Hardliner

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Der Begriff Hardliner bezeichnet (z. B. in der Politik) Personen, die gegen alle Widerstände („um jeden Preis“) ihre – vielfach auf ein einzelnes Ziel ausgerichtete – Politik durchzusetzen versuchen und jeglichen Kompromiss ablehnen. Gewöhnlich wird damit verbunden, dass sie wenig Hemmungen auch beim Einsatz von Gewalt haben: Sie vertreten oft kompromisslos eine „harte Linie“.

Begriffliches Umfeld[Bearbeiten]

Oft werden sie auch mit den „Falken“ (engl. hawks) gleichgesetzt. Die Parodie auf bzw. der Spottbegriff für hawks (Falken), die verbal nachdrücklich für militärische Optionen und „hartes Durchgreifen“ generell plädieren, selbst jedoch kaum oder keine militärische Erfahrung (insbesondere nicht auf Schlachtfeldern) haben, lautet Chickenhawks, also wörtl. „Hühnerfalken“, gelegentlich „Hühnerhabichte“ (übersetzt auch als Drückeberger-Falken).

Als Letztere wurden und werden vor allem George W. Bush und zahlreiche Mitglieder seiner Regierung bezeichnet, von denen ungewöhnlich viele dem Wehrdienst entgingen, sich ihm anderweitig entzogen – wie ihnen vorgeworfen wurde, im Einzelfall auch widerrechtlich, wofür das US-Militärakronym AWOL steht („Absent without Leave“, zu Deutsch: Unerlaubte Entfernung von der Truppe) – oder ihn in der Etappe bzw. Zuhause ableisteten.

Gemäßigte oder gar pazifistisch eingestellte Politiker werden als Tauben (engl. doves) bezeichnet, was für die „Falken“ wiederum ein Synonym für Zauderer und Zögerer, wenn nicht gar für Feiglinge und Schwächlinge (engl. cowards and weenies) ist.

Beide Schlagwörter haben ihren Ursprung in der Heraldik und Emblematik (s. a. Emblem): Die Friedenstaube mit dem Ölzweig ist in diesen Feldern als Symbol ähnlich verbreitet wie der Falke oder der Adler, die für Kraft, Stärke, Angriffslust und - im Fall des Adlers - Herrschaft stehen.

Zitate aus Medien[Bearbeiten]

„Grasser soll aufhören, den Hardliner zu mimen“

Werner Kogler: „Kurier“, 20. März 2005

„Auf der Kölner Konferenz gegen den israelischen Sicherheitszaun waren die Hardliner am Werk“

– „Freitag“, 18. Juni 2004

„Spiegel, Spiegel an der Wand, wer ist der größte Hardliner im Land?“

– Der Spindoktor - Weblog, 25. September 2004

„Mit den Hardlinern ist das so eine Sache, erst fordern sie die radikalste Möglichkeit, und dann ziehen sie sich zurück.“

Michael Bög: Stuttgart 21, 16. Oktober 2010

„Die Falken in Washington freilich werden Obama wie üblich Schwäche vorwerfen, ja gefährliches Appeasement zum Vorteil eines Diktators, und das mehrheitlich republikanische US-Parlament dürfte versuchen, die Annäherung zu sabotieren.“

Nicolas Richter: Süddeutsche Zeitung, 18. Dezember 2014[1]

Begriffunterscheidung[Bearbeiten]

Im politischen Bereich ist Falken auch die Bezeichnung für Kinder- und Jugendorganisationen aus dem Umfeld sozialistischer oder sozialdemokratischer Parteien, wie z. B. die Sozialistische Jugend Deutschlands - „Die Falken“ als unabhängige Vorfeldorganisation der deutschen SPD. Auch in anderen Ländern wird der Begriff - jeweils übersetzt in die Landessprache - in diesem Bereich so angewendet, etwa in Tschechien, wo es nach wie vor eine Jugendorganisation namens Sokol (Falke) gibt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Richter, Nicolas, Ende einer Feindschaft, Süddeutsche Zeitung Online, 17.12.2014, http://www.sueddeutsche.de/politik/kuba-und-usa-ende-einer-feindschaft-1.2272602