Hansi Lang

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Hansi Lang mit The Slow Club (Wien 2008)
Chartplatzierungen
(vorläufig)
Erklärung der Daten
Alben[1]
Der Taucher
  AT 13 01.02.1983 (2 Wo.)
Ich oder du
  AT 10 15.11.1984 (4 Wo.)
This Is The Slow Club (mit Thomas Rabitsch und Wolfgang Schlögl)
  AT 21 01.05.2005 (5 Wo.)
House Of Sleep (mit Thomas Rabitsch und Wolfgang Schlögl)
  AT 51 21.11.2008 (2 Wo.)
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Hansi Lang (* 13. Jänner 1955 in Wien-Hernals; † 24. August 2008 in Wien[2]) war ein österreichischer Sänger und Schauspieler.

Leben[Bearbeiten]

Hansi Lang wurde am 13. Jänner 1955 im Wiener Bezirk Hernals als Kind eines US-amerikanischen Besatzungsoffiziers (Albert Hicks) und einer böhmischen Mutter (Emilie Lang) geboren. Ab 1958 lebte Lang in der US-Army-Basis in Le Orme in Frankreich, ehe seine Familie 1961 – zum Beginn seiner Schulzeit – nach Wien zurückzog.

Karrierebeginn[Bearbeiten]

Mit 13 Jahren war Lang bereits Schlagzeuger einer Amateurband. Schon in den 1970er Jahren machte sich Hansi Lang einen Namen als Sänger in diversen Bands („Plastic Drug“ von Peter Schleicher, „Lord Proof and the Proofcats“, Nostradamus).

Zwischen 1970 und 1972 absolvierte Lang mit seinen Bands mehrere Auftritte in Jugoslawien und Österreich. Er lernte 1975 Ludwig „Wickerl“ Adam kennen und wurde (neben Musikern wie Hans Hölzel alias Falco, Günter Mokesch oder Andy Baum) Mitglied der Hallucination Company und spielte in dieser Gruppe vorerst bis 1979. In dieser Zeit eignete er sich auch das Bass-Spiel an.

Bald darauf wurde er auch als Solokünstler überregional bekannt.[3] Er arbeitete in Deutschland auch mit Marianne Sägebrecht und in Österreich mit Harri Stojka zusammen.

1980 kehrte Lang zur Hallucination Company zurück. Mit der neuformierten Band nahm er darauf seine erste Single-Veröffentlichung „Keine Angst“ auf. Mit seiner eigenen Band „Dreamboat“ wurde Hansi Lang zu einem der besten Liveacts der damals höchst aktiven österreichischen Musikszene – vor allem im legendären Wiener U4 (etwa zur selben Zeit startete auch Falco ebendort mit seinem Kommissar eine Weltkarriere).

Hansi Lang (Wien 2008)

Durchbruch und Krise[Bearbeiten]

1982 wurde das „Schallter“-Plattenlabel gegründet, das zu Beginn 4 LPs veröffentlichte. An zwei von ihnen war Lang beteiligt. Am Anfang produzierte er mit der Hallucination Company die Platte „Vision“ und danach folgte sein Mini-Album „Keine Angst“, auf dem der gleichnamige Song enthalten war. Kurz darauf kam auch die Langspielplatte „Der Taucher“ auf den Markt. Diese war sein erster großer kommerzieller Erfolg. Mit der Gruppe Minisex sang er, ebenfalls 1982, das Lied „Bikini Atoll“ ein.

Im Jahr 1984 veröffentlichte er die Platte „Ich oder Du“ und verkörperte die Hauptrolle in dem gleichnamigen österreichischen Film von Dieter Berner. Damit wechselte er mehr und mehr ins Schauspiel- und Musicalfach wo er z. B. 1985 in „Wiener Brut“ mit Peter Weibel und Peter Turrini spielte.[4] Nach schweren gesundheitlichen Problemen mit seiner Drogensucht legte Lang ab 1986 für drei Jahre eine künstlerische Schaffenspause ein. Sein nächstes Album „Hansi Lang“, das in englischer Sprache gehalten war, erschien 1989, konnte allerdings nicht an die frühen Erfolge anschließen. Trotzdem waren die Konzerte auf seiner Tournee gut besucht.

Auch als Vorgruppe internationaler Künstler war er im Einsatz. 1983 trat Hansi Lang im Vorprogramm von Supertramp im Wiener Praterstadion (heute Ernst-Happel-Stadion) auf, 1986 spielte er vor Rod Stewart im Stadion Hohe Warte, 1987 heizte Hansi Lang vor David Bowie (Glass Spider Tour) die Stimmung an.

Zwischen 1990 und 1992 konzentrierte sich Hansi Lang auf seine Karriere als Schauspieler. So spielte er zum Beispiel im Wiener Metropol im Stück „Männerschmerzen“ mit. Ebenfalls im Metropol präsentierte Lang 1993 sein neues Album „Losgeher“, welches diesmal wieder mit deutschen Texten aufgenommen worden war.

Im weiteren Verlauf der 1990er-Jahre hielt er mehrere Benefizkonzerte und spielte wieder live mit der Hallucination Company. 1997 kam es auch zu einer kurzen Live-Reunion von Hansi Lang & The new Dreamboat. Weiters wurde ein Live-Album mit dem Namen „Spiele Leben Live“ veröffentlicht, das im Wiener Rockhaus (später Planet Music) aufgenommen worden war.

Weitere Karriere[Bearbeiten]

2000 trat Hansi Lang in der autobiografischen Rolle als „Citizen Kain“ im Musical „Falco Cyber Show“ (Regie: Paulus Manker) im Wiener Ronacher auf. In dieser Zeit trat er auch als Sänger (seiner alten Hits) mit lokalen Bands (u. a. die Wiener Coverband Elf-11 oder in letzter Zeit Don Juan & die anderen) in Erscheinung.

2006 erhielt er für das Projekt The Slow Club den österreichischen Musikpreis „Amadeus“ in der Sparte „Bestes Jazz/Folk/Blues-“ (mit Thomas Rabitsch und Wolfgang Schlögl).

Danach arbeitete Lang mit Klaus Wienerroither an dem Programm „Die Bucht von Wien“ (u. a. Vertonung von Gedichten von H. C. Artmann und Neu-Arrangement der „Golowin-Lieder“ von Friedrich Gulda.). Sowohl die CD als auch das Live-Programm fanden hohe Anerkennung bei Kritikern und dem interessierten Musikpublikum.

Hansi Lang war auch ein sozial engagierter Künstler (Mitwirkung bei Austria für Afrika; Austria for Asia; „Accepdance“-Antirassismus Clubbing von SOS Mitmensch; Hepatitis-Hilfe Österreich u. v. m.). 2005 fungierte er als Juror beim Protestsongcontest.

In den zwei Jahren vor seinem Tod arbeitete Hansi Lang mit Thomas Rabitsch und Wolfgang Schlögl am zweiten The Slow Club - Album. Wurden beim Debüt noch bekannte Titel des "American Songbook", die Hansi Lang in seinen Kindertagen kennengelernt hatte, auf zeitgemäße aber behutsame Art neu interpretiert, so enthält das zweite Werk ausschließlich Eigenkompositionen der drei Protagonisten.

Das Grab von Hansi Lang am Hernalser Friedhof

Hansi Lang starb am Abend des 24. August 2008 an den Folgen eines - während der Abmischarbeiten zum neuen Album im Tonstudio erlittenen - Schlaganfalls im Wiener AKH. Er wurde am 30. August 2008 im Familiengrab am Hernalser Friedhof in Wien beigesetzt (Gruppe 64, Reihe 3, Nummer 11).[5]

Im November 2008 wurden das Album The Slow Club - "House of Sleep" sowie die DVD "Ich spielte Leben", an der Hansi Lang und Regisseur Rudi Dolezal seit über einem Jahr gearbeitet hatten und die einen Überblick über seine gesamte Karriere verschafft, veröffentlicht. Der ORF widmete dem Künstler am 15. November 2008 die "Hansi-Lang-Nacht", deren Mittelpunkt Live-Ausschnitte mit dem "Slow Club" sowie die besagte neu veröffentlichte DVD bildeten.

Am 10. September 2009 wurde Hansi Lang posthum der Amadeus Austrian Music Award für sein Lebenswerk verliehen.[6]

Diskografie[Bearbeiten]

Alben[Bearbeiten]

Jahr Album
1982 Keine Angst
Der Taucher
1984 Pyramidenmann
Ich oder Du
1989 Hansi Lang
1993 Losgeher
1998 Spiele Leben - Live

Slow Club & Die Bucht von Wien (2004 - 2008)

Jahr Album Künstler
2004 Welcome to the Slow Club (EP) Slow Club
2005 This Is the Slow Club
2008 Die Bucht von Wien Hansi Lang & Klaus Wienerroither
House of Sleep Slow Club

Singles[Bearbeiten]

Jahr Single Anmerkungen
1982 Ich spiele Leben c/w Ich werde sehen
Monte Video c/w Zucker
1984 Josefine c/w Lauf
1989 Chained Up c/w A Stronger Love, My Blue Lover, No Limit
1990 What a feeling c/w A Moment in My Song
1993 Unten im Paradies c/w Kind ohne Zeit, Das Bild vom Teufel & mir, Nur du, Angst
Hände an mir c/w Das Bild vom Teufel & mir, Nur du (Demo Version)

Compilations[Bearbeiten]

Jahr Compilation
1989 Keine Angst - Alle seine Hits
1997 The Original Very Best Of
2005 Austropop Kult
2012 The Best Of (Krone-Edition)

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Fabian Burstein: Kind ohne Zeit - Das intensive Leben des Hansi Lang, Biografie, Residenz Verlag 2008

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Chartverfolgung Hansi Lang
  2. Meldung der APA
  3. Biographie auf Hansi Langs Homepage
  4. Bericht in "Der Standard"
  5. http://wien.orf.at/stories/303360/
  6. http://derstandard.at/fs/1250691388094/Amadeus-Music-Awards-Posthume-Ehrung-fuer-Hansi-Lang

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hansi Lang – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien