Hansjörg Hemminger

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Hansjörg Hemminger (* 1948 in Rottweil) ist ein deutscher Verhaltenswissenschaftler und Spezialist für Sekten und religiöse Sondergruppen.

Er studierte Biologie und Psychologie an der Eberhard Karls Universität Tübingen und der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, wo er über das Thema Zentralnervöse Datenverarbeitung beim Farbensehen des Menschen promovierte. Danach kam ein Forschungsaufenthalt in den USA. Wieder in Freiburg habilitierte er sich für das Gebiet „Verhaltensbiologie des Menschen“.

Sein Arbeitsgebiet sind kritische Analysen über Kreationisten, Soziobiologen, die „alternative Psychoszene“ und Esoterik sowie zur Psychologie von Sekten und religiösen Sondergruppen.

Von 1984 bis 1996 war er wissenschaftlicher Referent bei der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW). Von 1996 bis 1998 gehörte er als Sachverständiger der Enquete-Kommission „Sogenannte Sekten und Psychogruppen“ des Deutschen Bundestages an. Von 1997 bis 2013 (Eintritt in den Ruhestand) war er Beauftragter für Weltanschauungsfragen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.[1][2]

Ein Schwerpunkt ist die Auseinandersetzung mit dem Kreationismus, wobei er auf der anderen Seite die Ideen des „neuen Atheismus“ für „ebenso unwissenschaftlich“ hält.[3]

Werke/Artikel von Hansjörg Hemminger[Bearbeiten]

  • Kreationismus, o.J.[4]
  • mit Vera Becker: Wenn Therapien schaden. Kritische Analyse einer psychotherapeutischen Fallgeschichte. Reinbek, Hamburg 1985. ISBN 3-498-02864-2.
  • Kreationismus zwischen Schöpfungsglaube und Naturwissenschaft. Orientierungen und Berichte Nr. 16. Stuttgart 1988.[5]
  • Das therapeutische Reich des Dr. Ammon. Eine Untersuchung zur Psychologie totalitärer Kulte. Quell, Stuttgart 1989. ISBN 3-7918-2341-8. (Über die Deutsche Akademie für Psychoanalyse.)
  • Fundamentalismus in der verweltlichten Kultur. Verlag der Evangelischen Gesellschaft, Stuttgart 1991.
  • Verein zur Förderung der psychologischen Menschenkenntnis (VPM) und Friedrich Lieblings „Zürcher Schule“. Evangelischer Presseverband für Bayern, München 1994, ISBN 3-583-50663-4.
  • Soziobiologie des Menschen – Wissenschaft oder Ideologie? 1994.[6]
  • Was ist eine Sekte? Mainz 1995. ISBN 3-7867-1864-4.
  • Scientology: der Kult der Macht. Stuttgart 1997. ISBN 3-7918-3490-8.
  • mit Bernd Harder: Was ist Aberglaube?. Gütersloh 2000.
  • mit Bernd Harder: Seher, Schwärmer, Bibeldeuter. Gütersloh 2001. ISBN 978-3-579-00937-7.
  • Grundwissen Religionspsychologie. Ein Handbuch für Studium und Praxis. Herder, Freiburg 2003.
  • Geister, Hexen, Halloween. Ein Ratgeber für Eltern. Gießen 2002.
  • Mit der Bibel gegen die Evolution: Kreationismus und "intelligentes Design" - kritisch betrachtet. EZW-Text Nr. 195, Stuttgart 2007.
  • Und Gott schuf Darwins Welt: Schöpfung und Evolution, Kreationismus und intelligentes Design. Gießen 2009. ISBN 3-7655-1429-2.
  • Mit der Bibel gegen die Evolution. Evolution und intelligentes Design als Themen des protestantischen Fundamentalismus. In: Bernd Janowski u.a. (Hrsg.): Schöpfungsglaube vor der Herausforderung des Kreationismus (Theologie Interdisziplinär; 6). Neukirchen-Vluyn 2010, S. 9-26.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Biografische Angaben nach: http://www.psi-tage.ch/rueckblicke/2000/referenten.doc
  2. Verabschiedung von Dr. habil Hansjörg Hemminger Meldung vom 6. Dezember 2013, Webseite der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Abgerufen 9. August 2014.
  3. Hemminger: Mit der Bibel ... Fundamentalismus, 2010, S. 19.
  4. Fundstelle im Gemeindedienst
  5. Pdf-Version auf der Seite der AG EvoBio
  6. Fundstelle im Spektrum

Weblinks[Bearbeiten]