Haro

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Haro (Begriffsklärung) aufgeführt.
Gemeinde Haro
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Haro
Haro (Spanien)
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Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: La RiojaLa Rioja La Rioja
Provinz: La Rioja
Comarca: Haro
Koordinaten 42° 35′ N, 2° 51′ W42.580894444444-2.8499222222222479Koordinaten: 42° 35′ N, 2° 51′ W
Höhe: 479 msnm
Fläche: 40,53 km²
Einwohner: 11.713 (1. Jan. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 289 Einw./km²
Postleitzahl: 26200
Gemeindenummer (INE): 26071 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Bürgermeister: Patricio Capellán Hervías
(PP)
Webpräsenz der Gemeinde

Haro ['aɾo] ist eine Gemeinde in Nordspanien in der Region La Rioja. Sie hat 11.713 Einwohner (Stand 1. Januar 2013).

Geographie[Bearbeiten]

Haro liegt auf rund 479 m ü. NN im Nordwesten der spanischen Autonomieregion La Rioja nahe der Einmündung des Flusses Tirón in den Ebro. Die Stadt befindet sich 19 km südöstlich von Miranda de Ebro. Die nächstgelegenen Großstädte sind Vitoria-Gasteiz (43 km nördlich) und Logroño (44 km südöstlich).

Verkehr[Bearbeiten]

Haro liegt an der mautpflichtigen Autobahn AP-68, die Bilbao mit Saragossa verbindet. Unweit der Anschlussstelle entfernt befindet sich ein Autobahnkreuz, an diese die Nordautobahn A-1 kreuzt, die einen direkten Anschluss der Städte Burgos und Vitoria ermöglicht.

In der Stadt befinden sich zwei Bahnhöfe der Staatsbahn RENFE, an denen Regionalbahnen der Linie Valladolid-Logroño halten. Da auf dieser Linie jedoch fast ausschließlich Express-Züge verkehren, hat der zweite Bahnhof kaum Bedeutung. Im Westen der Stadt befindet sich ein Busbahnhof, wo Fernbuslinien die Stadt mit Städten in ganz Spanien verbinden und Regionalbuslinien ihren Endpunkt haben, die Haro mit Miranda de Ebro, Santo Domingo de la Calzada und über die Dörfer an der Nordseite des Ebro-Flusses mit Logroño verbinden.

Die Stadt betreibt zwei Stadtbuslinien, die je halbstündlich zwischen 6 und 21 Uhr verkehren. Zwei weitere Linien werden nur sporadisch bedient und verbinden das Stadtzentrum mit den Industrie- und Weinbaugebieten. Aufgrund der zahlreichen Neubaugebiete in der Stadt soll das Stadtbusnetz weiter ausgebaut werden.

Bis in die 1960er Jahre gab es eine meterspurige Eisenbahnstrecke von Haro nach Ezcaray, die einige Jahre später abgebaut wurde. Auf dieser Strecke befindet sich heute ein Radweg mit besonderer touristischer Bedeutung, da dieser das Ebrotal mit der Gebirgsregion fast kreuzungsfrei und ohne große Anstiege verbindet. Dabei führt er über die Viadukte und durch die Tunnels der einstigen Eisenbahnstrecke.

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten]

Kirchturm von Santo Tomás

Stadtbild[Bearbeiten]

Haro ist der Hauptort des Weinanbaugebiets Rioja Alta. Daher ist das Stadtbild stark vom Weinbau und den zugehörigen Weinkellereien (Bodegas) geprägt. Die Bodegas befinden sich nicht nur außerhalb des Ortes, sondern auch direkt im Zentrum. Des Weiteren hat der Wein der Stadt einen merklichen Reichtum erzeugt, was sich an den Gebäuden des Orts verdeutlicht, darunter einige Herrschaftshäuser aus dem 16. und 18. Jahrhundert.

In Haro befindet sich ein Weinmuseum (span. museo del vino).

Wirtschaft[Bearbeiten]

Haro ist eine Stadt, die traditionell durch den Weinbau geprägt ist. Der Weinbau gewann in der Stadt im 19. Jahrhundert an besonderer Bedeutung, als sich französische Weinbauern in der Stadt niederließen, um dort Wein nach französischem Vorbild zu keltern. In der einst landwirtschaftlich geprägten Gemeinde setzte die erste Industrialisierung mit dem Bau der Eisenbahnlinie durch das Ebrotal ein, wobei die Industriebetriebe hauptsächlich im Bahnhofsviertel entstanden. Im Bahnhofsviertel sind bis heute historische Betriebe erhalten und von touristischer Bedeutung, wobei dieses als Gewerbegebiet im eigentlichen Sinne keine Bedeutung mehr hat. Entrecarreteras und Fuente Ciega heißen die beiden Gewerbegebiete, in der heute die meisten Betriebe angesiedelt sind. Von besonderer Bedeutung ist neben der Lebensmittelindustrie die Textil- und Schuhproduktion. Ferner gibt es Chemiebetriebe und Holzverarbeitung.

Bodegas[Bearbeiten]

Viele der Bodegas in Haro sind bekannt für ihre exzellenten Rotweine. Die wichtigsten sind:

  • Bodegas Bilbainas
  • Bodegas Carlos Serres
  • CVNE (Compañía Vinícola del Norte de España)
  • Bodegas Rioja Santiago
  • Federico Paternina
  • Bodegas Martínez Lacuesta
  • Bodegas Muga
  • López Heredia - Viña Tondonia
  • Bodegas Ramón Bilbao
  • La Rioja Alta
Batalla del Vino

Traditionen[Bearbeiten]

Jedes Jahr findet am 29. Juni die sogenannte "Weinschlacht" (span. Batalla del Vino) statt. Früh morgens begeben sich die weiß gekleideten Teilnehmer auf einen Hügel in der Nähe, wo sie sich gegenseitig mit Rotwein bespritzen. Im Anschluss findet ein gemeinschaftliches Essen statt. Der Ursprung der Weinschlacht ist auf einen alten Streit mit dem benachbarten Miranda de Ebro um den Besitz einiger Hügel zurückzuführen, die sich genau zwischen beiden Orten befinden.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Haro – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero de 2013. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).