Harold Ainsworth Peto

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Hartham Park, Wiltshire, das neue Wasserbecken, historische Aufnahme von 1903

Harold Ainsworth Peto (* 11. Juli 1854 in 12 Palace Gardens in Westminster, London; † 16. April 1933 auf Iford Manor, Wiltshire) war ein englischer Architekt und Gartengestalter.

Leben[Bearbeiten]

Somerleyton Hall, der Familiensitz 1880, aus Morriss, Seats of Noblemen and Gentlemen

Sein Vater war der Gutsherr, Abgeordnete und Spekulant Sir Samuel Morton Peto (1809–1889) aus Somerleyton Hall in Lowestoft, Suffolk, der 1866 durch Spekulationen im Eisenbahnbau bankrottging, seine Mutter Sarah Ainsworth (1821–1892), die zweite Frau seines Vaters war die Tochter eines Textilherstellers. Peto war das sechste von zehn Kindern. Peto verbrachte seine Jugend in Somerleyton Hall, dem Landgut seines Vaters mit großen, typisch viktorianischen Gartenanlagen, bis es 1863 an Sir Francis Crossley verkauft werden musste.[1] Von 1869 bis 1871 besuchte er die private Harrow School. Danach machte er bei J. Clements in Lowestoft eine Lehre als Baumeister. 1874 trat er in das Londoner Architekturbüro Karslake and Mortimer ein.[2] 1871–1892 war er Partner von Ernest George. Zu ihren Schülern gehörten Guy Dauber, Herbert Baker und Edwin Lutyens.[3] Nach Auflösung der Partnerschaft 1892 zog er nach Kent, 1896 in die Nähe von Salisbury in Wiltshire. Er reiste nach Kontinentaleuropa, nach Ägypten (1892–93), Sizilien 1895 und 1898 in den fernen Osten. Er durfte 15 Jahre nicht mehr in Großbritannien praktizieren und arbeitete daher oft für englische Emigranten und Sommergäste an der französischen Riviera.

Iford Manor, Treppe der großen Terrasse

1899 besichtigte er mit seinem Freund Avray Tipping Iford Manor, ein elisabethanisches Herrenhaus in der Nähe von Bradford-on-Avon. Er kaufte es und gestaltete dessen Garten in italienischem Stil. Es gab jedoch auch einen kleinen japanischen Garten[4]. Der Garten ist mit zahlreichen Architekturbruchstücken, Statuen, Sarkophagen und Renaissance-Gartenornamenten verziert, die er in Italien zusammengekauft hatte. Er sollte hier bis zu seinem Tode wohnen.

Nach 1918 gestaltete er keine Gärten mehr. Er starb unverheiratet und wurde in Chedington in Dorset begraben.

Werk[Bearbeiten]

Italienischer Garten auf Garinish, Irland
Iford Manor
  • Bridge House, Weybridge, Surrey, Ende der 1890er Jahre, Eigentümer Henry Seymour Trower (1843–1912)
  • Buscott Park, Oxon, Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert, 1904
  • Easton Lodge, Essex, 1902-1903, Gräfin Warwick
  • Hartham Park bei Chippenham, Wiltshire, 1903, Eigentümer John Dickson-Poynder MP
  • Iford Manor, Frome-Tal, Wiltshire[5], heute denkmalgeschützt
  • Ilnacullin, Garinish, Irland
  • Isola Bella, Californie bei Cannes, Eigentümer van André, 1909. Nur Garten
  • Villa Maryland, Alpes Maritimes, Frankreich, 1904, Eigentümer Arthur Wilson, im Stil der Renaissance und formaler Garten
  • Villa Rosemary, französische Riviera, 1908, Eigentümer Arthur Cohen, 1 ha, im Stil der italienischen Renaissance
  • Villa Sylvia, Cap St. Jean Ferrat, 1902, Eigentümer Ralph Curtis. Sie gilt als der "englischste" von Petos Gärten[6]
  • Wayford Manor, Somerset, Herrenhaus aus dem 13. Jahrhundert
  • West Dean, Sussex
Gartenteich in Buscott Park

Stil[Bearbeiten]

Peto war sowohl dem Neo-Klassizismus (Neo-Italienische Schule) als auch dem Arts and Crafts Movement, der englischen Variante des Jugendstils verbunden. Er glaubte, daß Haus und Garten auf die umgebende Landschaft abgestimmt und zueinander passen sollten. So setzte er bevorzugt lokalen Stein ein, wenn er nicht auf Marmor zurückgriff.

Er entwarf gewöhnlich nicht nur das Gebäude, sondern auch Möbel und die Bepflanzung der Beete[7]. Er bewunderte unter anderem die Villa Hadriana in Tivoli[8] und errichtete zahlreiche Gebäude und Gärten im Stil der italienischen Renaissance. Seine Gärten enthielten oft Freitreppen, Loggien und Kolonaden im italienischen Stil. In der Gestaltung der Villa Rosemary ahmte er Elemente aus dem Generalife nach. Pflanzen setzte er vor allem als Ornament ein[9]. Er glaubte, daß alte Gebäude und Ruinen eine Verbindung zur Vergangenheit schafften, die allein durch Pflanzen nicht zu erreichen war[10]. In der Villa Maryland gestaltete er zwar einen "Römischen Garten", dieser war aber nicht der Versuch, einen antiken Garten nachzuempfinden, sondern lediglich ein Pastiche mit einem Gartenhaus in Form eines Tempelchens mit ionischen Säulen und Porträtköpfen in antikisierendem Stil, die auf Säulen aufgestellt waren[11]. Gärten sollten eine ausgeglichene Mischung aus steinernen Architekturelementen und Pflanzen darstellen[12].

In der Isola Bella setzte Peto ein Gartenhaus und eine breite Freitreppe ein, um Haus und Garten zu verbinden, in Buscot Park eine Folge formaler Teiche[13]. Ein Seerosenteich ist auch in Iford ein wichtiges Gestaltungselement.

Wayford Manor, Terrasse

Die meisten Gärten Petos sind in italienischem oder generell "mediterranen" Stil gehalten, der italienische, spanische und natürlich englische Elemente kombinierte bzw. für den englischen Geschmack anpaßte. Peto war jedoch auch sehr von japanischen Gärten beeindruckt - er hatte das Land 1898 besucht, danach aber beschlossen, keine Übersee-Reisen mehr zu unternehmen[14]. Der Garten von Bridge House enthielt ein japanisches Teehaus.

Petos Einfluß war in Frankreich stärker als in England[15], wo er sehr schnell in Vergessenheit geriet und erst allmählich wiederentdeckt wird.

Publikationen[Bearbeiten]

  • The boke of Iford, compiled by me, Harold A. Peto from all the sources available in 1917 (historical introduction by Robin Whalley). Marlborough, Libanus, 1994? ISBN 0-948021-30-6.

Literatur[Bearbeiten]

  • Janet Waymark: Modern garden design, innovation since 1900. London, Thames and Hudson, 2003, 13-16.
  • Robin Whalley: Peto, Harold Ainsworth (1854–1933). Oxford Dictionary of National Biography, Oxford University Press, 2008.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.somerleyton.co.uk/hallgardens/
  2. Robin Whalley, Peto, Harold Ainsworth (1854–1933), Oxford Dictionary of National Biography, Oxford University Press, May 2008; online edn, May 2010 accessed 19 Dec 2013
  3. Charles Quest-Ritson 1992, The English Garden abroad. London, Penguin, 34
  4. Charles Quest-Ritson 1992, The English Garden abroad. London, Penguin, 42
  5. http://www.ifordmanor.co.uk/garden.html
  6. Charles Quest-Ritson 1992, The English Garden abroad. London, Penguin, 37
  7. Charles Quest-Ritson 1992, The English Garden abroad. London, Penguin, 35
  8. Charles Quest-Ritson 1992, The English Garden abroad. London, Penguin, 45
  9. Charles Quest-Ritson 1992, The English Garden abroad. London, Penguin, 45
  10. George Plumptree 1994, Great gardens, great designers. London, Seven dials, 64
  11. Charles Quest-Ritson 1992, The English Garden abroad. London, Penguin, 39
  12. George Plumptree 1994, Great gardens, great designers. London, Seven dials, 64
  13. George Plumptree 1994, Great gardens, great designers. London, Seven dials, 66, 127
  14. Robin Whalley, ‘Peto, Harold Ainsworth (1854–1933)’, Oxford Dictionary of National Biography, Oxford University Press, May 2008; online edn, May 2010 accessed 21. Dec 2013
  15. Charles Quest-Ritson 1992, The English Garden abroad. London, Penguin, 43