Hans von Gersdorff (Arzt)

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Das Titelbild des Feldbuches

Hans von Gersdorff, genannt Schyl-Hans, (* um 1455; † 1529 in Straßburg) war ein deutscher Wundarzt, der vermutlich aus dem unterelsässischen Görsdorf stammte.

Wirken[Bearbeiten]

Hans von Gersdorff veröffentlichte 1517 in Straßburg das „Feldbuch der Wundarzney“, das mit Holzschnitten, die Hans Wechtlin zugeschrieben werden, illustriert ist. Das Buch basiert in Teilen auf der Chirurgia Magna des mittelalterlichen Arztes Guy de Chauliac. Gersdorffs Buch fand weite Verbreitung und war für viele Jahre die wichtigste Grundlage der Chirurgie in Europa. Speziell wegen seiner Ausführungen zur Amputation von Extremitäten hat es einen hohen Bekanntheitsgrad. Gersdorff hat dabei mindestens 200 solcher Amputationen selbst durchgeführt.

Das Feldbuch enthält vier anatomische Holzschnitte, einschließlich einer Darstellung eines Aderlasses, bei dem die inneren Organe gezeigt werden. Die weiteren Abbildungen zeigen einen, mit vielerlei damals üblichen Waffen verwundeten Mann, ein Skelett und eine weitere Darstellung der inneren Organe. Weitere Bilder des Buches zeigen chirurgische Eingriffe, wie beispielsweise Amputationen, Dentalbohrer, das Richten von Knochen und Lepra. Fast nichts ist über den Illustrator, Johann Ulrich („Hans“) Wechtlin (auch Wächtlin genannt) bekannt, der von ca. 1480–1526 lebte.

Bildtafeln aus dem „Feldbuch der Wundarzney“

Schriften[Bearbeiten]

  • Feldtbuch der Wundt Artzney. Hermann Gülfferichen, Frankfurt/Main 1551 (online).

Literatur[Bearbeiten]

Biografisches
Nachdrucke
  • Feldbuch der Wundarznei. Nachdruck der Edition von 1517. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1967.
  • Melanie Panse: Hans von Gersdorffs »Feldbuch der Wundarznei«. Dr. Ludwig Reichert Verlag, Wiesbaden 2012, ISBN 978-3-89500-907-5.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hans von Gersdorff – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Hans von Gersdorff – Quellen und Volltexte