Harry Dexter White

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Harry Dexter White (links) mit John Maynard Keynes

Harry Dexter White (* 9. Oktober 1892 in Boston, Massachusetts; † 16. August 1948 bei Fitzwilliam, New Hampshire) war ein US-amerikanischer Volkswirt und Politiker.

White, der aus einer jüdischen Familie in Litauen stammte, errichtete den internationalen Geldfonds im Jahr 1944 bei der Konferenz von Bretton Woods. Dort war er unter Finanzminister Henry Morgenthau US-amerikanischer Verhandlungsführer und konnte sich größtenteils mit seiner Position gegen die englische Position John Maynard Keynes’ durchsetzen. Er gilt als Ausarbeiter des Morgenthau-Plans. White war zu Beginn der McCarthy-Ära stellvertretender Finanzminister der USA.

Er legte mangels Vorsicht Verbindungen zur Sowjetunion bloß, so dass das FBI ihn sowie Frank Coe, Lauchlin Currie, William Ludwig Ullmann und Nathan Silvermaster als kommunistische Agenten anklagte. Solange Franklin D. Roosevelt noch am Leben war, genossen sie den Schutz einer Immunität.

Am 7. November 1945 wurde er von der übergelaufenen Sowjetspionin Elizabeth Bentley als Spion für die Sowjetunion bezeichnet.[1] Am 4. Dezember desselben Jahres erhielt das FBI weitere Daten aus der Befragung von Bentley, die dies bestätigten.[2] Die Ergebnisse des VENONA-Projekts bestätigten diese Informationen – White war unter den Decknamen „Lawyer“, „Richard“ und „Jurist“ geführt worden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. FBI-Daten: Underground Soviet Espionage Organization (NKVD) in Agencies of the United States Government, 21. Oktober 1946, Seite 78-79 (PDF Seiten 86-87)
  2. FBI-Daten: Harry Dexter White, S. 54 (PDF; 39,0 MB)