Harry Nelson Pillsbury

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Harry Nelson Pillsbury

Harry Nelson Pillsbury (* 5. Dezember 1872 in Somerville, Massachusetts; † 17. Juni 1906 in Philadelphia) war ein US-amerikanischer Schachspieler.

Leben[Bearbeiten]

Teilnehmer des Schachturniers zu Hastings 1895.
Stehend (von links): Albin, Schlechter, Janowski, Marco, Blackburne, Maróczy, Schiffers, Gunsberg, Burn, Tinsley.
Sitzend (von links): Vergani, Steinitz, Tschigorin, Em. Lasker, Pillsbury, Tarrasch, Mieses, Teichmann.

Pillsbury erlernte erst im Alter von sechzehn Jahren das Schachspiel; er machte dann aber rasche Fortschritte.

Sein größter Erfolg war der Sieg im internationalen Turnier von Hastings 1895, das er vor Weltmeister Emanuel Lasker und der gesamten damaligen Weltelite gewinnen konnte.

1896 lag er zeitweise in Führung beim Meisterturnier in Sankt Petersburg, dessen Sieg wohl ein Match mit Lasker um den Weltmeistertitel bedeutet hätte. Doch seine berühmt gewordene Niederlage gegen Lasker dort warf ihn psychisch aus der Bahn: Er verlor ab dann fünf der letzten acht Partien und wurde nur Dritter.

1898 erzielte er im Kaiser-Jubiläums-Turnier in Wien dieselbe Punktzahl wie Siegbert Tarrasch, unterlag jedoch im Stichkampf um den ersten Preis. Im Jahr 1900 belegte er in München punktgleich mit Carl Schlechter und Géza Maróczy Platz 1.[1] Nachdem Maróczy vom Stechen um den ersten Preis aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten war, ergab Pillsburys Auseinandersetzung mit Schlechter ein Unentschieden. Zweiter wurde Pillsbury beim Meisterturnier des Deutschen Schachbundes (13. DSB-Kogress) 1902 in Hannover, das Dawid Janowski gewann.[2]

Furore machten auch seine Vorstellungen im Blindsimultanspiel, dessen geistige Anstrengungen von vielen Zeitgenossen als Ursache für seinen frühen Tod mit nur 33 Jahren angesehen wurden. Tatsächlich starb er aber an der Syphilis.

Seine beste Historische Elo-Zahl betrug 2816. Diese erreichte er im Juli 1901. Er war auch über sechzehn Monate in den Jahren 1903 und 1904 der weltbeste Spieler.

In der Hauptvariante der Orthodoxen Verteidigung führt 7. ... b7-b6 nach 8. c4xd5! e6xd5 durch den Aufbau Se5, Ld3, f4, 0-0 zum Pillsbury-Angriff.

Partien[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jacques N. Pope: Harry Nelson Pillsbury, American chess champion. Pawn Island Press, Ann Arbor 1996.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Das Internationale Turnier München 1900 (12. DSB-Kongress) auf TeleSchach (Kreuztabelle und sämtliche Partien)
  2. Das Internationale Turnier Hannover 1902 (13. DSB-Kongress) auf TeleSchach (Kreuztabelle und sämtliche Partien)

Weblinks[Bearbeiten]