Harderwijk

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Gemeinde Harderwijk
Flagge der Gemeinde Harderwijk
Flagge
Wappen der Gemeinde Harderwijk
Wappen
Provinz Gelderland Gelderland
Bürgermeister John Berends (CDA)
Sitz der Gemeinde Harderwijk
Fläche
 – Land
 – Wasser
48,27 km²
38,46 km²
9,81 km²
CBS-Code 0243
Einwohner 45.731 (1. Jan. 2014[1])
Bevölkerungsdichte 947 Einwohner/km²
Koordinaten 52° 21′ N, 5° 37′ O52.3505555555565.6172222222222Koordinaten: 52° 21′ N, 5° 37′ O
Höhe m NAP
Bedeutender Verkehrsweg A28 E232 N302 N303
Vorwahl 0341
Postleitzahlen 3840–3849
Website www.harderwijk.nl
Lage von Harderwijk in den Niederlanden

Harderwijk ( anhören?/i) ist eine Stadt und Gemeinde der niederländischen Provinz Gelderland mit 45.731 Einwohnern. Zur Gemeinde gehört auch das Dorf Hierden, das etwa 2500 Einwohner zählt.

Lage und Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Stadt liegt am Veluwemeer, an der Autobahn A28 AmersfoortZwolle und an einer Eisenbahnlinie, etwa auf halbem Wege zwischen diesen beiden Städten. In Harderwijk halten nur Lokalzüge.

Ein Aquädukt im Veluwemeer überquert die Straße, die in die Provinz Flevoland führt (Straße nach Lelystad). Harderwijk verfügt über Hafenanlagen für Touristen und für die Berufsschifffahrt.

Die Haupterwerbszweige sind der Tourismus, die Industrie (vornehmlich Kleingewerbe), das Militär (mehrere Kasernen) und der Dienstleistungssektor (u. a. Krankenhaus, Amtsgericht (kantongerecht), Steueramt). Die Landwirtschaft und die bis 1932 noch wichtige Fischerei sind heute eher unbedeutend. Jedoch wird die Stadt aufgrund ihrer fischereiwirtschaftlichen Vergangenheit bis heute stark mit der Aalfischerei und dem Räucheraal in Verbindung gebracht.

Geschichte[Bearbeiten]

In der Umgebung von Harderwijk lag schon im Mittelalter das nicht unbedeutende Bauerndorf Selhorst. Harderwijk (Herderewich) wurde erstmals 1231 erwähnt, als Graf Otto II. von Geldern dem Marktflecken das Stadtrecht verlieh.

Es entwickelte sich zu einer überregional bedeutenden Fischerei- und Hafenstadt, trat im 15. Jahrhundert der Hanse bei, und verfügte über eine verhältnismäßig gute Verbindung über Land zum Rhein (karweg, Karrenstraße nach Arnheim).

Im Jahr 1584 erhielt es das Recht, die Münzen der Provinz Gelderland zu prägen. Von 1647 bis 1811, als Ludwig Napoleon sie auflöste, hatte Harderwijk eine Universität. Einige berühmte Gelehrte, unter anderem Carl von Linné und Herman Boerhaave, promovierten an diesem Institut.

Harderwijk erlebte im 18. Jahrhundert einen großen wirtschaftlichen Rückgang. Im Jahr 1814/15 wurde es mit der Gründung des Koloniaal Werfdepot zur Garnisonsstadt. Das Koloniaal Werfdepot war eine Ausbildungs- und Ausmusterungsstelle für Soldaten, die in Niederländisch-Indien, dem heutigen Indonesien, dienen sollten. Die benachbarten Wald- und Heidegebiete waren später als Truppenübungsgelände für Infanterie so wie Artillerie in Gebrauch. Das Militär brachte eine Verbesserung der Harderwijker Wirtschaft. Ein neuer Rückschlag war 1932 der Wegfall der Fischerei, als die Zuidersee nicht länger mit der Nordsee in Verbindung stand.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Kleinindustrie und der Tourismus stark gefördert. Nach 1980 wurde Harderwijk mit vielen Neubauwohnvierteln stark vergrößert, und immer noch werden jedes Jahr viele Wohnungen hinzugebaut.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Das Delphinarium Dolfinarium Harderwijk
  • Die Küste des Veluwemeers (Jachthafen, Badestrand)
  • Das Hinterland Veluwe mit seinen Wäldern und Heidegebieten
  • Die Innenstadt mit der spätgotischen Liebfrauenkirche (15. Jahrhundert), dem malerischen Stadttor Vischpoort (Fischtor), dem kleinen Turm Linnaeustorentje (17. Jahrhundert) und mehreren alten Häusern aus dem 17. bis 19. Jahrhundert
  • Im alten Bauerndorf Hierden tragen die alten Frauen ab und zu noch Trachten.
  • Das Heimatmuseum Stadsmuseum Harderwijk in der Innenstadt
  • Mehrere touristische Veranstaltungen, u. a. die jährlichen Fischereitage, erinnern an frühere Zeiten, als Harderwijk noch ein bedeutender Fischereihafen war.

Bilder[Bearbeiten]

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Töchter und Söhne der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Harderwijk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 12.04.2014Centraal Bureau voor de Statistiek, Niederlande