NSDAP ein (Mitglieds-Nr. 9.753.363).[1] Seit 1944 diente er als Soldat und war bis 1946 Kriegsgefangener. Er wurde nach dem Krieg zum Journalisten ausgebildet und arbeitete danach bei verschiedenen Tageszeitungen Bremens. 1953 wurde er Redakteur und 1958 bis 1962 Geschäftsführer der Volkshochschule Bremen und des Bildungswerkes Arbeit und Leben.

Politik[Bearbeiten]

Bundestag[Bearbeiten]

Seifriz ist Mitglied der SPD. Er gehörte dem Landesvorstand von Bremen an und gehörte auch davor schon dem Bremer Landesvorstand der Sozialistischen Jugend Deutschlands an.

Vom 17. Oktober 1961 bis zu seiner Mandatsniederlegung am 6. Januar 1970 war er in drei Wahlperioden Mitglied des Deutschen Bundestages. Er wurde stets für die SPD im Wahlkreis Bremen-West direkt gewählt. In seiner ersten Wahlperiode war er ordentliches Mitglied im Ausschuss für Familien- und Jugendfragen, sowie im Ausschuss für Verkehr, Post- und Fernmeldewesen. Außerdem war er stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Kulturpolitik und Publizistik. In der Wahlperiode darauf war er ordentliches Mitglied im Verkehrsausschuss, als dessen Vorsitzender er am 21. Juni 1967 Nachfolger von Holger Börner (SPD) wurde. In der sechsten Wahlperiode war Seifriz als ordentliches Mitglied dem Ausschuss für Verkehr und für das Post und Fernmeldewesen an. Sein Rücktritt aus dem Bundestag erfolgte auf Grund seiner Berufung in den Senat der Freien Hansestadt Bremen. Neben seiner Mitgliedschaft im Bundestag war Seifriz von 1961 bis 1967 Mitglied des Europäischen Parlaments.

Senator in Bremen[Bearbeiten]

Von 1969 bis 1979 war Seifriz Senator für das Bauwesen von Bremen. Er war Nachfolger von Senator Wilhelm Blase (SPD). In seiner Zeit erfolgte ein wesentlicher Umbruch in der Baupolitik der Stadt Bremen. 1971 veröffentlichte der Bausenator ein Stadtentwicklungsprogramm Bremen bei der noch von einer Zunahme der Bevölkerung in der Stadt von 600.000 auf 800.000 ausgegangen wurde und bei der im Hauptverkehrslinienplan die so genannte Mozarttrasse als Stadtautobahn noch durch die Ortsteile Ostertor und Buntentor und die so genannte Werderlandtrasse durch das Werderland in Burglesum sowie die Straße Schwachhauser Ring durch den Bürgerpark Bremen geführt wurden.[2] Sowohl die zu hohe Bevölkerungzielzahl als auch die Verkehrstrassen wurden vom Bausenator aufgegeben. Verstärkt wurde dem Ausbau der Stadtbahn, dem er deutlichen Vorrang einräumte. Seifriz wurde als glückloser Senator bezeichnet, da seine Änderungen der Baupolitik oft erst auf Druck der politischen Basis im Lande erfolgten.

1979 warf die der CDU nahestehende Zeitung Weser-Report Seifriz im Bürgerschaftswahlkampf vor, er habe 1944 als 17-jähriger in der Bremer Zeitung Naziparolen geschrieben. Seifriz hatte sich dafür bereits bei seiner Ausbildung zum Journalisten Ende der 1940er Jahre und 1961 bei seiner Nominierung für den Bundestag ausdrücklich entschuldigt. Er trat trotzdem als Senator zurück mit dem Kommentar: „Mein Rücktritt ist nicht das Ergebnis erneuter Vergangenheitsbewältigung. Er hat ausschließlich das Ziel, meiner Partei im Wahlkampf den Rücken freizuhalten.“ Bürgermeister Hans Koschnick (SPD) erklärte, daß sich der Senat voll vor Stefan Seifriz gestellt habe. „Ich bin nicht bereit zu akzeptieren, daß über Angehörige jener Jahrgänge wegen ihres Wirkens in der Hitlerjugend heute der Stab gebrochen wird. Die SPD hat diese jungen Menschen in Kenntnis ihrer Vergangenheit zur aktiven Mitarbeit im demokratischen Staat gerufen, weil wir von ihnen, die sich rückschauend ein unmittelbares Urteil über die verbrecherischen Einflüsse des NS-Staates machen konnten, ein überzeugendes Beispiel für unsere freiheitlich-demokratische Gesellschaft erwarten konnten. Das sei auch bei Stefan Seifriz so gewesen.“[3]

Kommissarischer Nachfolger von Seifriz war bis zur Bürgerschaftswahl Bürgermeister Hans Koschnick (Juni bis November 1979); ihm folgte Senator Bernd Meyer (SPD).

Weitere Mitgliedschaften[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Helmut Gewalt: Liste NSDAP-Mitgliedschaft von Nachkriegsabgeordneten der Bremischen Bürgerschaft (PDF-Datei; 73 kB), Willi-Bredel-Gesellschaft 12. Mai 2011, dort fälschlich als Seifritz.
  2. Senator für das Bauwesen: Stadtentwicklungsprogramm Bremen, Entwurf 1971
  3. Hamburger Abendblatt vom 26. Juni 1979, Seite 2.

Weblinks[Bearbeiten]