Harald Rose (Physiker)

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Harald Rose

Harald Rose (* 14. Februar 1935 in Bremen) ist ein deutscher Physiker und Hochschullehrer.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Im Alter von zwei Jahren zog die Familie von Harald Rose aus beruflichen Gründen nach Darmstadt. Er besuchte das Alte Realgymnasium am Kapellplatz (heute: Georg-Büchner-Schule (Darmstadt)). Nach dem Abitur 1955 studierte er Physik an der TH Darmstadt. Das Vordiplom absolvierte er bereits nach drei Semestern im Mai 1957. Im Hauptstudium war er nebenbei Hilfsassistent bei Otto Scherzer. In der Diplomarbeit beschäftigte er sich mit Fragen der Elektronenmikroskopie. 1961 schloss Rose sein Studium der Physik endgültig ab. Anschließend war er Mitarbeiter bei Otto Scherzer. Von diesem wurde er Anfang 1965 mit einem Thema in der theoretischen Elektronenoptik promoviert. 1967 erhielt er eine Assistentenstelle in der Fakultät für Mathematik und Physik. Im Februar 1970 wurde er habilitiert und erhielt die venia legendi für das Fach Physik. Seine Habilitationsschrift lautete: Korrektur elektronenmikroskopischer Objektive. Zusammen mit Otto Scherzer leitete er die Gruppe Theorie im Institut für Angewandte Physik. Diese bearbeitete Probleme der elektronenoptischen Abbildung und der Schädigung elektronenmikroskopischer Objekte durch die abbildende Strahlung (Scherzer 1977, S. 186). Von 1976 bis 1978 ging er als Principal Research Scientist an das New York State Department of Health. 1973 bis 1974 war er ein Forschungsjahr am Enrico-Fermi Institute der University of Chicago und 1995 bis 1996 ebenfalls ein Forschungsjahr in Cornell und der University of Maryland. Von 1980 bis zu seiner Emeritierung 2000 war er an der TU Darmstadt im Fachbereich Physik tätig.

Ende der 1980er Jahre berechnete Rose ein Korrektursystem für den die Auflösung besonders kritischen Fehler elektromagnetischer Linsen, die sogenannte Aberration. Das Bahnbrechende daran ist, man kombiniert die klassische runde Elektronenlinse mit unrunden Elementen, die wie eine „Brille“ die Fehlsichtigkeit korrigiert, so dass ein weitgehend fehlerfreies optisches Gesamtsystem entsteht. In den 1990er Jahren gelang Harald Rose und seinen ehemaligen Mitarbeitern (v.a. Maximilian Haider), und Knut Urban vom Forschungszentrum Jülich, im Rahmen eines von der Volkswagen-Stiftung von 1991 bis 1997 geförderten Forschungsprojektes der Durchbruch im Bereich der Elektronenmikroskopie. Dem Team gelang in den Räumen des Europäischen Molekularbiologischen Laboratoriums (EMBL) in Heidelberg, der Bau eines aberrationskorrigierten Durchstrahlungselektronenmikroskops. Das Auflösungsvermögen konnte auf 0,13 Nanometer verbessert werden. Dadurch konnten Atome erstmals sichtbar gemacht werden.

Im Jahre 2000 ging er für ein Jahr an das Department of Materials Science, Oak Ridge National Laboratory. Anschließend hatte er einen Aufenthalt als Research Fellow am Department of Materials Science, Argonne National Laboratory. Von 2003 bis 2005 war er am Advanced Light Source, Lawrence Berkely National Laboratory. Seit 2009 ist er Inhaber einer von Carl Zeiss gestifteten Senior-Professur an der Universität Ulm.[1]

Rose ist Inhaber von 105 Patenten von wissenschaftlichen Instrumenten und elektro-optischen Komponenten.

Harald Rose ist verheiratet und hat zwei Töchter.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • 1965: Allgemeine Eigenschaften unrunder Elektronenlinsen mit gerader optischer Achse, Dissertation, Darmstadt.
  • 1970: Korrektur elektronenmikroskopischer Objektive, Habilitationsschrift, Darmstadt.
  • 2009: Geometrical Charged-Particle Optics. ISBN 978-3-540-85915-4

Literatur[Bearbeiten]

  • Ein Durchbruch in der Elektronenoptik, in: TUD-intern, Nr. 4, 19. Jg., 15. Juni 1998
  • Otto Scherzer: Physik in Darmstadt, in: 100 Jahre Technische Hochschule Darmstadt Jahrbuch 1976/77, Darmstadt 1977, S. 181–192.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Harald Rose – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Carl-Zeiss-Stiftungsprofessur für Elektronen- und Ionen-Mikroskopie. Abgerufen am 18. Februar 2011.