Harold Nicolson

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Sir Harold George Nicolson KCVO CMG (* 21. November 1886 in Teheran, Iran; † 1. Mai 1968 auf Sissinghurst Castle in Kent) war ein britischer Diplomat, Autor und Politiker.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Er war der jüngere Sohn des Diplomaten Arthur Nicolson. Nach der Privatschule von Wellington besuchte er das Balliol College in Oxford. 1909 trat er in den diplomatischen Dienst ein, wo er verschiedene Posten innehatte und ihm 1919 die Teilnahme an der Pariser Friedenskonferenz ermöglichte.

Blaue Plakette in der Ebury Street, London

Im Jahr 1913 heiratete er die Schriftstellerin Vita Sackville-West, mit der er die zwei Söhne Benedict und Nigel hatte. Sie unterstützte ihn in seinen literarischen Ambitionen. 1921 veröffentlichte er eine Biographie des französischen Dichters Paul Verlaine und später Studien über Alfred Tennyson, Byron, Swinburne und Sainte-Beuve. 1930 schrieb er einen Bericht über die Pariser Konferenz mit dem Titel „Peacemaking, 1919“.

In den 1930er Jahren erwarben er und seine Frau Vita Sissinghurst Castle, wo sie die heute berühmten Gärten anlegten.

1931 schloss Harold Nicolson sich Sir Oswald Mosley und dessen neu gegründeter New Party an. Nach einer Niederlage in den Parlamentswahlen von 1931, währenddessen Nicolson auch die Parteizeitung herausgab, und nachdem Mosley die British Union of Fascists gründete (1932), distanzierte er sich wieder von ihr.

1935 zog Nicolson als Abgeordneter der National Labour Party in das Unterhaus ein. Er wurde Parlamentarischer Privatsekretär des Informationsministers in der 1940er Kriegszeiten-Regierung Winstons Churchills.

1945 verlor er seinen Sitz und unterlag auch 1948 in einer Nachwahl. 1953 wurde er zum Ritter geschlagen.

Werke[Bearbeiten]

  • Paul Verlaine (1921)
  • Sweet Waters (1921) Roman
  • Tennyson: Aspects of His Life, Character and Poetry (1923)
  • Byron: The Last Journey (1924)
  • Swinburne (1926)
  • Some People (1926)
  • Portrait of a Diplomatist (1930)
    • Die Verschwörung der Diplomaten. Aus Sir Arthur Nicolsons Leben 1849-1928. Frankfurter Societäts-Druckerei, Frankfurt am Main 1930.
  • People and Things: Wireless Talks (1931)
  • Public Faces (1932) Roman
    • Die Herren der Welt privat. Deutsch von Hermynia zur Mühlen, Frankfurter Societäts-Druckerei, Frankfurt am Main 1933.
  • Peacemaking 1919 (1933)
    • Friedensmacher 1919. Peacemaking 1919. Deutsch von Hans Reisiger, S. Fischer Verlag, Berlin 1933.
  • Curzon: The Last Phase, 1919–1925: A Study in Post-War Diplomacy (1934)
  • Dwight Morrow (1935)
  • Diplomacy: a Basic Guide to the Conduct of Contemporary Foreign Affairs (1939)
  • Ist der Krieg unvermeidlich? Ins Dt. übertr. von Paul Baudisch, Bermann-Fischer Verlag, Stockholm 1939
  • Why Britain is at War (1939)
  • Friday Mornings 1941–1944 (1944)
  • Another World Than This (1945) (Hrsg. mit Vita Sackville-West)
  • The Congress of Vienna: A Study in Allied Unity: 1812–1822 (1946)
  • Comments 1944–1948 (1948) – gesammelte Artikel aus dem Spectator
  • King George V (1952)
  • The Evolution of Diplomacy (Chichele Lectures 1953; 1954)
  • Good Behaviour, being a Study of Certain Types of Civility (1955)
  • The English Sense of Humour and other Essays (1956)
  • The Age of Reason (1700-1789) (1960; deutsch: Das Zeitalter der Vernunft 1961)

Literatur[Bearbeiten]

  • Nigel Nicolson: Portrait einer Ehe. Harold Nicolson und Vita Sackville-West (= Ullstein-Buch Nr. 30387 Die Frau in der Literatur). Ullstein, Frankfurt am Main 1996, ISBN 3-548-30387-0 (Biografie).

Weblinks[Bearbeiten]