Hanstholm

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Dänemark Hanstholm
Wappen fehlt
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Hanstholm (Dänemark)
Hanstholm
Hanstholm
Basisdaten
Staat: Dänemark
Region: Nordjylland
Kommune (seit 2007): Thisted
Koordinaten: 57° 7′ N, 8° 37′ O57.1117361111118.6161555555556Koordinaten: 57° 7′ N, 8° 37′ O
Einwohner: (2015[1]) 2.156
Postleitzahl: 7730
Karte von Hanstholm
Karte von Hanstholm

Hanstholm ist ein Ort in der dänischen Kommune Thisted in der Region Nordjylland, gelegen im Nordwesten Jütlands am Skagerrak. Im Ort leben 2156 Einwohner (Stand 1. Januar 2015[1]). Vor dem 1. Januar 2007 war die Gemeinde Teil des Amtes Viborg.

Geologie[Bearbeiten]

In geologischer Hinsicht ist das Gebiet von Hanstholm von besonderem Interesse. Der Untergrund der näheren Umgebung von Hanstholm besteht aus feinkörnigem, kreidezeitlichen Kalk, der in zunächst gleichartige Kalkablagerungen des Danium (Unteres Paläogen; frühere Bezeichnung: Tertiär) übergeht. Die fortgesetzte Sedimentierung feinkörnigen Kalks zu Beginn des Danium geht auf die Lage von Thy entlang der damaligen Meeresküste zurück. Aus dem gleichen Grunde sind in Profilen im Gebiet von Hanstholm (bis etwa nach Hjardemål) die vielleicht vollständigsten Übergänge von der Kreide zum Tertiär als Ablagerungen erhalten, die überhaupt bekannt sind.

Diese so genannte Kreide-Tertiär-Grenze ist an mehreren Orten entlang dem nördlichen Kranz von Kalkhügeln von Hanstholm über Hjardemål bis Kløv aufgeschlossen, namentlich in Bjerre, Kjølby Gård und Nye Kløv. An all diesen Orten ist diese Grenze durch eine dünne Mergellage gekennzeichnet, die sich von dem sie umgebenden Kalkgestein durch ihre dunklere Färbung abhebt.

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptartikel: Festungsanlage Hanstholm

Zur Zeit der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg war hier ein Herzstück des Atlantikwalls, von dem noch viele Überreste zeugen. Die 1940 erbaute Festungsanlage Hanstholm (s. Hauptartikel) und deren Schwesteranlage im norwegischen Kristiansand, die Batterie „Vara“, sollten den Schiffsverkehr im Skagerrak unterbinden und den Zugang in die Ostsee verhindern. Die deutschen Besatzer errichteten in der Dünenlandschaft um Hanstholm auf 9 Quadratkilometern insgesamt 455 Bunker.

Die Geschichte des deutschen Atlantikbollwerks wird seit 2002 im Museumscenter Hanstholm (s. Hauptartikel) dargestellt und aufgearbeitet. In diesem Kriegs- und Militärmuseum können heute unter anderem mehrere große Bunker mit unterirdischen Wohnquartieren, eine funktionierende Feldbahn (früherer Munitionszug) und ein modernes Dokumentationscenter besichtigt werden.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Hanstholm Havn, der Hafen von Hanstholm

Eine mit dem Eisenbahngesetz vom 31. März 1917 vorgesehene Eisenbahnstrecke Bahnstrecke Nors–Hanstholm von Nors, wo Anschluss an die Bahnstrecke Thisted–Fjerritslev bestanden hätte, wurde nie gebaut.

Die Möglichkeit einer direkten Staatsbahnstrecke nach Hanstholm durch Verlängerung der Strecke von Fjerritslev unter Umgehung von Thisted wurde ebenfalls untersucht. 1920 ergaben sich bei der Errichtung des Hafens Schwierigkeiten, so dass das gesamte Projekt nahezu zum Erliegen kam.[2]

Während der deutschen Besatzung in Dänemark gab es Pläne, eine Schmalspurbahn Nors–Hanstholm zu bauen, um Material zu den großen Festungsanlagen der Wehrmacht in Hanstholm zu transportieren. Letztendlich wurde eine Betonstraße dafür gebaut.[3]

Hanstholm hat seit 1967 einen modernen Seehafen und den größten Fischereihafen Dänemarks, gemessen an der Menge gelandeten Speisefischs. Bis 2008 bediente eine Katamaranfähre eine Verbindung zum norwegischen Kristiansand. Zudem verband bis Oktober 2010 die Autofähre Norröna die Stadt mit Tórshavn (Färöer) und Seyðisfjörður (Island). Der Fährbetrieb wurde danach in den weiter nördlich gelegenen Hafen Hirtshals verlegt.[4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Einige Seemeilen vor Hanstholm befindet sich das Hochseeangler-Paradies Gelbes Riff.

Hanstholm als Filmkulisse

In Hanstholm und Umgebung wurden 1971 Außenaufnahmen für den Film Die Olsenbande fährt nach Jütland gedreht.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Steen Andersen, Steen Sjørring (Red.): Det nordlige Jylland. En beskrivelse af områder af national geologisk interesse. In: Geologisk set. 2 Auflage. Geografforlaget, Brenderup (Dänemark) 1997, ISBN 87-7702-055-3 (dänisch; Zusammenfassung auch in englisch und deutsch; Aufsatzsammlung).
  •  Holger Christensen (Red.), Hanstholms Kommune (Hrsg.): Hanstholm år 2000. Fra Hanstholms historie. Hanstholm 2000, ISBN 87-987707-0-5 (dänisch; Aufsatzsammlung, Ortsgeschichte von 1850 bis 2000).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Statistikbanken -> Befolkning og valg -> BEF44: Folketal pr. 1. januar fordelt på byer (dänisch)
  2.  Mogens Duus: Med toget til Glyngøre og Nykøbing Mors. Banebøger, 2009, ISBN 9788791434211, S. 30-39.
  3. Hanstholm fæstningens bane. In: Nordjyllands jernbaner. Abgerufen am 16. Januar 2015 (dänisch).
  4. Poul Christoffersen: Hirtshals får færge til Færøerne Nordjyske.dk, 2. September 2010, abgerufen am 15. November 2011 (dänisch)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hanstholm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Hanstholm – Reiseführer