Hans von Arnim (Philologe)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Hans von Arnim (* 14. September 1859 auf Gut Groß Fredenwalde; † 26. Mai 1931 in Wien) war ein deutscher Klassischer Philologe, der als Professor an den Universitäten zu Rostock, Wien und Frankfurt am Main wirkte.

Leben[Bearbeiten]

Hans von Arnim aus der alten Familie von Arnim studierte zunächst Rechtswissenschaft an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, wechselte aber unter dem Eindruck der Vorlesungen von Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff 1878 zur klassischen Philologie. Nach dem Examen 1881 unterrichtete er als Gymnasiallehrer am Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium in Elberfeld und an einem Gymnasium in Bonn. 1882 wurde er mit der Dissertation De prologorum Euripideorum arte et interpretatione in Greifswald zum Dr. phil. promoviert. In Bonn freundete er sich mit Hermann Usener an. 1886 bezog er die Universität Halle, an der er im Dreikaiserjahr mit Quellenstudien zu Philo von Alexandria seine Habilitation erreichte.

1892 folgte Arnim dem Ruf auf ein Extraordinariat der Universität Rostock, die ihn 1893 zum o. Professor ernannte. 1900 wurde er als Nachfolger von Theodor Gomperz auf den Lehrstuhl für Gräzistik der Universität Wien berufen. 1914 wechselte er an die neugegründete, aber durch den Ersten Weltkrieg nicht eröffnete Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main. 1921 kehrte er nach Wien zurück, wo er 1931 im Alter von 72 Jahren starb. Sein Sohn Bernd von Arnim wurde Slawist in Graz und Wien.

Nach Hans von Arnim wurde 1954 die Wiener Arnimgasse in Floridsdorf (21. Bezirk) benannt.

Leistungen[Bearbeiten]

Hans von Arnim beschäftigte sich mit Philosophie gleichermaßen wie mit Philologie. Seine exakte Interpretation, konsequente Beweisführung und brillante Sprachkenntnis versetzten ihn in die Lage, die Schriften von Platon und Aristoteles nicht nur inhaltlich eingehend zu analysieren, sondern auch zu grundlegenden Studien und Beweisführungen über die relative Chronologie ihrer Schriften.

Seine Beschäftigung mit dem Tragödiendichter Euripides führte ihn zu einer als vorbildlich[1] bezeichneten Übersetzung der zwölf überlieferten Stücke (erschienen 1931). Die antike Philosophie behandelte er in der Abhandlung Die europäische Philosophie des Altertums, die 1909, 1913 und 1923 erschien. Seine dreibändige Ausgabe stoischer Fragmente (Stoicorum Veterum Fragmenta, 1903–1905) ist bis heute in Gebrauch. Daneben beschäftigte sich Arnim auch mit den Schriften Xenophons und lieferte Beiträge für die Realencyclopädie der klassischen Altertumswissenschaft.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Hans von Arnim – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Siehe Eintrag in der NDB 1, S. 372.