Hanunó'o

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Die Hanunó'o-Schrift, auch Mangyan genannt, ist eines der ursprünglichen, nicht durch Kolonialmächte eingeführten Schriftsysteme der heutigen Philippinen und mit dem Baybayin verwandt. Wie ihr Mutterschriftsystem handelt es sich hierbei um eine sogenannte Abugidaschrift, eine spezielle Art der Silbenschrift. Doch anders als Baybayin findet Hanunó'o zumindest im Leben des Hanunó'o-Volkes, einer indigenen philippinischen Minderheit, noch eine aktive Rolle als primäres Schriftsystem. In der Regel werden damit verfasste Dokumente in handliche Bambusrohre geritzt.

Aufbau und Gebrauch[Bearbeiten]

Das Schriftsystem besteht aus 3 Vokalen und 13 Grundzeichen. Letztere bestehen je aus einem Konsonanten, welcher stets von einem Vokal gefolgt wird.

Hanunó'o dargestellt mit lateinischen Buchstaben
Die Grundzeichen des Hanunó'o auf Latein dargestellt Aa
Ee/Ii
Oo/Uu
Ba
Ka
Da
Ga
Ha
La
Ma
Na
Nga
Pa
Ra
Sa
Ta
Wa
Ya
Aussprache Aa Ee/Ii Oo/Uu Ba Ka Da Ga Ha La Ma Na Nga/Nang Pa Ra Sa Ta Wa Ya

Ein Grundzeichen wird modifiziert, indem man einen Umlaut (Tagalog Kudlit), in Form eines Strichs, entweder über einem oder rechts unten an einem Grundzeichen anbringt.

Silben, bei denen nach den Maßstäben der lateinischen Schrift ein Konsonant am Ende stehen müsste, werden modifiziert dargestellt. Und zwar wird der letzte Konsonant der Silbe ausgelassen. So schreibt man anstelle von Maynilad Manila. Das korrekte Lesen der Schrift verlangt dementsprechend ein recht hohes Maß an linguistischem Können der Sprache[1].

Neben den oben bereits gezeigten Zeichen für Ra, Re/Ri, Ro/Ru als auch Wo/Wu, gibt es eine alternative Schreibweise für diese Laute.

Alternative Schriftweise für die Zeichen, Ra, Re/Ri, Ro/Ru und Wu

Hanunó'o im Unicode[Bearbeiten]

Im Unicode belegen die Hanunó'o-Zeichen die Plätze U+1720 bis U+173F.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Iloko tripod: Hanunoo. Accessed September 02, 2008.