Harmony Lessons

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Filmdaten
Deutscher Titel Harmony Lessons
Originaltitel Russisch:
Уроки гармонии
(Uroki Garmonii)
Kasachisch:
Асланның сабақтары
Produktionsland Kasachstan, Deutschland, Frankreich
Originalsprache Kasachisch
Erscheinungsjahr 2013
Länge 110 Minuten
Stab
Regie Emir Baigazin
Drehbuch Emir Baigazin
Produktion Anna Katchko
Kamera Aziz Zhambakiyev
Schnitt Emir Baigazin
Besetzung
  • Timur Aidarbekov: Aslan
  • Aslan Anarbayev: Bolat
  • Mukhtar Andassov: Mirsain
  • Anelya Adilbekova: Akzhan
  • Omar Adilov: Madi
  • Chefermittler: Beibitzhan Muslimov
  • Bagila Kobenova: Aslans Großmutter

Harmony Lessons (Russisch: Уроки гармонии, Kasachisch: Асланның сабақтары) ist ein Spielfilm des kasachischen Regisseurs Emir Baigazin aus dem Jahr 2013. Er erzählt die Geschichte des 13-jährigen Aslan, der sich an einer Dorfschule gegen Erniedrigungen und Ausgrenzung zur Wehr setzt.

Handlung[Bearbeiten]

In der Schule eines nicht genannten Dorfes in der Nähe von Almaty hat sich unter den Schülern ein hierarchisches System von Erpressungen und Erniedrigungen herausgebildet. Der schüchterne und von einem unablässigen Reinigungszwang geplagte Aslan wird von seinen Mitschülern gehänselt und ausgegrenzt. Besonders der gewalttätige Bandenchef Bolat setzt ihm dabei zu. Im Haus seiner Großmutter lässt Aslan seine unterdrückten Aggressionen an gefangenen Kakerlaken aus, für die er sich immer perfidere und absurdere Foltermethoden ausdenkt. Mirsain, ein neuer Schüler aus der Stadt, widersetzt sich zunächst den herrschenden Machtstrukturen, muss seine Machtlosigkeit aber schließlich doch einsehen. Nachdem Bolat einen anderen Mitschüler krankenhausreif prügelt, um an dessen neue Turnschuhe zu gelangen, beschließt Aslan, den Widersacher zu töten.

Als wenig später die blutverschmierte Leiche Bolats aufgefunden wird, geraten sowohl Aslan als auch Mirsain in Verdacht. Im Untersuchungsgefängnis werden sie von den Beamten tagelang gefoltert; doch beide Schüler beteuern ihre Unschuld.

Hintergrund[Bearbeiten]

Harmony Lessons ist das Spielfilmdebüt des kasachischen Regisseurs Baigazin. Der Film wurde durch den World Cinema Fund der Kulturstiftung des Bundes gefördert.[1] Als erste kasachische Produktion überhaupt erhielt er eine Einladung in den Wettbewerb der Berlinale. Dort feierte er am 14. Februar 2013 seine Weltpremiere.

Rezeption[Bearbeiten]

Die Festivalkritiken fielen überwiegend positiv aus. Neben der gesellschaftlichen Thematik und der Leistung der jungen Darsteller wurde vor allem die Ästhetik und die Kameraführung des Films gelobt. So schreibt David Assmann im Tagesspiegel, „die präzise komponierten Bilder des Kameramanns Aziz Zhambakiyev'“ verliehen „der Handlung die Neutralität einer Versuchsanordnung“ und strahlten gleichzeitig „eine poetische, beinahe meditative Ruhe aus“.[2] Die Leserjury der Berliner Morgenpost wählte Harmony Lessons zum besten Film des Wettbewerbs.[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Kameramann Aziz Zhambakiyev gewann den Silbernen Bären für eine herausragende künstlerische Leistung.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Paul Katzenberger: Tipps aus dem Programm im Berlinaleblog: Uroki Garmonii sueddeutsche.de, 8. Februar 2013
  2. David Assmann: Der Mensch ist des Menschen Lamm tagesspiegel.de, 14. Februar 2013
  3. Preise von unabhängigen Jurys berlinale.de