Hart Island

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Hart Island
Gewässer Long-Island-Sund
Inselgruppe Pelham Inseln
Geographische Lage 40° 51′ 13″ N, 73° 46′ 14″ W40.853611111111-73.770555555556Koordinaten: 40° 51′ 13″ N, 73° 46′ 14″ W
Hart Island (New York City)
Hart Island
Länge 1,5 km
Breite 400 m
Fläche 53,1 ha

Hart Island, manchmal auch als Hart’s Island bezeichnet, ist eine kleine, zu New York City gehörende Insel am westlichen Ende des Long Island Sounds. Ihre Fläche beträgt 0,531 km². Sie ist ungefähr 1,5 km lang und 400 m breit und liegt nördlich von City Island in der Gruppe der Pelham Islands. Die Insel ist der östlichste Teil des Stadtbezirks Bronx. Laut der Volkszählung aus dem Jahre 2000 leben dort keine ständigen Bewohner.

Geschichte[Bearbeiten]

Mitte des 19. Jahrhunderts hieß die Insel Lesser Minneford Island. Die Insel war Teil eines etwa 3700 Hektar großen Besitzes, der von dem Arzt Thomas Pell (dem Bruder des Mathematikers John Pell) den örtlichen Indianern im Jahre 1654 abgekauft wurde. Im Jahre 1868 kaufte die Stadt New York die Insel von der Familie Hunter aus der Bronx für 75.000 Dollar.[1]

Der Ursprung des gegenwärtigen Namens liegt im Dunkeln. Nach einer modernen Sage heißt es, dass eine Frau namens Mrs. Hart, eine kinderlose Witwe, Lesser Minneford Island geerbt hatte und die Insel der Stadt New York oder dem Bezirk spendete und dass die Insel nach ihr benannt wurde, was allerdings der Tatsache widerspricht, dass die Insel von der Stadt New York gekauft wurde.

Potter’s Field[Bearbeiten]

Auf Hart Island befindet sich ein etwa 18 Hektar großer Armenfriedhof (Potter’s Field), einer der bekanntesten seiner Art in den USA. Ungefähr 800.000 Tote sind hier bestattet, circa 1500 kommen pro Jahr hinzu,[2] viele von ihnen Säuglinge, Totgeborene oder Obdachlose[3]. Die Toten werden in Gräben beerdigt, die von Strafgefangenen ausgehoben wurden. Kleinkinder werden in Särge von der Größe eines Schuhkartons gelegt, die gestapelt werden zu je fünf Särgen hoch und je 20 Särgen breit. Erwachsene beerdigt man in einfachen, kistengleichen Kiefernsärgen, die drei Särge hoch und zwei Särge quer gestapelt werden. Das Potter’s Field wird außerdem dazu genutzt, amputierte Körperteile in Schachteln mit der Aufschrift „refuse“ (Abfall) beizusetzen. Bei den Beerdigungen gibt es keinerlei Zeremonien und es werden auch keine individuellen Markierungen aufgestellt. Die amerikanische Romanautorin Dawn Powell wurde hier im Jahre 1970, fünf Jahre nach ihrem Tod, bestattet.

Denkmal und Raketenbasis[Bearbeiten]

Zusätzlich zum Potter’s Field gibt es am Nordende der Insel ein Denkmal. Das Denkmal, ein hochkant stehender weißer Quader mit einem Kruzifix, wurde von New Yorker Strafgefangenen zu Ehren der unbekannten Toten errichtet. Außerdem befinden sich in der Nähe des Denkmals außer Dienst gestellte Raketensilos für Nike Ajax-Raketen, die von 1955–1961 zur US-Militärbasis Fort Slocum gehörten, die sich auf Davids Island befand.

Besichtigung[Bearbeiten]

Die New Yorker Gefängnisbehörde betreibt eine Fähre, die die Insel und den Fordham Street Pier auf City Island verbindet. Jedoch sind Hart Island und der Pier Sperrgebiet. Ein unbefugtes Betreten ist strafbar und kann mit einer Geldbuße von 600 Dollar und einem Jahr Gefängnis geahndet werden.

Die Gefängnisbehörde erlaubt etwa alle fünf Jahre Besichtigungen. Die Besucher dürfen die Raketensilos von außen sehen, das nahe gelegene Denkmal sowie einige historische, dem Verfall preisgegebene Häuser, von denen einige bis ins Jahr 1850 zurück reichen. Es gibt neuere Vorschläge, nach denen die Ajax-Raketensilos und der verlassene Komplex in ein Museum mit Führungen und Geschenkläden umgewandelt werden sollen.

Das Hart Island Projekt ist eine private Initiative, die versucht, die Zugänglichkeit für Jedermann durchzusetzen und die Anonymität der Beisetzungen aufzuheben. [4]

Sonstiges[Bearbeiten]

Der Showdown des Spielfilms Sag kein Wort von 2001 mit Michael Douglas spielt auf dem Friedhof von Hart Island.

Im Roman Gideon's sword von Douglas Preston und Lincoln Child findet der 'Endkampf' des Protagonisten Gideon Crew auf der Insel statt.

Literatur[Bearbeiten]

Mario Kaiser (2002): Die Insel der Toten. In: mare. Die Zeitschrift der Meere, No. 33, S. 90–97. (Fünf Fotos von Joel Sternfeld illustrieren den Artikel.)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Final Exits: The Illustrated Encyclopedia of How We Die von Michael Largo, HarperCollins Publishers, New York City: 2006, ISBN 978-0-7394-7539-3. Seiten 407–408.
  2. Felix Wadewitz: Insel der einsamen Toten auf www.zeit.de, 7. Juli 2010
  3. Die verbotene Toteninsel New Yorks
  4. The Hart Island Projekt