Harry Julius Emeléus

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Harry Julius Emeléus (* 22. Juni 1903 in Battle, East Sussex; † 2. Dezember 1993 in Cambridge) war ein britischer Chemiker (Anorganische Chemie). Er hatte als Gründer einer Schule der Anorganischen Chemie an der Universität Cambridge eine zentrale Rolle in der Anorganischen Chemie in Großbritannien.

Er war der Sohn eines aus Finnland eingewanderten hugenottischen Apothekers. Emeléus studierte am Imperial College mit dem Abschluss 1923 und der Promotion 1925. Als Post-Doktorand war er bei Alfred Stock in Karlsruhe, wo er neben modernen Methoden präparativer anorganischer Chemie auch Glasblasen lernte. 1929 bis 1931 war er bei Hugh Taylor an der Princeton University. Er war ab 1931 Lecturer und später Reader in Anorganischer Chemie am Imperial College in London und 1945 bis zu seiner Emeritierung 1970 Professor an der Universität Cambridge.

Sein Lehrbuch der Anorganischen Chemie mit J. S. Anderson von 1938 präsentierte das Gebiet unter neuen zeitgemäßen Aspekten und führte zu dessen Neubelebung in Großbritannien.

1944 arbeitete er am Oak Ridge National Laboratory im Manhattan Project.

Er wurde 1946 Fellow der Royal Society und 1958 CBE. 1960 bis 1962 war er Präsident der Chemical Society und 1963 bis 1965 des Royal Institute of Chemistry. 1955 bis 1960 war er Präsident der Abteilung Anorganische Chemie der International Union of Pure and Applied Chemistry. 1962 erhielt er die Davy-Medaille.

Er war seit 1931 mit Catherine Horton verheiratet und hatte zwei Söhne und zwei Töchter. 1963 bis 1972 war er Trustee des British Museum.

Schriften[Bearbeiten]

  • mit J. S. Anderson: Modern Aspects of Inorganic Chemistry, London, Routledge, 1938, 4. Auflage mit A. G. Sharpe, Wiley 1973
  • The chemistry of fluorine and its compounds, Academic Press 1969

Weblinks[Bearbeiten]