Haplogruppe R1b (Y-DNA)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Icon QA science.svg
Dieser Artikel wurde aufgrund von Mängeln auf der Qualitätssicherung Naturwissenschaften eingetragen. Dies geschieht, um die Qualität der Artikel aus den übergreifenden Themengebieten der Naturwissenschaften auf ein akzeptables Niveau zu bringen. Dabei können Artikel gelöscht werden, die nicht signifikant verbessert werden können. Hilf mit, die Mängel dieses Artikels zu beseitigen, und beteilige dich an der Diskussion.
Haplogruppe des Y-Chromosoms
Name R1b
Mögliche Ursprungszeit vor 16.800 Jahren
Möglicher Ursprungsort Westasien, Zentralasien, Sibirien, Osteuropäische Ebene
Vorgänger R1
Mutationen R = M343
R1b

R1b ist eine Haplogruppe des Y-Chromosoms und wird zur Bestimmung von genetischen Verwandtschaftsverhältnissen verschiedener Bevölkerungsgruppen angewandt. Sie ist eine Untergruppe von R. R1b ist die häufigste Haplogruppe in Westeuropa und im südlichen Ural. Es tritt auch im südlichen Sibirien, Zentralasien, Osteuropa, Nordafrika und Westasien auf. Nach jüngeren Auswanderungen von Europäern nach Amerika und nach Australien finden sich auch dort große Bevölkerungsanteile, die dieses Merkmal tragen.

R1b wird definiert durch die Mutation M343 eines Single Nucleotide Polymorphism (SNP), welche erstmals im Jahr 2004 entdeckt wurde. Von 2001 bis 2005 wurde R1b durch den SNP P25 definiert. In anderen Systemen wird sie auch als Hg1 und Eu18 klassifiziert.

Sie stammt von R1 ab, wie auch R1a.

Haplogruppe R1b entstand im südlichen Sibirien[1].

Europa[Bearbeiten]

Europas wichtigste Y-DNA Haplogruppen. Die farblich markierten Flächen repräsentieren Gebiete, wo die Häufigkeit einer Haplogruppe mehr als ein Drittel des Genpools ausmacht(> 35 %)

Die größten Konzentrationen von R1b finden sich heute in der ansässigen Bevölkerung Westeuropas: Im Süden von England sind es etwa 70 %, im nördlichen und westlichen England, Wales, Schottland, Irland bis über 90 %, in Spanien 70 %, in Frankreich 60 %[2]. Bei den Basken sind es 88,1 %. Letzterer Wert suggeriert, dass schon die verschiedenen alteuropäischen Stämme, die vor der Ankunft der Kelten in Westeuropa lebten, Träger von R1b waren.

Bei den benachbarten Völkern fällt die Konzentration dieser Haplogruppen langsam ab: Bei den Deutschen sind es 47 %, bei den Italienern 40%[3] und bei den Norwegern 25,9 %.

Bei den Völkern Osteuropas tritt Sie noch seltener auf, bei den Tschechen und Slowaken 35,6 %, bei den Polen 16,4 %, bei den Letten 15 %, bei den Ungarn 13,3 %[4].

Asien[Bearbeiten]

Außerhalb Europas tritt eine hohe Konzentration von Haplogruppe R1b nur bei einigen Populationen der Baschkiren (Buryjan, Gayna und andere) auf, dafür aber mit sehr hoher Konzentration: bis zu 87 %[5]. Bei den Baschkiren sind die Mutationen M269 und M73 häufig.

Die altaische Variante der Haplogruppe R1b (R1b1a1+M739) tritt mit 49 % bei Kumandinern auf[6].

Afrika[Bearbeiten]

Bei Kamerun-Mandara wurden bis zu (65 %) gefunden[7].

Untergruppen[Bearbeiten]

M343
P25

R-M18 (R1b1a)


P297

R-M73 (R1b1b1)


M269
P311
P310
U106

R-U198 (R1b1b2a1a1)


     

R-S26 (R1b1b2a1a2)


     

R-L44 (R1b1b2a1a4)


     

R-U106* (R1b1b2a1a*)



P312

R-M153 (R1b1b2a1b2)


     

R-M167 (R1b1b2a1b3)


U152
L2

R-L20 (R1b1b2a1b4c1)


     

R-L2* (R1b1b2a1b4c*)



     

R-U152* (R1b1b2a1b4*)



     

R-S68 (R1b1b2a1b5)


L21

R-M222 (R1b1b2a1b6b)


     

R-L21* (R1b1b2a1b6*)



     

R-P312* (R1b1b2a1b*)



     

R-P310* (R1b1b2a1*)



     

R-P311* (R1b1b2a*)



     

R-M269* (R1b1b2*)



     

R-P297* (R1b1b*)



     

R-P25* (R1b1*)



     

R-M343* (R1b*)



Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Variations of R1b Ydna in Europe: Distribution and Origins. Архивировано из первоисточника 25 марта 2012.
  2. Ornella Semino, A. Silvana Santachiara-Benerecetti, Francesco Falaschi, L. Luca Cavalli-Sforza and Peter A. Underhill, "Ethiopians and Khoisan Share the Deepest Clades of the Human Y-Chromosome Phylogeny, " The American Journal of Human Genetics, Volume 70, Issue 1, 265—268, 1 January 2002.
  3. ↑ 280/699, Y chromosome genetic variation in the Italian peninsula is clinal and supports an admixture model for the Mesolithic-Neolithic encounter, Capelli et al. 2007
  4. Estimating Scandinavian and Gaelic Ancestry in the Male Settlers of Iceland — Agnar Helgason et al., 2000, Am. J. Hum. Genet. 67:697-717, 2000
  5. Лобов А. С. (2009) «Структура генофонда субпопуляций башкир» (автореферат диссертации)
  6. Балаганская О. А. Полиморфизм Y-хромосомы у тюркоязычного населения Алтая, Саян, Тянь-Шаня и Памира в контексте взаимодействия генофондов Западной и Восточной Евразии // Автореферат кандидатской диссертации по биологическим наукам. М., МГНЦ РАМН, 2011, С.10.
  7. Wood et al. 2005.


Evolutionsbaum Haplogruppen Y-chromosomale DNA (Y-DNA) 2013
Adam der Y-DNA
A0 A1-4
A1 A2,3,4
A2,3 A4=BCDEF
A2 A3 B CDEF
DE CF
D E C F
GHIJKLT
G HIJKLT
H IJKLT
IJ KLT
I J LT K
L T MP X S
M P NO
Q R N O