Harri Stojka

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Harri Stojka (Wien 2008)
Harri Stojka Modern Jazz Band (Porgy & Bess, Wien 2008)
Harri Stojka mit Jelena Krstic (voc.), Moša Šišic (v.) und Karl Sayer (b.), 2010

Harri Stojka (* 22. Juli 1957 in Wien) ist ein österreichischer Gitarrist, Komponist, Arrangeur, Bandleader und Sänger, der als einer der bedeutendsten österreichischen Jazz-Musiker der Gegenwart gilt. „Harri“ entstammt der Lovara-Roma-Dynastie vom Stamm der Bagareschtschi und zählt zu den bekanntesten Roma Österreichs. Sein weltmusikalisch geprägter Musikstil wird auch „Gipsysoul“ genannt. Daneben spielt er mit Erfolg auch swingorientierte Musik. Weiters ist Harri Stojka an der Vienna Gipsy Music School und am Vienna Music Institute (VMI), einem Wiener Privatkonservatorium, als Dozent tätig.

Leben[Bearbeiten]

Der österreichische Jazz Gitarrist Harri Stojka begann seine Laufbahn 1970 mit der Formation Jano + Harri Stojka in der Arena. Bald darauf stieg der junge Autodidakt als Bassist in die Band von Karl Ratzer Gipsy-Love ein und profilierte sich als Gitarrist bei Peter Wolfs "Objektiv Truth Orchestra". 1973 gründete er den "Harri Stojka Express", der als einzige österreichische Gruppe neben Jimmi Cliff, Eric Burdon, Van Morrison und Carlos Santana beim Open Air Festival im Wiener Prater Stadion auftrat. Es folgte eine Einladung zum legendären Jazzfestival Montreux, wo Harri Stojka neben Larry Coryell im Rahmen des "Guitar-Summit" spielte. Dieser Auftritt vor einem höchst versierten Fachpublikum, wo ihm auch Musikerkollegen der Weltklasse Anerkennung zollten, brachte Harri den Durchbruch. Die LP "Live at Montreux" liefert ein stimmungsvolles Zeugnis für den Beginn dieser beeindruckenden Weltkarriere.

Seitdem avancierte Harri Stojka zu einem der wichtigsten österreichischen Jazzmusiker. Es folgten Einladungen zu Jazz Festivals als Headliner: Paris, Anger, Prag, London, Barcelona, New Delhi, New York, Syracuse, Montreux, Detroit, Kahmoro Festival, Sziget Festival Budapest, dem berühmten Django Reinhardt Memorial Festival in Augsburg, Grazer Jazz Festival, dem Jazzfestival in Jakarta und in Yogjakarta. Mit der Band um Harri Stojka hörte man zum ersten Mal Europäischen Jazz in China und in Indien. Auf all seinen Reisen weist er sein begeistertes Publikum darauf hin, österreichischer Roma zu sein, und trägt dazu bei, dass Österreich im Ausland viele Sympathien gewinnt. Die CD-Produktion: „A Tribute to Swing“ wurde 2005 in Österreich und anschließend auch gleich in Deutschland veröffentlicht, wo sie von renommierten Jazz-Experten innerhalb von nur einer Woche zum Deutschen Musik Kritiker Preis nominiert wurde. 2006 ist die Aufnahme bei ZOHO Music in New York neu aufgelegt worden. Mit diesem Projekt gab die Formation um Harri Stojka gleich zwei Konzerte beim Jazzfestival in Detroit bei der unter anderem auch Richie Havens auftrat.

Der Wiener Harri Stojka entstammt einer Lovara-Roma-Dynastie, die vor 150 Jahren aus der Walachei kam und sich in Wien zum Leben und Arbeiten niederließ. Die Familie hatte im Zweiten Weltkrieg viele Opfer zu beklagen - von 200 Verwandten überlebten nur wenige Familienmitglieder die Konzentrationslager und den berüchtigten Todesmarsch. Immer wieder engagiert sich Harri Stojka in Projekten, die dem Gedenken und der Aufarbeitung dieser Zeit gewidmet sind. So will die 2005 entstandene CD „Garude Apsa“/ „Verborgene Tränen“ an die musikalischen Wurzeln der Roma erinnern, um der heutigen Generation Stolz und Mut für die Zukunft zu geben. In einem Europa, das sich zunehmend politisch zu der Roma-Kultur bekennt, hat Harri Stojka die Aktion „Ich bin gegen das Wort Zigeuner und für das Wort Roma“ ins Leben gerufen, die öffentliches und internationales Interesse hervorruft.

Harri Stojka hat etwas geschafft, was sich viele wünschen – einen eigenen Gitarrenstil zu kreieren und schon nach wenigen Tönen in der Solistik als Harri Stojka erkennbar zu sein. Was Harri Stojkas Gitarrenspiel ausmacht ist seine Virtuosität gepaart mit Blues feeling, der besondere Drive, das Phrasing und der Sound seiner Gipsy Jazz Akustikgitarre. Er ist in vielen Musikrichtungen zu Hause, von Pop bis Avantgarde Jazz, von Gipsy Swing bis Bebop, von Hard Rock bis Heavy Metal. Mit dieser Vielseitigkeit und mit dem ständigen Weiterentwickeln seiner Musik hat Harri Stojka viele österreichische Gitarristen beeinflusst und engagiert sich für Nachwuchsmusiker. Er ist aus der österreichischen Musikgeschichte nicht weg zu denken und bereits eine Legende, bei alledem aber ein bescheidener und sympathischer Mensch.

2005 wurde Harri Stojkas CD „A Tribute to Swing“ in Deutschland für den Echo Preis nominiert - zur besten CD Produktion aus dem Ausland. 2011 wurde der Film „Gypsy Spirit, Harri Stojka eine Reise“, eine musikalische Reise durch Indien auf der Suche nach seinen Roma-Wurzeln mit einer Romy ausgezeichnet: zum besten Kino Dokumentarfilm Österreichs.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Am 30. Oktober 2013 erhielt er das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.[1]

Alben[Bearbeiten]

  • Harri Stojka Express - Sweet Vienna (1978)
  • Harri Stojka Express - Off The Bone (1980)
  • Harri Stojka - Live In Montreux (1981)
  • Harri Stojka Express - Camera (1981)
  • Harri Stojka Express - Tight (1982)
  • Harri Stojka Express - Brother To Brother (1985)
  • Harri Stojka Express - Live (1987)
  • Harri Stojka - Say Yes (1988)
  • Harri Stojka - Music For The People (1996)
  • Harri Stojka Gitancœur - Gitancœur (2000)
  • Harri Stojka Gitancœur - Gon Shanel (CD Maxi)(2000)
  • Harri Stojka Gitancœur - Unplugged (2002)
  • Harri Stojka - Live At The Roma Wedding (2004)
  • Harri Stojka - A Tribute To Swing (2004)
  • Harri Stojka Gipsysoul - Garude Apsa (Hidden Tears) (2005)
  • Harri Stojka - A Tribute To Gipsy Swing (ZOHO REC.) (2006)
  • Stoika & Stojka - Just Another City (2008)
  • Mosa Sisic & Harri Stojka - In Between (2009)
  • Harri Stojka - Romano Suno/Gipsy Dream (Weihnochtszeit/Christmastime) (2010)
  • Harri Stojka Gitancœur - Gitancœur d'Europe (2011)
  • Harri Stojka India Express - India Express (2012)
  • Wolfgang Böck & Harri Stojka - Satire & Jazz (2013)

Filme[Bearbeiten]

  • Gypsy Spirit. Harri Stojka. Eine Reise. Regie: Klaus Hundsbichler, Österreich / Indien 2010, 91 min

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Harri Stojka – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pressemeldung der Agentur OTS vom 30. Oktober 2013, abgerufen am 30. Oktober 2013