Hans Vollenweider

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Hans Vollenweider

Hans Vollenweider (* 11. Februar 1908 in Zürich; † 18. Oktober 1940 in Sarnen) war ein Schweizer Straftäter. Er war der letzte in der Schweiz nach einem zivilen Strafprozess zum Tode Verurteilte und Hingerichtete.

Der bereits mehrfach vorbestrafte Vollenweider hatte im Juni 1939 innerhalb von zehn Tagen den Chauffeur Hermann Zwyssig, den Postboten Emil Stoll sowie bei seiner Verhaftung den Polizisten Alois von Moos erschossen. Nach Aufenthalten in mehreren Haftanstalten in verschiedenen Kantonen verurteilte ihn das Kantonsgericht in Obwalden am 19. September 1940 wegen Mordes an Polizist von Moos zum Tode. Das Obwaldner Obergericht bestätigte am 12. Oktober 1940 das Todesurteil. Auch ein Begnadigungsgesuch an den Kantonsrat wurde am 16. Oktober abgelehnt, obwohl auch die Witwe des getöteten Polizisten ein solches eingereicht hatte.

Wegen der beiden anderen Tötungsdelikte stand Vollenweider nicht vor Gericht, da nach seiner Verhaftung zuerst der Kanton Obwalden ein Verfahren gegen ihn durchführte. In diesem war er nur wegen der in Obwalden begangenen Tat angeklagt.

Am frühen Morgen des 18. Oktobers 1940 wurde Hans Vollenweider in der Werkstatt der Strafanstalt in Sarnen mit einer aus Luzern ausgeliehenen Guillotine hingerichtet. Der Verurteilte lehnte letzte Worte und eine Henkersmahlzeit ebenso wie geistlichen Beistand ab. Diese Hinrichtung war umstritten, da die Abschaffung der Todesstrafe in der Schweiz und die Einführung eines gesamtschweizerischen Strafgesetzbuchs bereits beschlossen waren.

2004 veröffentlichte der Schweizer Dokumentarfilmer Theo Stich eine Dokumentation über den Fall: Vollenweider – Die Geschichte eines Mörders.

Literatur[Bearbeiten]

  • Guido Cotter: Vollenweider – das letzte Todesurteil in der Schweiz. Selbstverlag, Sarnen 2004.
  • Stefan Suter: Guillotine oder Zuchthaus? Die Abschaffung der Todesstrafe in der Schweiz. Helbing & Lichtenhahn, Basel/Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-7190-1659-5.
  • Carlo von Ah: Der letzte Schnitt. Pro Libro, Luzern 2010, ISBN 978-3-905927-13-9. (Belletristische Auseinandersetzung mit dem Thema, mit vielen Passagen aus den Originalunterlagen.)

Weblinks[Bearbeiten]