Hardtwaldstadion

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Hardtwaldstadion
Hardtwaldstadion
Hardtwaldstadion
Daten
Ort DeutschlandDeutschland Sandhausen, Deutschland
Koordinaten 49° 19′ 55,5″ N, 8° 38′ 51,6″ O49.3320833333338.6476666666667Koordinaten: 49° 19′ 55,5″ N, 8° 38′ 51,6″ O
Eigentümer SV Sandhausen
Eröffnung 1951
Renovierungen 1987/88, 2002, 2007, 2008
Erweiterungen 2012, 2014
Oberfläche Naturrasen
Kapazität 15.300
Verein(e)
  • SV Sandhausen

Das Hardtwaldstadion in Sandhausen ist ein reines Fußballstadion. Es liegt in einem Waldstück am südlichen Ortsausgang. Im Stadion spielt die Mannschaft des SV Sandhausen, der auch Eigentümer des Stadions ist.[1] Der Name des Stadions bezieht sich auf dessen Lage am Rande der Schwetzinger Hardt, dem nördlichsten Teil des Hardtwaldes.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Stadion wurde im Jahre 1951 eröffnet, damals noch mit einem Sandplatz. Zehn Jahre später wurde erstmals ein Rasen verlegt. 1987/88 wurde die überdachte Tribüne gebaut. Unter der Tribüne befindet sich neben den Sanitäranlagen, den Presseräumen und den Vorstandsbüros auch eine kleine Wohnung, welche als Übernachtungsmöglichkeit für Testspieler genutzt wird. In der Saison 2001/02 wurde eine Flutlichtanlage installiert, die die Richtlinien für die 2. Bundesliga erfüllt. Im Sommer 2008 wurde das Stadion an die Richtlinien für die neue 3. Liga angepasst. So wurde provisorisch eine Stahlrohrtribüne mit 2500 Sitzplätzen erstellt, ein VIP-Haus gebaut, eine Videoleinwand installiert sowie die Einrichtungen für Presse und Polizei erweitert. Das Hardtwaldstadion hatte damit ein Fassungsvermögen von 10.231 Plätzen, davon 2954 überdachte Sitzplätze.

Anlässlich des Aufstieges des Vereines in die Zweite Bundesliga wurde das Stadion im Sommer 2012 durch den Bau zweier zusätzlicher Tribünen beidseitig der Haupttribüne auf ein Fassungsvermögen von ca. 12.100 Zuschauern vergrößert. Die östliche Erweiterung umfasst 377 neue Sitz- und 72 Logenplätze, die westliche 1.500 Stehplätze. Außerdem wurden weitere bauliche Erweiterungen vorgenommen sowie eine Rasenheizung eingebaut. Die Gesamtkosten beliefen sich auf etwa 3,6 Millionen Euro.[2][3][4] Da dem Verein der Klassenerhalt in der Saison 2013/14 gelungen war, wurde gemäß der Regularien der DFL das Fassungsvermögen zur neuen Saison auf 15.300 Zuschauer erweitert.[5] Hierfür wurde eine Stehplatztribüne hinter dem westlichen Tor sowie eine Tribüne mit Sitz- und Stehplätzen auf der Gegengeraden errichtet.[2] Der Bau eines neuen, 20.000 Zuschauer fassenden Stadions, etwa am anderen Ortsende in Richtung Schwetzingen, war für die fernere Zukunft angedacht,[6][1] jedoch wurden diese Pläne nicht weiter verfolgt, da ein zu großer finanzieller Aufwand damit verbunden war.

Erstmals nach der Erweiterung ausverkauft war das Stadion im Zweitligaspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern am 31. März 2013.[7] Gleichzeitig wurde der bisherige offizielle Rekord von 11.300 Zuschauern vom DFB-Pokalspiel gegen Borussia Dortmund vom 30. Juli 2011 eingestellt. Nach Angabe eines Vorstandsmitglieds des Vereins sollen aber mit knapp 13.000 noch mehr Zuschauer das Pokalspiel gegen den VfB Eppingen am 15. Februar 1975 gesehen haben.[8]

Im Hardtwaldstadion fanden mehrere Länderspiele deutscher Jugendnationalmannschaften statt, darunter gegen die Niederlande und gegen Frankreich.[9] Zuletzt gelang der U-19 am 8. August 2010 im Rahmen der Qualifikation für die U-19-Fußball-Europameisterschaft 2011 ein 10:0-Erfolg gegen Andorra.[10] Während der Fußball-WM 2006 diente das Stadion der im benachbarten Walldorf untergebrachten Fußball-Nationalmannschaft von Costa Rica als Trainingsgelände. Ein in diesem Zusammenhang organisiertes Freundschaftsspiel gegen eine regionale Fußballauswahl aus der Kurpfalz konnte letztere mit 3:2 für sich entscheiden.[11]

Eingegangen in die Fußball-Geschichte ist das Stadion am 27. August 1995. An jenem Sonntag besiegte der SV Sandhausen die Bundesligamannschaft des VfB Stuttgart in der ersten Runde des DFB-Pokals im Elfmeterschießen mit 13:12. Dies ist das torreichste Ergebnis in der Geschichte des Wettbewerbs.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Wendelin Hübner: Der Dorfclub. Spiegel Online, 3. August 2012, abgerufen am 20. August 2012.
  2. a b Christoph Moll: Das Hardtwaldstadion wird zur Fussballarena. Rhein-Neckar-Zeitung, 5. Mai 2012, online verfügbar im Forum des SV Sandhausen sowie bei Transfermarkt.de, abgerufen am 23. August 2013.
  3. Investition in Beine und Steine. Schwetzinger Zeitung, 15. Mai 2012, abgerufen am 20. August 2012.
  4. Claus Weber: Mit breiter Brust ins Pokalspiel (Version vom 22. August 2012 im Internet Archive). Rhein-Neckar-Zeitung, 18. August 2012.
  5. Stadionhandbuch von DFB und DFL, Kapitel 8. Online verfügbar bei Bundesliga.de, PDF, 2,4MB, abgerufen am 23. August 2013.
  6. Galerie: Sandhausener Hardtwaldstadion wird ausgebaut. Stadionwelt.de, 4. Juni 2012, abgerufen am 20. August 2012.
  7. Ausverkauft / Fanutensilien / Zusätzliche Parkplätze. Pressemitteilung des Vereins vom 29. März 2013, abgerufen auf dessen Website am 23. August 2013
  8. Wolfgang Brück: Damals saßen sie auf den Bäumen. Rhein-Neckar-Zeitung, 28. März 2013, abgerufen am 23. August 2013
  9. Christian Kunz, Uwe Jentzsch: Costa Rica ziehts nach Nordbaden. Heilbronner Stimme, 14. Dezember 2005, abgerufen am 20. August 2012.
  10. Spielbericht bei Transfermarkt.de. Abgerufen am 20. August 2012.
  11. Tobias Schächter: Slapstick in der Abwehr. Berliner Zeitung, 3. Juni 2006, abgerufen am 20. August 2012.