Harki (Volksstamm)

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Harki (auch: Herki) sind ein kurdischer Volksstamm aus West-Aserbaidschan, (Iran). Das Stammesgebiet grenzt an Ostanatolien und den nordöstlichen Irak.

Bis 1963 waren die Harki im Iran nachweislich überwiegend in nomadischen Strukturen verhaftet und lebten entlang der Grenzen des Irak und der Türkei, westlich beziehungsweise südwestlich des Urmiasees. Ihre Sommerlager unterhielten sie im Hochland von Dahestan (Targavar und Daštbil); ihre Winterquartiere zudem in Margavar. Etwa 1350 Familien konnten gezählt werden. Wichtige Clans waren die Mandān, die Sayyedān und die Sarhāti.

In der Türkei und dem Irak leben die Harki sehr verstreut. Um die Wende in das 20. Jahrhundert wurde beschrieben, dass einige Familien bei Erzurum, um den Vansee sowie nahe der irakischen Stadt Mosul siedelten.[1] Unweit von Mosul lebten einige in den Wintermonaten zwischen Arbil und Ravāndez und in den Sommermonaten an den Wassern und Zuläufen des Kleinen Zab. Ihre nomadischen Wanderzüge wurden lebhaft beschrieben.[2]

Die Harki Persiens schlossen sich Scheich Ubeydallah an, einem einflussreichen kurdischen Scheich des Naqschbandi-Ordens. Ubeydallah war ferner der Führer des Scheich-Ubeydallah-Aufstandes, der eine der bedeutsamsten „(proto)nationalistischen“ kurdischen Aufstandsbewegungen des 19. Jahrhunderts war[3] und sich dafür starkmachte, einen unabhängigen kurdischen Staat zu gründen. 1880 war er in den Iran eingewandert.[4] Dieser Prozess wiederholte sich nochmals im Jahr 1946, als die Harki Qazi Mohammed bei demselben Vorhaben unterstützten. Dem Vorhaben war kurzfristiger Erfolg mit der Gründung der Republik Mahabad beschieden, drei Tage nach Gründung der Autonomen Republik Aserbaidschan.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. “Ilāt va ʿašāyer-e Irān,” in Komisiun-e melli-e Yune-sko dar Irān (UNESCO), Irān-šahr I, Tehran, 1342 Š./1963, pp. 114-66.
  2. B. Dickson, “Journeys in Kurdistan,” The Geographical Journal 35, April 1910, pp. 357-79.
  3. Martin van Bruinessen: Agha, Scheich und Staat. Politik und Gesellschaft Kurdistans. Berlin 1989, S. 342.
  4. H. Arfa: The Kurds. London, 1966.