Hardisleben
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| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Thüringen | |
| Landkreis: | Sömmerda | |
| Verwaltungs- gemeinschaft: |
Buttstädt | |
| Höhe: | 180 m ü. NN | |
| Fläche: | 9,42 km² | |
| Einwohner: | 609 (31. Dez. 2007)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 65 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 99628 | |
| Vorwahl: | 036377 | |
| Kfz-Kennzeichen: | SÖM | |
| Gemeindeschlüssel: | 16 0 68 024 | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Großemsener Weg 5 99628 Buttstädt |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeisterin: | Herma Janicke (FWG) | |
| Lage der Gemeinde Hardisleben im Landkreis Sömmerda | ||
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Hardisleben ist eine Gemeinde im Landkreis Sömmerda in Thüringen. Sie gehört der Verwaltungsgemeinschaft Buttstädt an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Buttstädt hat.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
Hardisleben liegt im östlichen Teil des Thüringer Beckens zwischen Ettersberg und Finne.
[Bearbeiten] Geschichte
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[Bearbeiten] Frühgeschichte
Die Besiedlung des Gebietes lässt sich schon in der Steinzeit nachweisen. Von 3000 bis 2000 v. Chr. stammen Funde aus der Epoche der Schnurkeramik, wie ein Henkelkrug. In der Ellingerschen Grube befanden sich sechs Gräber aus der Jungsteinzeit. Weiterhin finden sich Relikte aus der Bronzezeit (2000 - 100 v.Chr.) bei der Wiesenmühle, im Harschbachtal, auf dem Dornberg und am Hohen Stade. Hierunter waren Schüsseln von 33cm ǿ und 13cm Höhe, Töpfchen, Sichel, Hohlmeißel, Nadel, Gürtelschnalle und Scherben.
[Bearbeiten] Königreich Thüringen
siehe auch: Geschichte Thüringens
Im dritten Jahrhundert siedelte sich ein westgermanischer Stammesverband, die Warnen aus Nordschleswig, in der Gegend von Hardisleben an. Eine Hundertschaft in Hardisleben fand im Lossabogen, am Auberg ein ideales Gelände für einen gesicherten Schutz. Befestigungen wurden in Form eines Wallgrabens angelegt. Die erste von den Warnen gegründete Siedlung befand sich in der Schenke bis zur Niedermühle „Schenkenhohle“. Warnensiedlungen waren Haufendörfer, bewohnt von einer großen Sippe. Die Familien betrieben gemeinsam Weide- und Feldwirtschaft. Fachleute halten das 50 m lange Riesengrab, Gräben und Wälle in Harassholz, die Schanzen und den Höhenzug am Loh für Spuren aus der Zeit der Völkerwanderung. Von den Warnern wurde eine zweite Siedlung um 900 gegründet im Bereich des heutigen Oberdorfes gegründet. Die Schutzwasserburg wurde um 500 n. Chr. altthüringischer Herrensitz. 531 wurde durch die Niederlage der Thüringer Stämme in der Schlacht bei Burgscheidungen an der Unstrut das Königreich zerschlagen. Das Gebiet gelangte unter fränkischen Einfluss.
[Bearbeiten] Beginn des Mittelalters
Durch Ansiedlung fränkischer Soldaten bildete sich in der Folge ein Straßen- und Reihendorf heraus. Die Burganlage von Hardisleben wurde zu einem fränkischen Fronhof umgewandelt. Diese Epoche ist gekennzeichnet durch den Übergang von der Zweifelder- zur Dreifelderwirtschaft und den beginnenden Weinbau. Die Flurbezeichnung „Auf dem Weingarten“ hat ihren Ursprung hieraus.
Im Jahr 1239 tauchte der Name Hardisleben erstmals in den Urkunden auf, in Form eines Heinrich von Hardisleben. Eine weitere Urkunde aus demselben Jahr bezeichnet den Ort als Hartisleiben. Graf Hermann von Orlamünde vermachte 1337 dem Altar St. Nicolai in der Johanniskirche zu Hardisleben Land und Höfe, damit für sein Seelenheil dort täglich eine Messe gelesen wird. Kirchlich gehörte Hardisleben zu Naumburg, weltlich seit 1346 zum Landgrafen von Thüringen. Durch Krieg hatte Landgraf Friedrich II. (der Ernsthafte) gegen Hermann von Weimar-Orlamünde Hardisleben in seinen Besitz gebracht. Die Wasserburg wurde zerstört. In der Folgezeit wechselten die Eigentümer von Hardisleben durch Erbschaft, Verpfändung und Kauf mehrmals.
Die Wasserburg in Hardisleben war nicht so gut ausgebaut. Sie wurde urkundlich zusammen mit dem Dorf unter Ernst von der Lippe erobert, 1181 geschleift und in Lehen genommen. Er war Lehensmann des Sachenherzogs Heinrich des Löwen, der im Dienste Barbarossas stand. Erst 1342 gelangte die Burg wieder unter einen Thüringer Herrn.
Hardisleben hatte sich zu einem ansehnlich großen Ort entwickelt. Außer der schon erwähnten Johanneskirche (Unterkirche) war 1487 noch eine Holzkirche auf dem Friedhofsgelände erbaut worden. Man nannte sie “Zur lieben Frauen“. In der Reformationszeit wurde sie wieder abgerüstet. Als die Hardislebener Bevölkerung 1538 zum protestantischen Glauben übertrat, wurde das Gebäude fortan als Scheune genutzt und brannte später ab.
[Bearbeiten] Das Amt Hardisleben
1554 gab es den ersten Lehrer an der Kirche. Die Kirche gab mehrere Besitzungen ab, darunter auch Grundstücke mit einem Brauhaus an der Lossa und mit einer Darre am Harschbach. Das Grundstück mit dem Brauhaus wurde am 29. Mai 1572 der Gemeinde überlassen. 1585 kaufte Herzog Friedrich Wilhelm von Altenburg dem Kurt von Münlich das Rittergut Hardisleben samt dem Dorfe und den Ortschaften, Teutleben und Eßleben ab und fügte 1590 noch Mannstedt hinzu. Diese 4 Ortschaften bildeten zusammen einen Amtsbezirk. 1590 wurde das Herzoglich Altenburgische Amt Hardisleben gebildet, das 1735 um die Vogtei Brembach vergrößert wurde und dem zeitweilig auch Rastenberg unterstellt worden war. Herzog Friedrich Wilhelm wohnte bis 1627 zeitweilig zur Jagd hier im Schloss. Vor dem Eingang des Schlosses lag die Fronfeste, die 1772 erbaut worden war. Sie enthielt nicht nur eine Wohnung für den Amtsdiener, sondern auch vier Gefängnisräume. Die dort befestigten Ketten befanden sich bis vor kurzem noch an der Wand des Grundstücks.
[Bearbeiten] Der 30-jährige Krieg (1618 – 1648)
Dieser Krieg hinterließ auch in Hardisleben seine Spuren. Die Johanniskirche wurde geplündert, eine Scheune (ehemalige Kirche im Oberdorf) wurde 1629 von Soldaten aufgebrochen und daraus Hafer und Stroh gestohlen. Der Weinberg am Auberg ging ganz ein, später auch die anderen Anlagen. 1630 - 31 errichteten die Hardislebener Schlagbäume, Gräben, hölzerne Brücken, mit Palisaden versehene Schanzen und Remketten (feststehende waagerechte Holzbalken). So konnten die ständig auf Wache stehenden Posten das Dorf besser schützen. Am 1. Mai 1679 ist eine große Feuersbrunst entstanden. Durch Sturmwinde wurde der Brand weiter angefacht, so dass binnen zwei Stunden nicht nur das ganze Fürstliche Schloss samt dem dazugehörenden Vorwerk (landwirtschaftlich genutzte Gebäude), sondern auch Kirch-, Pfarr- und Schulgebäude, das Backhaus nebst noch 51 Wohnhäusern mit allen dazugehörigen Nebengebäuden verbrannten.
Die Erbauung und Unterhaltung von 13 Grenz- und Wachhütten und ein streng organisiertes System der Wachen hatte 1680 bis 1684 dazu beigetragen, dass die Pest, die in Guthmannshausen, Rastenberg und Buttstädt wütete, nicht nach Hardisleben eindringen konnte.
1683 entstand eine Ziegelscheune mit dem Brennofen in Hardisleben. Sie lag auf der „Mitternachtsseite“ des Dorfes und gehörte der „gnädigen Herrschaft“ Der Brennofen war die Hölle und stand auf dem heutigen Grundstück der Familie Görmer. Das Material für die Ziegeln, der Lieden, wurde auf der anderen Seite des Harschbaches geholt. Dieses Arial nennt man noch heute „Hinter der Hölle“. Es ist das neu erschlossene Wohngebiet Hardislebens. Jährlich wurden in dem Brennofen 6 mal 1200 Ziegeln und 2000 Backsteine gebrannt.
[Bearbeiten] Das 20. Jahrhundert der Kriege
Während des Zweiten Weltkrieges mussten 28 Frauen und Männer aus der Sowjetunion und Polen Zwangsarbeit verrichten: auf dem Stadtgut Rastenberg und im Staatsforst.[2]
[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung
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Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Gemeinderat
Der Gemeinderat aus Hardisleben setzt sich aus acht Mitgliedern einer Freien Wählergemeinschaft zusammen (Stand: Kommunalwahl vom 27. Juni 2004).
[Bearbeiten] Bürgermeister
Die ehrenamtliche Bürgermeisterin Herma Janicke wurde am 26. Juni 2004 wiedergewählt. Sie ist seit über 30 Jahren Bürgermeisterin.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
- Gottlob König (* 18. Juli 1779; † 22. Oktober 1849 in Eisenach), Forstwissenschaftler.
- Johann Sebastian Mitternacht (* 30. März 1613; † 25. Juli 1679 in Zeitz) Theologe, Rhetoriker, Pädagoge, Dramatiker und Barockdichter
- Ulrich Fliege, Mitglied im Zentralkomitee der SED.
- Martha Kuhnert (* 20. Mai 1900; † 20. September 1997) Bürgermeisterin von 1955 bis 1973
[Bearbeiten] Quellen
- ↑ Thüringer Landesamt für Statistik: Bevölkerung nach Gemeinden
- ↑ Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 270, ISBN 3-88864-343-0
[Bearbeiten] Weblinks
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