Hans von Gronau

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Hans von Gronau (1939)
Hans von Gronau

Johann (Hans) Karl Hermann Gronau, ab 1913 von Gronau (* 6. Dezember 1850 in Alt-Schadow; † 22. Februar 1940 in Potsdam) war ein preußischer Offizier, zuletzt General der Artillerie sowie Militärgouverneur von Thorn.

Leben[Bearbeiten]

Hans Gronau entstammte einer im 17. Jahrhundert im Bergischen Land lebenden Lehrerfamilie, war der Sohn des königlich preußischen Oberförsters Johann Karl Ludwig Hermann Gronau (1816–1911) aus Köpenick und der Alexandrine Friederike Bertha Leusenthin (1823–1903) aus Groß-Puppen (Landkreis Ortelsburg, Ostpreußen) sowie Urenkel des Berliner Pfarrers und Meteorologen Karl Ludwig Gronau (1742–1826).

Gronau trat am 13. April 1869 als Fahnenjunker in die 3. Feldartillerie-Brigade in Stettin ein. In den Jahren 1880 bis 1882 war er zum Großen Generalstab abkommandiert. Ab 1894 war er als Oberstleutnant Abteilungschef im Generalstab. 1903 wurde er zum Kommandeur der 1. Division ernannt und 1907 zum Gouverneur von Thorn ernannt. 1908 wurde er zum General der Artillerie à la suite des Feldartillerie-Regiments „General-Feldzeugmeister“ (1. Brandenburgisches) Nr. 3 in Brandenburg an der Havel befördert. Am 8. Juni 1911 wurde er zur Disposition gestellt. In Anerkennung seiner Leistungen erfolgte am 16. Juni 1913 in Berlin seine Erhebung in den preußischen Adelsstand.

Mit Beginn des Ersten Weltkriegs wurde Gronau reaktiviert und am 2. August 1914 zum Kommandierenden General des IV. Reserve-Korps ernannt, mit dem er an der 1. Marneschlacht teilnahm. Im September 1915 wurde er Kommandierender General des XXXXI. Reserve-Korps an der Ostfront. Vom 5. August 1916 bis zum 31. Dezember 1917 war er Oberbefehlshaber der nach ihm benannten Armee-Abteilung von Gronau (Heeresgruppe G). Im Februar 1919 schied er aus dem militärischen Dienst aus.[1]

Gronau heiratete am 23. Februar 1890 in Granow (Landkreis Arnswalde) Luise Gerischer (* 20. Juli 1867 in Granow; † 25. Juni 1926 in Potsdam). Der älteste seiner drei Söhne war der Ozeanflieger Wolfgang von Gronau.

Zuletzt lebte Gronau in Potsdam in der Moltkestraße 7.

Orden und Ehrenzeichen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser, Teil B 1933, S.202 (mit Stammreihe), Verlag Justus Perthes, Gotha 1933
  • The New International Year Book. A Compendium of the World's Progress...., S.516, Verlag Dodd, Mead and Company, 1941
  • Karl-Friedrich Hildebrand, Christian Zweng: Die Ritter des Ordens Pour le Mérite des I. Weltkriegs, Band 1: A-G, Biblio Verlag, Osnabrück 1999, ISBN 3-7648-2505-7, S.528-530
  • Karl Keil: Gronau, Karl Ludwig. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 7, Duncker & Humblot, Berlin 1966, ISBN 3-428-00188-5, S. 126 (Digitalisat). (Erwähnung)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Winfried Baumgart, Alfons Paquet, Wilhelm Groener, Albert Hopman: Von Brest-Litovsk zur deutschen Novemberrevolution. Aus den Tagebüchern, Seite 281 (Fußnote), zusammengestellt von Winfried Baumgart, Verlag Vandenhoeck & Ruprecht (Auszug)
  2. a b c d e f Rangliste der Königlich Preußischen Armee und des XIII. (Königlich Württembergischen) Armeekorps für 1912, Hrsg.: Kriegsministerium, Ernst Siegfried Mittler & Sohn, Berlin 1912, S.411