Harald Bojé

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Harald Bojé, 1978 New Jazz Festival Moers moers festival

Harald Bojé (* 9. Dezember 1934 in Göttingen; † 27. November 1999 in Wuppertal) war ein deutscher Pianist (auch Elektronium, Synthesizer), der vor allem als Interpret der Neuen Musik und Improvisator hervorgetreten ist

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Bojé studierte Klavier an der Musikakademie Stuttgart. Ab 1971 lehrte er als Dozent für Klavier an der Musikakademie Wuppertal, später dann als Professor an der Wuppertaler Abteilung der Hochschule für Musik Rheinland, in der die Akademie aufging. Seit Mitte der 1960er Jahre wirkt er an der Interpretation der Werke Karlheinz Stockhausens mit, zunächst an der Hamburger Uraufführung von „Mixtur“[1]; auch spielte er regelmäßig die Klavierwerke.[2] Er modifizierte das Electronium Pi, das er in der Kammermusik Stockhausens einsetzte.[3] Im Stockhausen-Ensemble wurde er auch mit der Improvisationsmusik vertraut („Nachtmusik“/Aus den sieben Tagen 1969). In den 1970er Jahren kam es zur Begegnung mit Günter Christmann und Detlef Schönenberg, die auf der FMP-Platte Remarks dokumentiert wurde; 1978 konzertierte er in diesem Trio auf dem Moers Festival. 1980 trat er mit einer Improvisationsgruppe auf, zu der Wolfgang Schmidtke, Martin Zuhr, Matthias Burkert und Gerd Rataj gehörten.

Auch verfasste er eine zweibändige „Klavierstunde“, die ab 1982 bei Klett erschien. In seiner „Klavierliteratur für Fortgeschrittene“ (Universal Edition) versammelte er Werke des 20. Jahrhunderts aus der Klassik und dem Jazz.

Literatur[Bearbeiten]

  • E. Dieter Fränzel, Jazz AGe Wuppertal (Hrsg.): Sounds Like Whoopataal. Wuppertal in der Welt des Jazz. Essen 2006, S. 199, ISBN 3-89861-466-2

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. vgl. Karl H. Wörner Stockhausen: Life and Work, S. 26f.; dies bezieht sich auf die Erstfassung; Bojé war auch an der Uraufführung der revidierten Version in Frankfurt unter Ladislav Kupkovič beteiligt
  2. Vgl. Rolf Gelhaar Leap of Faith (Version vom 5. Dezember 2008 im Internet Archive)
  3. Electronium/Electronium Pi sowie Malcolm Ball Early Electronic Instruments