Hard-Boiled Wonderland und das Ende der Welt

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Hard-Boiled Wonderland und das Ende der Welt (jap. 世界の終りとハードボイルド・ワンダーランド Sekai no owari to Hādoboirudo Wandārando) ist ein phantastischer Roman des japanischen Schriftstellers Haruki Murakami aus dem Jahr 1985. Er spielt zugleich in einem grotesk geschilderten Tokio der Gegenwart, genannt Hard-Boiled Wonderland, und in einer fantasyartigen Parallelwelt, dem Ende der Welt. Der Roman erschien 1995 im Suhrkamp Verlag in einer Übersetzung von Annelie Ortmanns-Suzuki und Jürgen Stalph.

Inhaltsangabe[Bearbeiten]

In dem ersten Strang (Hard-Boiled Wonderland) arbeitet der Ich-Erzähler als „Kalkulator“ für das mächtige Datenschutz-Unternehmen „System“. In der Opposition steht die "Fabrik", deren Äquivalent zu den Kalkulatoren des Systems die „Semioten“ sind. Für einen geheimnisvollen Wissenschaftler muss der Ich-Erzähler Berechnungen zum Datenschutz durchführen, auf eine Weise, die eigentlich längst verboten ist, und wird so Opfer eines grotesken Alptraums.

Der zweite Strang (Das Ende der Welt) handelt von einem ebenfalls namenlosen Erzähler, der in eine fremde, zeitlos anmutende Stadt gerät. Bei der Einreise muss er seinen Schatten abgeben, mit dem er nach und nach auch seine Erinnerungen an sein Leben zuvor und dadurch auch seine Seele verliert. So verwirrt, wie er anfangs vor alldem steht, so schnell akzeptiert er auch die neue, unlogische Welt.

Beide Stränge erklären sich nach und nach gegenseitig auf eine unabhängige, indirekte Weise und hängen tatsächlich eng zusammen, obwohl es eher den Anschein hat, dass sie nichts miteinander zu tun haben.

Übersetzung[Bearbeiten]

Im japanischen Original benutzt Haruki Murakami für den Erzählstrang in Hard-Boiled Wonderland das eher formelle Pronomen watashi für die Erste Person, während in Das Ende der Welt die intimere Form boku verwendet wird. Sowohl in der englischen als auch in der deutschen Übersetzung wurde diese stilistische Form simuliert, indem die Passagen, die am Ende der Welt stehen, im Präsens wiedergegeben werden.[1]

In den neueren Ausgaben wird der Übersetzer von "Ende der Welt" auf eigenen Wunsch hin nicht mehr namentlich genannt, weil er mit den Änderungen, die durch die Anpassung an die neue Rechtschreibung durchgeführt wurden, nicht einverstanden ist.

Quellenangaben[Bearbeiten]

  1. Jay Rubin: Haruki Murakami and the Music of Words. Vintage Books, London 2005, ISBN 978-0-09-945544-8.

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]