Hans von Sagan

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Dieser Artikel befasst sich mit der fiktiven Person Hans von Sagan. Zu anderen Personen siehe Johann von Sagan.

Hans Sagan ist ein fiktiver, in der Sage überlieferter Schuhmachergeselle, der durch seine Tapferkeit die Schlacht bei Rudau in den Litauerkriegen im Jahr 1370 zugunsten des Deutschen Ordens entschieden haben soll. Dafür soll er von Kaiser Karl IV. (oder vom Hochmeister des Deutschen Ordens) zum Altgesellen befördert und geadelt worden sein. Er ist Hauptfigur der Sage Der blaue Ärmel in den Deutschen Sagen des Ludwig Bechstein[1] und eine der Hauptpersonen in der dramatischen Dichtung Die Schlacht von Rudau von Agnes Miegel[2].

Ihm zu Ehren wurde später in Königsberg im Kneiphof ein Denkmal gesetzt.[3] Dieses wurde als so unästhetisch erachtet, dass es noch in den 1930er Jahren ein geflügeltes Wort gab, nach dem jemand „hässlich wie Hans von Sagan” sei. In Königsberg gab es eine Hans-Sagan-Straße, die die Stresemannstraße mit der Samitter Allee verband.[4]

In den Zunftlegenden der Schuhmacher wird mit dieser Sage die Tatsache begründet, dass ihr Zunftzeichen in Deutschland nicht ein typisches Werkzeug des Handwerks oder das Produkt als Symbol trägt, sondern den doppelköpfigen Reichsadler.[5][6] Wie der Meistersinger Hans Sachs, der Mystiker Jakob Böhme und der Heilige Crispinus von Viterbo gehört Hans von Sagan zu den historischen Identifikationsfiguren des Berufsstandes.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Blaue Ärmel. Eintrag in Deutsches Sagenbuch. Leipzig 1853.
  2. Agnes Miegel: Die Schlacht von Rudau. Gräfe und Unzer, Königsberg 1944.
  3. Abbildung im Bildarchiv Ostpreußen
  4. Robert Albinus: Lexikon der Stadt Königsberg Pr. und Umgebung. Rautenberg, Leer 1985, ISBN 3-7921-0320-6, S. 371.
  5. Johann Georg Theodor Grässe: Sagenbuch des Preußischen Staates. Band 2. Flemming, Glogau 1871, S. 909.
  6. Text der Schuhmacherinnung Berlin