Haplologie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Haplologie (von gr. haploús „einfach“ und gr. lógos „Wort, Rede“), scherzhaft manchmal unter Anwendung des Vorgangs auf den Begriff selbst auch Haplogie, bezeichnet die Reduzierung zweier gleich oder ähnlich lautender Silben oder Phoneme zu einer Silbe bzw. einem Phonem.

Dieser historische phonetische Prozess erleichtert die Aussprache.

Beispiele von Haplologien[Bearbeiten]

Haplologie spielt eine Rolle auch bei der Prägung wissenschaftlicher (lateinisch- bzw. griechischstämmiger) Namen von Lebewesen (Nomenklatur); z. B.: thalasso- „Meer-“ + soma „Leib“ (etwa: „Meerjungfrau“) → Thalassoma statt *Thalassosoma (eine Lippfisch-Gattung). – Bei anatomischen Namen ergeben sich mitunter Probleme: ein Dilatator-Muskel („Erweiterer“, von dilatare „erweitern“) wird im Amerikanischen Englisch durch Haplologie zum dilator (von engl. to dilate + -or), das aber im klassischen Latein (von diferre) nur „Zauderer“ bedeuten kann.

Gegenteil: Dittologie.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Willi Mayerthaler: Studien zur theoretischen und zur französischen Morphologie. Reduplikation, Echowörter, morphologische Natürlichkeit, Haplologie, Produktivität, Regeltelescoping, paradigmatischer Ausgleich. Niemeyer, Tübingen 1977, ISBN 3-484-10260-8. Zur Haplologie: Kapitel Reduplikationsstrukturen und Haplologie, Seite 53-78.
  • Frans Plank: Morphologische (Ir-)Regularitäten. Aspekte der Wortstrukturtheorie. Gunter Narr Verlag, Tübingen 1981. ISBN 3-87808-813-2. Zur Haplologie: Kapitel Horror Aequi, Seite 149-153.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Haplologie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen